Langenfeld/Monheim: Kakerlake im Hotel-Essen
VON KOMMENTAR VON MARTIN MÖNIKES - zuletzt aktualisiert: 11.05.2009Düsseldorf (RPO). Wer sich ein gegrilltes Hähnchen kauft, rechnet nicht unbedingt damit, dass sich im Inneren noch der mit Futter gefüllte Kropf befindet. Und der Gast eines großen Hotel-Restaurants mit Festräumen für bis zu 350 Personen wird sich überhaupt nicht gefreut haben, als er bei seinem Besuch eine Kakerlake im Essen fand. Mit Kot verunreinigte Hähnchen-Schenkel möchte niemand auf dem Tisch liegen haben. Nur drei von 189 Beschwerden im Jahr 2008, mit denen sich die Bürger direkt an das Amt für Verbraucherschutz beim Kreis Mettmann wandten. Jetzt wurde der Jahresbericht vorgestellt.
Rund 10.000 Proben untersuchten Labore in Mettmann und Düsseldorf 2008. Dazu wurde etwa die Hälfte der rund 4100 Gaststätten, Supermärkte, Imbiss-Stuben, Hotels, Restaurants, Metzgereien- und Bäckereien im Kreis Mettmann von einem der zehn Lebensmittelkontrolleure besucht. "Natürlich auch nach Hinweisen von Bürgern", sagt Nils Hanheide, Ordnungsdezernent des Kreises Mettmann und zuständig für den Verbraucherschutz.
In der Küche des Hotels, in dem der Gast eine Kakerlake im Essen fand, wurden die Kontrolleure fündig. "Es stank ekelerregend", heißt es im Bericht. Gefunden haben die Kontrolleure deutlich riechbaren Mäusekot und Urin auf und hinter den Küchenschränken. Dazu kam Mäusekot im Kühlhaus, alte Lebensmittelreste auf dem dreckigen Fußboden, Fruchtfliegen hinter der Theke und eine offensichtlich länger nicht gereinigte Sahnemaschine. Zu allem Überfluss hatten sich durch nicht ordnungsgemäßes Lagern vom Kaminholz Käfer eingenistet. Die Quittung: Ein Bußgeld über 3000 Euro plus Verfahrenskosten.
Doch trotz solcher Extreme ist es um die Qualität von Lebensmitteln, Kosmetika und um die Hygiene in den Betrieben der Hersteller und des Handels gut bestellt, sagt Hanheide. Im Kreis gibt es 4700 Lebensmittelbetriebe, von denen 4100 kontrollpflichtig sind. In nur sechs Fällen wurde die Produktion aufgrund erheblicher Hygienemängel sofort verboten. Elf Betriebe machten nach der Prüfung freiwillig dicht, um die Mängel zu beseitigen. Nicht ganz das, was eigentlich drin sein sollte, findet sich immer wieder im Döner. Von 49 Proben wurden 22 beanstandet. Grund war der meist zu hohe Hackfleischanteil. Dazu kam die Verwendung von für Döner unüblichen Tierarten.
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