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Langenfeld/Monheim: Kampf ums Bürgermeister-Amt

VON JÖRG JANSSEN - zuletzt aktualisiert: 03.01.2009

Düsseldorf (RPO). Die Parteien rüsten zum Kampf um die Wählergunst. Wahrscheinlich bleiben ihnen nur noch fünf Monate, um Bürgermeister- und Ratskandidaten zu positionieren. Besonders spannend: das Rennen um die Rathaus-Chefsessel.

 Foto: RPO
Foto: RPO

Wenn die Sternsinger am Dreikönigstag ihre Runden hinter sich haben, drücken die Parteien in Monheim und Langenfeld auf einen besonderen, freilich unsichtbaren Start-Knopf. Voraussichtlich (siehe Info) nur noch fünf Monate bleiben den Politikern im Wettrennen um die heiß begehrten Wählerstimmen. In beiden Städten extrem spannend: die Bürgermeisterwahl. Beide Amtsinhaber treten ab. Eine Art kommunalpolitische Stunde Null, die neben vielen Chancen auch Risiken beinhaltet.

Monheim In Monheim stehen seit Mitte Dezember die drei Hauptkontrahenten fest. Neben den Lokal-Matadoren Ursula Schlößer (die Sozialdemokratin verließ nach der letzten Wahl ihre Heimat Erftstadt und zog nach Monheim) und Daniel Zimmermann (der intellektuelle Kopf der Jugendpartei Peto stammt aus der Gänselieselstadt und leistet seit langem eine viel beachtete Arbeit im Stadtrat) tritt der vor kurzem in einer denkbar knappen Kampfabstimmung als CDU-Kandidat gekürte Wülfrather Tim Brühland an.

Info

Gericht entscheidet

Der Landesverfassungsgerichtshof will am 4. Februar über die Zusammenlegung von Kommunal- und Europawahl entscheiden. 85 Abgeordnete von SPD und Grünen hatten Klage eingereicht. Innenminister Ingo Wolf (FDP) hatte Mitte Dezember den 7. Juni als Wahltag festgelegt. Oppositionspolitiker kritisieren das, weil die Amtsperiode der Mandatsträger erst am 20. Oktober endet.

Der junge Anwalt muss gleich an mehreren Fronten kämpfen: Er muss die Spaltung der Monheimer Christdemokraten überwinden; er muss sich den Bürgern in der Alten Freiheit erst einmal bekannt machen; er muss durch Charisma wett machen, dass viele ihn vorerst in die Schubladen „fremd“ und „Ex-Sozialdemokrat“ stecken.

Sein Mentor, der scheidende Bürgermeister Dr. Thomas Dünchheim, ist zwar zuversichtlich, dass „der das packt“. Aber die Herausforderung ist enorm. Erst recht, weil bei der Wahl der neuen Bürgermeister erstmals die einfache Mehrheit reicht. Will sagen: Im Zweifel (je nach dem, ob FDP und Grüne noch eigene Kandidaten ins Rennen schicken) können beispielsweise 31,4 Prozent reichen, um Schlößer (59), Zimmermann (27) oder eben Brühland (31) einen hauchdünnen Vorsprung zu bescheren. „Offener war es noch nie“, sagen selbst jene, die Brühland im internen Show-Down gegen Marion Prondzinsky bedingungslos unterstützt haben.

Foto: RPO

Langenfeld Nicht ganz so unkalkulierbar erscheint die Situation in Langenfeld. Der von Amtsinhaber Magnus Staehler und der Partei gekürte Immigrather CDU-Chef Frank Schneider (45) hat vor allem ein Problem: Er ist nicht bekannt genug. Der Familienvater muss den im Partei- und Vereinswesen weniger verwurzelten Bürgern der Stadt erst einmal klar machen, wer er ist und wofür er steht.

Gut für den langjährigen Staehler-Referenten: SPD und Grüne haben es versäumt, sich hinter verschlossenen Türen auf einen gemeinsamen Kandidaten zu einigen. Statt beispielsweise den bis hinein ins katholische Milieu breit verankerten „bürgerlichen“ Grünen Dr. Bernhard Ibold (41) gegen Staehlers „Assi“ ins Rennen zu schicken, leisteten sich Langenfelds Sozialdemokraten den Verschleiß honoriger Anwärter (so des Fraktionschefs Gerd-Peter Heinrichs). Am kommenden Donnerstag soll nun – ähnlich wie bei Monheims Christdemokraten – eine Kampfabstimmung klären, ob der 25-jährige Parteirevoluzzer Sascha Steinfels oder aber Awo-Cefin Birgit Mazocha (51) gegen Schneider und Ibold antritt.

Dass einer der beiden tatsächlich Schneider schlagen könnte, glauben nach den 2004 vorgelegten Ergebnissen des blassen Alt-Bundespräsidenten-Neffen Thomas Rau (er erreichte damals 19,1 Prozent) nur wenige Beobachter. Ein SPD-Strippenzieher: „Damit das in Langenfeld passiert, müsste die aktuelle Wirtschaftskrise eine Turbo-Dynamik entwickeln, wie ich sie mir im Sinne der Gemeinschaft kaum wünschen kann.“

Quelle: RP

 
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