Langenfeld/Monheim: "Kinder sind wissbegierig"
zuletzt aktualisiert: 26.01.2009Düsseldorf (RPO). Gute Idee mit Schwachstellen
Neben Deutsch, Mathe und Erdkunde steht für die Erstklässler ab dem zweiten Schulhalbjahr auch Englisch auf dem Lehrplan. In zwei zusätzlichen Unterrichtsstunden pro Woche werden die jüngsten der insgesamt knapp 280 Schüler der Grundschule am Lerchenweg in der Fremdsprache unterrichtet. RP-Mitarbeiter Dorian Audersch sprach mit Schulleiter Achim Nöhles.
Wie wurden Ihre Kollegen auf den Englischunterricht in der ersten Klasse vorbereitet?
Nöhles Vereinzelt gab es vorbereitende Schulungen, in denen Ideen für den Unterricht gesammelt wurden. Doch die Englischlehrer, die wir bereits an der Schule haben, unterrichten seit mehreren Jahren Dritt- und Viertklässler in diesem Fach. Für die erfahrenen und fachlich geschulten Kollegen ist es daher kein Problem, die Lerninhalte auf die Fähigkeiten von Erstklässlern umzustellen. Es wird aber auch weitere Fortbildungen geben, wenn die Kollegen die ersten Unterrichtserfahrungen mit den Erstklässlern gemacht haben.
Wie läuft der Englisch-Unterricht in der ersten Klasse an Ihrer Schule ab?
Nöhles Es wird in den Stunden kaum gelesen oder geschrieben, sondern hauptsächlich gesprochen. Handpuppen können ein gutes Mittel sein, um die Kinder mit der Sprache vertraut zu machen. Es gibt dafür auch einige Kurzfilme, Hör-CD's, Bild- und Wortkarten und verschiedene Rollenspiele. Der Zugang zu der neuen Sprache ist in erster Linie spielerisch. Der Unterricht findet nach Möglichkeit komplett in Englisch statt. Es ist wichtig, dass die Kinder die Sprache hören und auch verstehen lernen. Das Schreiben und Lesen kommt erst später auf den Lehrplan.
Kritiker der Neuregelung befürchten bei den zusätzlichen Unterrichtsstunden in der Woche eine Überforderung der Kinder. Was sagen sie dazu?
Nöhles So früh wie möglich mit dem Englisch-Unterricht zu beginnen ist grundsätzlich der richtige Weg. Das Interesse seitens der Kinder ist da, sie lernen schnell, hören gut zu und sind wissbegierig. Die bisherigen Erfahrungen mit dem Englischunterricht an unserer Schule sind daher positiv. Für Kinder mit Migrationshintergrund kann die neue Sprache allerdings überfordernd sein, da sie neben Englisch unter Umständen auch Deutsch zunächst als Fremdsprache kennen lernen. Wie hoch die zusätzlichen Belastungen tatsächlich sind, wird die Zukunft zeigen.
Die Grundschullehrer bewerten den Englischunterricht für Erstklässler durchweg positiv. Die natürliche Aufgeschlossenheit von Kindern in dem Alter zu nutzen, um eine Fremdsprache zu lehren, ist offenbar eine gute Idee der Landesregierung. Allerdings gibt es auch einige Schwachstellen in der neuen Regelung. Bisher gab es kaum Angebote zur Fortbildung der betroffenen Grundschullehrer, und die Abstimmung mit den Lehrplänen der weiterführenden Schulen hakt ebenfalls. Die Schüler sollten in der fünften Klasse auch dort anfangen können, wo sie in der Grundschule aufgehört haben. dora
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