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Langenfeld: Jugendheim: CDU kontra SPD

VON THOMAS GUTMANN - zuletzt aktualisiert: 10.07.2008

Düsseldorf (RPO). Die Opposition sieht bei den jüngsten städtischen Großinvestitionen die Jugend vernachlässigt, die Ratsmehrheit angesichts der Forderung nach einem zweiten Jugendheim die „finanzielle Gesundheit Langenfelds“ bedroht.

Billard-Abend im Jugendheim Fröbelstraße. „Gymnasiasten sind dort kaum vertreten“, meint SPD-Ratsfraktionschef Gerd-Peter Heinrichs. Unter anderem für diese Zielgruppe wünscht sich der mögliche Bürgermeister-Kandidat Angebote in der (bald) alten Feuerwache – vom Internet-Café bis zur Rock AG.  Foto: RPO
Billard-Abend im Jugendheim Fröbelstraße. „Gymnasiasten sind dort kaum vertreten“, meint SPD-Ratsfraktionschef Gerd-Peter Heinrichs. Unter anderem für diese Zielgruppe wünscht sich der mögliche Bürgermeister-Kandidat Angebote in der (bald) alten Feuerwache – vom Internet-Café bis zur Rock AG. Foto: RPO

Ein Kotten (350 000 Euro teuer) für die Heimatfreunde, eine Mack-Stele für die Kunstbeflissenen (600 000 Euro), eine Drehleiter für die Feuerwehrleute (650 000 Euro), neue Kindergärtnerinnen für die Kindergartenkinder (650 000 Euro), Extra-Urlaub (nach Steuerzahler-Bund-Schätzungen bis zu 800 000 Euro) für die Rathaus-Bediensteten – so freigiebig wie in den vergangenen Monaten haben Bürgermeister Magnus Staehler und seine CDU-“Regierungsmehrheit“ selten Marken gesetzt in Langenfeld. „Geld ist da“, findet auch die SPD-Opposition, wenngleich dies bereits seit der letzten Kommunalwahl 2004. Nun, elf Monate vor der nächsten, fragt sie: „Und was fließt für die Jugend?“

Info

Wahlkampf-Themen

Am 7. Juni 2009 sind (zusammen mit der Europa-Wahl) die nächsten Kommunalwahlen in NRW. In Langenfeld werden wie in fast allen kreisangehörigen Kommunen gewählt: Stadtrat, Bürgermeister, Kreistag und Landrat.

Als Sachthemen, die den Wahlkampf bestimmen könnten, kristallisieren sich heraus: Marktplatz-Gestaltung, Kulturpolitik („Kulturpfad“), Gratis-Kitaplätze für alle und nicht zuletzt die Frage, ob noch ein zweites Jugendheim her soll.

Selbst um eine Antwort nicht verlegen, polieren die Sozialdemokraten eine alte Forderung neu auf: nämlich die nach einem zweiten Jugendheim neben dem J@Z an der Fröbelstraße. „Eine Stadt mit 60 000 Einwohnern braucht mehr als nur ein städtisches Jugendheim, um möglichst viele Jugendliche anzusprechen“, ließ Gerd-Peter Heinrichs, Fraktionsvorsitzender der SPD im Stadtrat, jüngst verlauten (die RP berichtete).

„Explodierende Wünsche“

Die Reaktion kam prompt – und etwa so, wie der Chef-Sozi sie vorhergesagt hatte: „Die explodierenden Wünsche der SPD nach einem millionenschweren zweiten Jugendheim, nach Abenteuerspielplätzen, bringen die finanzielle Gesundheit Langenfelds aus dem Lot“, erklärte jetzt Peter Klinkers, finanzpolitischer Sprecher der CDU, und wies auf das „erst vor zwei Jahren (für fast 400 000 Euro) komplett umgestaltete, moderne und funktionierende Jugendheim (Fröbelstraße) mit einer buntgemischten Besucherschar“ hin. Im Vergleich zu den von der Ratsmehrheit beschlossenen „Investitionen“ (Kotten und Co.) bewegten sich die „Wohltaten“, die die SPD aus dem „Füllhorn schütten“ wolle, in „ganz anderen Dimensionen“.

So würde ein neues Jugendheim nach den noch in der Ära des Beigeordneten und eisernen Kämmerers Winfried Graw aufgenommenen und wieder ad acta gelegten Vorplanungen etwa 3,5 Millionen Euro kosten – „plus laufende Betriebs- und Personalaufwendungen“. Stimmt nicht, entgegnet Heinrichs: „Ein neues Jugendheim in der dann alten Feuerwache In den Griesen käme deutlich preiswerter als die damals veranschlagten Millionen“. Auch, was die von Klinkers ausgemachte „bunt gemischte Besucherschar“ an der Fröbelstraße betrifft, hat der Mann, der bei der Bürgermeisterwahl ’09 Amtsinhaber Staehler herausfordern will, andere Erkenntnisse: „Gymnasiasten zum Beispiel sind im J@Z kaum vertreten – unter anderem für sie wollen wir in der alten Feuerwache attraktive offene Angebote – vom Internet-Café bis zur Rock AG – schaffen“.

Wo zwei sich streiten, teilt der Dritte nach beiden Seiten aus. „Anträge und Wünsche ohne Deckungsvorschläge sind auch in finanziell guten Zeiten ein Unding“, kritisiert FDP-Ratsfraktionschef Rolf Gassen die SPD, um übergangslos die CDU ins Visier zu nehmen: „Herr Klinkers sollte sich mal an die eigene Nase fassen und seinen Bürgermeister zurückpfeifen, wenn der mal wieder seine Spendierhosen anzieht!“

Quelle: RP

 
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