Monheim: Erziehen in der Spaßgesellschaft
zuletzt aktualisiert: 14.08.2007Düsseldorf (RPO). Morgen hält der Sozialpädagoge und Erziehungswissenschaftler Dr. Albert Wunsch (63) einen Vortrag über die Folgen der „Spaßgesellschaft“ für die Kindererziehung. Wunsch referiert auf Einladung des KKV – Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung – ab 19.30 Uhr im Pfarrer-Franz-Boehm-Haus, Sperberstraße 2. Vorab sprach RP-Mitarbeiterin Anja Meyer mit ihm.
Was sollten Eltern tun, wenn der Sprössling an der Supermarktkasse laut weinend unbedingt den Lutscher will?
Wunsch Wenn man sich in der Situation befindet, ist es eigentlich schon zu spät. Man sollte vorher mit dem Kind sprechen und ihm erklären, dass man jetzt einkaufen geht und wie das funktioniert: Zusammen einen Einkaufszettel schreiben und festlegen, dass nur das, was auf dem Zettel steht, gekauft wird, und dem Kind während des Einkaufs eine Aufgabe geben – beispielsweise die Bananen zu holen. In 80 bis 90 Prozent der Fälle bleibt einem dann die Nummer an der Kasse erspart.
Und was soll man machen, wenn es nicht klappt?
Wunsch Am besten ignorieren. Das ist natürlich nicht so einfach. Mütter sollten die Situation vorher im Kopf durchspielen, um sich von dem Kind und den Kommentaren der Außenstehenden nicht unter Druck setzen zu lassen.
Sie sind ja klar dagegen, dass man seine Kinder verwöhnt. Was ist so schlimm daran?
Wunsch Jede Verwöhnung – damit meine ich ständiges Verhätscheln, die sofortige Erfüllung aller Wünsche, Inkonsequenz und Konflikte für ein Kind zu lösen – verhindert eine Auseinandersetzung. Damit wird dem Kind die Möglichkeit genommen, zu lernen, wie man mit Konflikten umgeht.
Was sollte man statt dessen tun?
Wunsch Man sollte dem Kind gezielte Herausforderungen zumuten, ohne es bei der Bewältigung alleine zu lassen. Vielmehr sollte man das Kind ermutigen und ihm eine Orientierung bieten. Nur wenn Kinder in einer liebevollen Umgebung aufwachsen, können sie lernen, dass ihr Handeln Konsequenzen hat.
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