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Langenfeld: Genervt vom XXL-Winter

VON MARTIN MÖNIKES - zuletzt aktualisiert: 08.03.2010

Düsseldorf (RPO). Mehr Blessuren und Brüche, mehr Erkältungs- und Grippekranke: Der zähe Dauer-Winter wird für die daran nicht gewöhnten Rheinländer zur Belastungsprobe. Die Mehrheit der Bürger sagt: "Wir haben die Nase voll."

Mit Wärmelampen und zusätzlichen Streicheleinheiten bei der Massage vertreibt Physiotherapeutin Heidi Roeloffs-Giesbers den Winter-Blues.  Foto: RPO
Mit Wärmelampen und zusätzlichen Streicheleinheiten bei der Massage vertreibt Physiotherapeutin Heidi Roeloffs-Giesbers den Winter-Blues. Foto: RPO

"Wir haben die Nase gestrichen voll" oder "Jetzt reicht's ", so lauteten die Kommentare wintermüder Langenfelder am Wochenende. Wie seit Tagen angekündigt überzuckerte am Morgen des ersten März-Samstags nach einer frostigen Nacht eine hauchdünne Schneedecke die meisten Felder und Gärten. Dass die dünne weiße Schicht rasch wegtaute, war für die meisten Wintermüden angesichts auch weiterhin bitter-kalter Frostnächte allenfalls ein schwacher Trost. "Der lange, seit Mitte Dezember andauernde Winter kann krank machen", sagt Hartmut Belitz, ärztlicher Direktor der Langenfelder LVR-Klinik (siehe Interview).

Hartmut Belitz sagt: "Echte Winterdepressionen sind selten." Foto: RPO

Grippe und mehr Brüche

Die letzten Wochen führten vielfach zu Blessuren und Erkrankungen, von Brüchen bei Stürzen auf glatten Straßen und nicht geräumten Gehwegen bis hin zu grippalen Infekten als Folge von Erkältung oder Unterkühlung reicht der Bogen. "Der längere Winter führte zwangsläufig zu höheren Fallzahlen bei den Akutpatienten", sagt Dr. Christoph Fliegner, Allgemeinmediziner mit Praxis in der Stadtgalerie. "Es gab mehr Virusinfektionen." Und der Fachmann vermutet: "Da war auch der ein oder andere Fall von Schweinegrippe bei". Sein Praxisteam hat dem Ansturm weitgehend standgehalten, aber den Doktor selbst erwischte es am vorigen Wochenende. "Kein Wunder bei der Keimdichte", kommentiert er. Bewährt hat sich in dieser Drangperiode das Bestellsystem der Praxis, bei dem die Patienten nach einem Anruf erst in die Praxis kommen, wenn sie umgehend behandelt werden; denn – so Fliegner - "die Ansteckungsgefahr im Wartezimmer ist für viele Menschen ein echtes Problem".

Physiotherapeutin Heidi Roeloffs-Giesbers braucht keinen Wetterbericht, um sich auf zusätzlichen Ansturm in ihrer Praxis auf der Hauptstraße einzurichten: "Die Rheumakranken sind meine Wetterfrösche. Jede Veränderung schmerzt sie frühzeitig." Rheuma- und Arthrosepatienten litten besonderes unter der langanhaltenden Kälte. Beide Krankheitsbilder bräuchten Wärme, damit die alters- und verschleißbedingten Hüft-, Rücken-, oder Knieschmerzen die Betroffenen nicht noch mehr plagten. "Wir legen dann mal jemand ohne Verordnung unter die Wärmelampe, oder es gibt ein paar zusätzliche Streicheleinheiten bei der Massage", benennt Roeloffs-Giesbers ihre Strategie gegen den Winterblues der Patienten. Wenn die Wirbelsäule anfällig sei, genüge manchmal schon Schneeschippen für einen heftigen Hexenschuss. "Oft versorgen wir kurzfristig solche Notfälle", erinnert sich die Therapeutin an Terminverschiebungen und Überstunden während der letzten Wochen. Auch bei Wolfram Kirsten in der Adler-Apotheke auf der Solinger Straße baten seit Winterbeginn vermehrt erkältete und hustende Kunden um Rat und Hilfe. "Viele gehen nicht zum Arzt, weil der ohnehin kaum noch etwas verschreibt", weiß Kirsten. In den Notdienstzeiten seien zuletzt deutlich mehr Besucher in der Apotheke gewesen, weil die Menschen verstärkt nachts oder an Wochenenden ärztliche Hilfe gebraucht hätten.

Quelle: RP

 
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