Monheim: Kommt Gemeinschaftsschule?
VON PETRA CZYPEREK - zuletzt aktualisiert: 29.04.2011Düsseldorf (RPO). Am Dienstag trifft sich die Lenkungsgruppe Schulen, um über die Zukunft der Hauptschule nachzudenken. Alternativen sind Gemeinschafts- oder Verbundschule. "Wir haben uns noch nicht festgelegt", sagt Zimmermann.
Die Monheimer Schullandschaft wird sich bald grundlegend verändern. Wie aus gut unterrichteten Kreisen zu hören ist, wünscht sich die Verwaltung mit Bürgermeister Daniel Zimmermann an der Spitze eine Gemeinschaftsschule am jetzigen Standort der Lise-Meitner-Realschule.
Grund für die Überlegungen sind die stark rückläufigen Schülerzahlen an der Hauptschule. Die Errichtung einer Gemeinschaftsschule in Monheim, so die große Sorge von Insidern, würde die Auflösung der wenig nachgefragten Anton-Schwarz- und der gut funktionierenden Realschule bedeuten.
17 Anmeldungen
Aktuell haben sich nur 17 Kinder für die Hauptschule entschieden. Zu wenige für die Bildung einer fünften Klasse. Im Vorjahr sind es noch 30 Mädchen und Jungen gewesen. Bereits in der jüngsten Schulausschuss-Sitzung hatten Uwe Trost (Fachbereich Schulen) und SPD-Politiker Jens Geyer dringenden "Handlungsbedarf" angemahnt. Vor den Osterferien gab es einen ersten Termin der Lenkungsgruppe Schulen zu diesem Thema.
Alternativen
Gemeinschaftsschule Der Modellversuch ist eines der wichtigsten schulpolitischen Projekte von NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne). Ziel ist es, gemeinsames Lernen länger offen zu halten und mehr Schüler zu höheren Abschlüssen zu führen. Die Gemeinschaftsschule entsteht in der Regel durch die Zusammenführung bestehender Schulen. Der Unterricht erfolgt in den Klassen fünf und sechs in integrierter Form. Die Schule bekommen mehr Fördermittel und eine bessere Lehrerversorgung als eine Haupt- bzw. Realschule.
Verbundschule In vielen Städten sind die Anmeldezahlen der Hauptschulen so gering, dass ihr Fortbestand gefährdet ist. Sie bilden dann mit einer Realschule eine organisatorische Einheit. Man nutzt gemeinsame Ressourcen, arbeitet aber ansonsten eng mit den entsprechenden Lehrplänen der jeweiligen Schulform.
Am kommenden Dienstag werden die Beratungen fortgesetzt. Eingeladen sind Ruth Küpperbusch-Jones, Leiterin der Anton-Schwarz-Hauptschule, sowie die Leiter des Otto-Hahn-Gymnasiums, der Peter-Ustinov-Gesamtschule und der Lise-Meitner-Realschule. Schulexperten der Bezirksregierung werden Alternativen vorstellen und erläutern. Denkbar wäre neben der Gemeinschaftsschule – wie sie die rot-rot-grüne Landesregierung in NRW im Schulversuch ermöglicht – auch eine Verbundschule, sagte Bürgermeister Daniel Zimmermann gestern auf Anfrage.
"Wir haben uns noch nicht festgelegt." Welches Modell er als Bürgermeister favorisiert, mochte er öffentlich nicht kundtun. Selbst wenn die Anton-Schwarz-Schule die für eine Eingangsklasse notwendigen 18 Anmeldungen bekomme, werde sich diese Schulform nicht halten lassen, ist Zimmermann sicher. Der Stadtrat soll zwar noch vor den Sommerferien eine Entscheidung treffen, dennoch müsse eine neue Monheimer Lösung nicht sofort umgesetzt werden. Sie könne auch in einem der Folgeschuljahre kommen.
Für den Übergang denke man darüber nach, die in Monheim angemeldeten Mädchen und Jungen auf die beiden Langenfelder Hauptschulen zu verteilen, erklärte der Bürgermeister.
Gesamtschule besuchen
Hatte Ruth Küpperbusch-Jones erst kürzlich erklärt, dass sie ihre Schüler mittelfristig in eine Gesamtschule oder einen verwandten Schultyp überführen würde, wenn sie darüber entscheiden könnte, sagt Norbert Erven (Lise-Meitner-Realschule): "Ich sehe momentan keine Notwendigkeit, die Schullandschaft in Monheim zu verändern."
Die 17 Schüler, die auf die Hauptschule gehen wollen, könnten gut die Gesamtschule besuchen, merkt er an. Die Realschule habe sich über 40 Jahre lang bewährt und in diesem Jahr 91 Anmeldungen (61 im Vorjahr) erhalten. Errichte man in Monheim einen neuen Schultyp, wirke sich dies auch auf Langenfeld aus, ist der Pädagoge überzeugt. Deshalb müsse eine Entscheidung mit der Nachbarstadt abgestimmt werden.
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