Monheim: LEG verkauft: Drohen nun Miet-Erhöhungen ?
zuletzt aktualisiert: 12.06.2008Düsseldorf (RPO). „Es ist noch zu früh, etwas dazu zu sagen. Ich weiß aber, dass das Land Sozialklauseln in den Vertrag eingebaut hat, die die Mieter weitgehend schützen.“ So kommentierte Bürgermeister Dr. Thomas Dünchheim den gestrigen Verkauf der landesweit 93 000 LEG-Wohnungen an den Immobilienfonds der amerikanischen Investmentbank Goldman Sachs, Whitehall Real Estate Funds. Mit dem Berliner Viertel (rund 3200 Mietwohnungen mit über 10 000 Bewohnern) und der Siedlung Baumberg Ost (rund 800 Wohnungen mit etwa 4000 Bewohnern) ist die LEG im Stadtgebiet der weitaus größte Anbieter auf dem Wohnungsmarkt.
Martin Belger zeigte sich denn auch skeptisch. „Wir im Berliner Viertel sind eine Perle im Bereich der LEG, deshalb werden die mit dem Verkauf der Wohnungen hier bei uns beginnen“, glaubt der Vorsitzende des LEG-Mieterbeirates im Berliner Viertel. Wenn das geschehe, würden viele ihre Wohnungen verlassen müssen, weil sie die zu erwartenden steigenden Mieten nicht zahlen könnten. „Schade ist auch, dass alle von der LEG gesponsorten Veranstaltungen wie das Septemberfest, die hier dem Gemeinwohl dienen, jetzt wohl wegfallen werden.“
Dass ältere Mieter ab 60 Jahren bei Whitehall ein lebenslanges Wohnrecht erhalten sollen, beruhigt Belger nicht. „Wenn der neue Besitzer erstmal mit einer Luxussanierung startet, sind die Wohnungen für die jetzigen Mieter nicht mehr erschwinglich.“ Belger weist darauf hin, dass der neue Eigentümer nur zwei Prozent aus dem Gesamtbestand der LEG-Wohnungen im Jahr verkaufen dürfe. „Wenn das so ist, könnte er versuchen, das Berliner Viertel quasi komplett an den Mann zu bringen.“
„Wer will die Häuser denn haben?“
Werner Schmitz, der zusammen mit seiner Lebensgefährtin Hannelore Beier an der Plötzenseer Straße bewohnt, sieht es gelassener. „Ich habe schon mal vor der Situation gestanden, dass meine Wohnung im Berliner Viertel verkauft wurde. Da ich aber länger als zehn Jahre Mieter war, konnte man mich nicht so einfach raussetzen. Das gilt auch für meine Partnerin, die ihren Mietvertrag seit 1991 hat.“ Er könne sich zudem nicht vorstellen, dass jemand die Häuser an der Plötzenseer Straße haben wolle: Die seien „marode, nicht isoliert und nie von der LEG renoviert worden. Wenn man da mal vor den Fensterrahmen tritt, fliegt der ohne weiteres ’raus“.
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