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Langenfeld: Graue Welt wäre unerträglich

VON SARAH ZOLLMARSCH - zuletzt aktualisiert: 27.10.2008

Düsseldorf (RPO). Bis zum 23. Dezember läuft eine Doppelausstellung von Prof. Heinz Mack in Langenfeld. Im Kunstraum des Kulturzentrums sind 16 Gemälde und drei Skulpturen zu sehen, in der Sparkasse Grafiken.

 Foto: RPO
Foto: RPO

Ein einziger Mann betritt den Raum und für wenige Sekunden ist es ganz leise. Doch die Ruhe hält nur kurz an, ist kaum zu vernehmen. Abgelöst wird sie von schallendem Applaus. In den vielen Gesichtern kann man vor allem eines ablesen – Anerkennung. Anerkennung für ein großes Werk, für einen großen Künstler und für ein kleines, aber wahrhaftes Stückchen Kunstgeschichte, das mit diesem Mann in Langenfeld gelandet ist. Es ist Professor Heinz Mack, der am Freitagabend bei einer doppelten Vernissage gefeiert wurde. Bis zum 23. Dezember werden im Kunstraum Gemälde und in der Stadtsparkasse Grafiken des 77-jährigen international gefeierten, häufig auch kritisierten Künstlers gezeigt.

Die beiden Ausstellungen begleiten und ergänzen die Installation der 16 Meter hohen Stele „Großer vertikaler Rhythmus“, die nach dem Absturz Anfang September heute im zweiten Anlauf auf dem Vorplatz der Sparkasse glücken soll.

16 Gemälde und drei Skulpturen

Im Kunstraum des Kulturzentrums sind 16 großformatige Acryl-Gemälde sowie drei Skulpturen aus den letzten 30 Jahren seines Schaffens zu sehen, die alle zum Ausstellungstitel „Farbe und Rhythmus“ passen. Von Kunstverein-Geschäftsführerin Beate Domdey und Künstlergattin Ute Mack ausgewählt, vermittelt so beispielsweise die zwischen 1997/98 geschaffene „Trias“, eine vergoldete Bronzeskulptur, die Verbindung von Form und Bewegung, von Licht und Schatten.

Parallel zu Malerei und Bildhauerei widmet sich die Stadtsparkasse einzig Macks graphischem Werk. Auf der Galerie in der ersten Etage sind etwa 30 Siebdrucke zu sehen, die Mack in verschiedenen aufwändigen Verfahren in den 70er- und 90er-Jahren geschaffen hat. In der Serie „Galaxis“ von 1973 etwa hat der Künstler mit Metallbeschichtungen und Prägungen gearbeitet. Die entstandenen silbrigen Strukturen übernehmen hier die wichtigste Rolle und nehmen Bezug zum eigentlichen Thema, dem Weltraum. Ebenso in der Sparkassen-Galerie zu sehen ist eine in den 90er- Jahren entstandene Serie, die sich mit dem Hohelied Salomos mit der künstlerischen Umsetzung eines religiösen, ja biblischen Themas befasst.

Bei der Vernissage drängten sich viele Besucher in den Räumlichkeiten von Kunstverein und Sparkasse. Trotz und auch wegen seiner vielen Kritiker zieht Mack, der in den 60er- Jahren mit der Gruppe „Zero“ Kunstgeschichte schrieb, immer wieder die Aufmerksamkeit auf sich. Mack gilt Analytiker, weiß Themen in Gemälden und Grafiken umzusetzen und ihnen seine persönliche Note zu verleihen. Die Strukturen, die er mit unterschiedlichem Druck des Pinsels erreicht, kommen Bewegungen im Bild gleich. Mack nennt sie ‘Vibrationen‘. Zusammen mit dem Ausdruck der Farben rufen sie Emotionen hervor.

„Bei dem trüben Wetter erhellen seine Bilder die Gemüter“, meinte der stellvertretende Bürgermeister Lothar Witzleb und fasste somit in einfache Worte, was die Kunst Macks tatsächlich vermag. „Eine Welt ohne Kunst wäre wie ein Himmel ohne Nacht, ohne das Licht der Sterne…“ lautet ein Zitat des Künstlers. Die im Kunstraum zu sehenden Werke unterstreichen, was Mack mit diesen Worten sagen will. Seine Kunst erscheint zunächst allein abstrakt und minimalistisch. Sie wirkt – ist sie doch zumeist auf geometrische Formen und klare Farben reduziert – auf den ersten Blick fremd und bezugslos. Schaut der Betrachter aber genauer hin und lässt sich einhüllen von den feinen Strukturen und der satten Farbe, so versteht er, was sie will. Ihre Wirkung liegt in der Tiefe. Sie will zeigen – und das meint auch Professor Mack – „dass eine graue Welt unerträglich wäre“.

Quelle: RP

 
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