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Langenfeld: Kaufhaus wird Ladenzentrum

VON STEPHAN MEISEL - zuletzt aktualisiert: 04.07.2009

Düsseldorf (RPO). Ende Juli schließt Hertie, doch das Gebäude hat auch danach im Einzelhandel eine Zukunft. Die Eigentümerfamilie nimmt selber viel Geld in die Hand. Projektentwickler Rainer Molitor erläuterte die Umbaupläne.

Langenfelds zentrales Kaufhaus wird sich – auch äußerlich – verändern. Ende des Monats zieht Hertie aus, und schon in einigen Wochen soll der Umbau zu einem Ladenzentrum beginnen.  Foto: RPO
Langenfelds zentrales Kaufhaus wird sich – auch äußerlich – verändern. Ende des Monats zieht Hertie aus, und schon in einigen Wochen soll der Umbau zu einem Ladenzentrum beginnen. Foto: RPO

Der Räumungsverkauf ist in vollem Gange, Ende des Monats wird das Hertie-Kaufhaus in der City nach Angaben von Filialleiter Rainer Schulz schließen. 28 von insgesamt 45 Angestellten, die zum 1. August ihren Arbeitsplatz verlieren werden, haben das Hilfsangebot aus dem Rathaus genutzt und ihr Bewerberprofil für einen beruflichen Neuanfang auf die städtischen Internet-Seiten gestellt. Vielleicht kehrt der Eine oder die Andere ja sogar einmal zum Warenverkauf in das Gebäude zurück. Wie bereits berichtet, will es der in den USA wohnende Eigentümer Rolf Sass aufwändig umbauen lassen und als neues Ladenzentrum Ende Oktober 2010 eröffnen. Im Gespräch mit der RP erläuterte der Sass-Generalbevollmächtigte Rainer Molitor das Vorhaben.

Info

Jandus GmbH

Rainer Molitor ist Generalbevollmächtigter von Rolf Sass, dem das Langenfelder Kaufhaus gehört und der in den USA wohnt.

Molitor ist Geschäftsführer und Gesellschafter der Jandus-Unternehmensgruppe GmbH (Düsseldorf) und hat als Projektentwickler deutschlandweit schon beim Bau etlicher Ladenzentren und Einkaufspassagen mitgewirkt; unter anderem in Dormagen, am S-Bahnhof Düsseldorf-Hellerhof, in Bergisch Gladbach, Rheine, Andernach und Schwäbisch Hall.

"Wir werden das Kaufhaus so umbauen, dass vier bis fünf größere Einzelhandelsunternehmen darin Läden eröffnen können", sagte Molitor. Die beiden heutigen Verkaufsebenen im Unter- und Erdgeschoss mit etwa 4500 Quadratmeter Ladenfläche werden auch künftig genutzt. Namen von Handelsketten, die nach dem Umbau einen Laden beziehen möchten, wollte Molitor vor den jeweiligen Vertragsabschlüssen nicht nennen. Immerhin deutete der Gesellschafter und Geschäftsführer der mit Projekten dieser Art (siehe Infokasten) erfahrenen Jandus-Unternehmensgruppe GmbH an, dass unter anderem ein überregional tätiger Textilfilialist interessiert sei. Gut möglich, dass sich zudem eine gravierende Lücke in der innerstädtischen Sortimentspalette schließen wird. Molitor: "Wir stehen in intensiven Gesprächen mit einem Sportartikel-Händler." Nach RP-Informationen soll sich im Untergeschoss auch ein Lebensmittelmarkt ansiedeln.

"Viel Geld für Umbau nötig"

Noch vor Wochen schien es so, dass der Investor TKN, der das benachbarte Marktkarree errichtet hatte, die Hertie-Immobilie erwerben und beide Gebäude etwa über eine gläserne Brücke miteinander verbinden würde. "Wir hätten das auch gerne gemacht", sagte TKN-Geschäftsführer Miro Vorbauer der RP. Aber nach längerer Prüfung der Bausubstanz habe sein Unternehmen von den Plänen Abstand genommen. "Es ist doch sehr viel Geld für einen Umbau nötig. In Anbetracht dessen gingen beim Kaufpreis unsere Vorstellungen und die des Eigentümers doch sehr weit auseinander." Gleichwohl sei es für TKN als Marktkarree-Betreiber sehr wichtig, "dass in unserer Nachbarschaft etwas Vernünftiges entsteht."

Molitor bestätigte den hohen Aufwand bei dem im Frühherbst startenden Umbau des 40 Jahre alten Kaufhauses. "Es wird so entkernt, dass es ein Rohbau ist." Optisch werde das Gebäude künftig höher wirken, denn die niedrigeren Seitenteile werden um eine zusätzliche Parkebene mit etwa 90 Stellplätzen aufgestockt. Zur Fassadengestaltung wollte sich Molitor noch nicht näher äußern. "Im Sockelbereich wird wohl Naturstein verwendet werden." Weiterhin soll das neue Ladenzentrum zur Solinger Straße hin ausgerichtet sein. "Wir werden die Zugänge zu den Läden aber deutlicher markieren als das bei Hertie der Fall ist." Zudem soll der Zugang an der Ganspohler Straße größer und somit ein einladender gestaltet werden.

"Für diesen Nebeneingang werden wir eine kleine städtische Teilfläche verkaufen", sagte Bürgermeister Magnus Staehler, der die Bedeutung einer raschen Nachfolgenutzung herausstrich. Wie er bewertete auch der städtische Chefplaner Hans-Otto Weber das greifbar nahe Projekt einerseits als Beleg für die Attraktivität des Standorts, andererseits als Bestätigung für die wegen der ungewissen Hertie-Zukunft frühzeitig eingeleiteten Gespräche. In diesen Lobgesang stimmte gestern auch der scheidende Hertie-Filialleiter Rainer Schulz ein: "Toll, dass an dieser für den Handel wirklich traumhaften Stelle für Kunden wieder etwas Tolles entsteht."

Quelle: RP

 
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