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Monheim: Kandidaten-Karussell

VON JÖRG JANSSEN - zuletzt aktualisiert: 02.08.2008

Düsseldorf (RPO). Die offene Frage, ob Thomas Dünchheim 2009 noch einmal Monheimer Bürgermeister werden will, bringt das Parteiengefüge ins Wanken. Eigene Kandidaten von Peto und FDP könnten die CDU viele Stimmen kosten.

Will er oder will er nicht? – Bürgermeister Thomas Dünchheim.  Foto: RPO
Will er oder will er nicht? – Bürgermeister Thomas Dünchheim. Foto: RPO

Die Christdemokraten werden vorerst keinen eigenen Partei-Kandidaten gegen ihren möglicherweise 2009 nicht mehr antretenden Bürgermeister Dr. Thomas Dünchheim (die RP berichtete) aufbauen. Das sagte Stadtverbandschef Markus Gronauer gestern der RP. „Wir leben im Rheinland. Der eigentliche Wahlkampf beginnt nach Karneval und keinen Tag früher“, sagte der Parteiboss und fügte an: „Sollte eine Situation eintreten, in der wir mit jemand anderem als Thomas Dünchheim ins Rennen gehen müssten, reicht es im Zweifel, diesen Kandidaten im März öffentlich zu präsentieren.“

Mit der Vertagung der Debatte ins nächste Jahr zieht Gronauer die Konsequenzen aus der Ansage des Bürgermeisters, sich bis Neujahr nicht mehr zur Frage seiner Kandidatur zu äußern. „Wir können nicht im September den Bürgern einen CDU-Parteikandidaten präsentieren. Nur um ihn dann im Januar, wenn Dünchheim doch in Monheim bleibt, gleich wieder zu verbrennen“, benennt ein Parteifunktionär die Zwickmühle.

Info

Stamm vor Rückzug

Andrea Stamm (47), vierfache Mutter und vielen Bürgern als Vize-Bürgermeisterin und Grünen-Fraktionschefin bekannt, denkt über einen Rückzug aus dem Rat nach. Der RP sagte sie: „Wir Grünen sind alle ungefähr gleich alt, haben ähnliche Probleme mit den Kindern oder mit gebrechlichen Eltern, ähnlich gute Ausbildungen und eine fast identische Weltanschauung. Es ist an der Zeit, die personelle Basis unserer Partei zu erweitern und neue Leute in die erste Reihe zu bringen.“ Für sich schließt Stamm eine Bürgermeister-Kandidatur („symbolische Spielwiese“) aus. Im Übrigen tendiere sie dazu, 2009 nicht mehr für den Rat zu kandidieren.

Macht-Vakuum

Zur Erinnerung: Dünchheim (39) wird unterstellt, er bereite für 2009 einen finanziell lukrativen Wechsel in eine namhafte internationale Kanzlei vor. Bislang hat es der promovierte Volljurist unterlassen, dies wasserdicht zu dementieren und damit neue Spekulationen genährt. Ein Vakuum, das nun die kleineren Parteien zu Alleingängen anregt. So lässt Peto-Vordenker Daniel Zimmermann Interesse am Amt des Verwaltungschefs erkennen.

Und FDP-Fraktionschefin Dr. Doris Schröder-Weber erklärte der RP gestern: „Für den Fall, dass Dünchheim nicht antritt, denken wir über einen eigenen Bürgermeister-Kandidaten nach.“ Freilich will sich die Baumberger Anwältin nicht gedulden bis der Amtsinhaber die Katze irgendwann nach Silvester aus dem Sack lässt.

„Die Bürger und die Parteien bis Januar warten zu lassen, empfinde ich als Zumutung.“ Lege sich Dünchheim im September nicht fest, fühle sich die FDP frei auch unabhängig von seinen Plänen, einen eigenen Spitzen-Kandidaten zu präsentieren.

Mit „September“ bringt die liberale Frontfrau einen Zeithorizont ins Spiel, den zuletzt auch CDU-Fraktionsboss Günter Bosbach genannt hatte. „Der September“, so der Christdemokrat vor kurzem, sei „die äußerste Linie“ für das Offenhalten der Frage, mit wem die CDU im Juni 2009 ins Rennen um den Rathaus-Chefsessel geht. Dagegen zieht CDU-Mitte-Chefin Marion Prondzinsky-Kohlmetz, die selbst als Bürgermeister-Kandidatin gehandelt wird, eine andere Grenzlinie für den Kandidaten-Poker: „Thomas Dünchheim muss sich allerspätestens bis zum 2. Januar erklären. Das gebietet die Fairness gegenüber seiner Partei.“

Zu den wenigen, die Verständnis für den zweideutigen Kurs des Bürgermeisters haben, gehört die grüne Frontfrau Andrea Stamm (s. Info). „Es geht um eine Lebensentscheidung, die nicht zuletzt mit der Familie in aller Ruhe abgewogen werden muss. Dafür würde auch ich mir Zeit nehmen.“ SENFTOPF B 3

Quelle: RP

 
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