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Langenfeld: Lehrer diktieren Schulwahl

VON STEFANIE MERGEHENN - zuletzt aktualisiert: 27.01.2007

Düsseldorf (RPO). Die Anmeldungen für die weiterführenden Schulen laufen. Die Empfehlung, die alle Viertklässler jetzt auf ihren Halbjahreszeugnissen vorfanden, gilt ab sofort als verbindlich. In Streitfällen entscheidet ein Probeunterricht.

Schlaue Schüler werden häufiger zu Vegetariern als durchschnittlich intelligente.  Foto: RPO
Schlaue Schüler werden häufiger zu Vegetariern als durchschnittlich intelligente. Foto: RPO

langenfeld / monheim „Die haben da sogar eine Fußball-AG!“ Patrick ist ganz begeistert von seinem ersten Besuch an der Bettine-von-Arnim-Schule. Noch ist der Neunjährige in der Grundschule, doch schon jetzt wurden die Weichen gestellt. Denn die Halbjahreszeugnisse, die vor einer Woche verteilt wurden, haben für die Viertklässler eine besondere Bedeutung: Sie enthalten die Empfehlung für eine weiterführende Schulform – ein Gutachten, das erstmals verbindlich gilt.

Patrick wird für die Realschule vorgeschlagen – ein Votum, dem sich seine Mutter Annette Dörscheln anschließen kann. Dennoch möchte sie zunächst Patricks Chancen an der für alle Schüler optionalen Gesamtschule testen. „Ich finde es schwierig, jetzt schon eine Entscheidung für die komplette Schullaufbahn zu treffen.“

So endgültig müsse die Entscheidung nicht sein, hält Dr. Hagen Bastian dagegen. „Das mehrgliedrige Schulsystem ist durchaus durchlässig“, betont der Schulleiter des Otto-Hahn-Gymnasiums. Dass es auch für Nicht-Gymnasiasten Aufstiegschancen gebe, belegt er mit Zahlen: Zwischen 30 und 40 Schüler wechseln pro Schuljahr nach der Mittleren Reife doch noch ans OHG, um dort überwiegend erfolgreich ihr Abitur zu machen. Hingegen scheitern von den 150 neuen Pennälern nach der Erprobungsphase in der fünften und sechsten Klasse nur sechs bis acht pro Jahr.

Info

Heute offene KAG-Tür

Das Konrad-Adenauer-Gymnasium können alle Viertklässler und deren Eltern am heutigen Samstag kennenlernen. Der Tag der offenen Tür beginnt um 9.30 Uhr in der Aula im Hauptgebäude. Die künftigen Fünftklässler gehen von da aus in den Mitmachunterricht, während die Eltern von verschiedenen Fachlehrern und Organisationen informiert werden. Ende: gegen 12.30 Uhr.

Am Samstag, 3. Februar, öffnet das Otto-Hahn-Gymnasium seine Tür. Vom 21. bis 23. Februar finden in Monheim die Anmeldungen für die Klassen 5 und 11 statt – jeweils von 9-12 Uhr und 14-18 Uhr.

Das erstmals verbindliche Grundschulgutachten sieht Bastian indes nicht unkritisch: „Durch die mögliche Formulierung ,eingeschränkt geeignet’ werden wir uns trotzdem wieder mit ehrgeizigen Eltern befassen müssen, die ihr Kind lieber am Gymnasium als an der Realschule sehen, obwohl es dort besser aufgehoben wäre.“ Doch nur, wenn der Elternwille ganz anders ausfällt als die Empfehlung des Grundschullehrers, gibt es erstmals den sogenannten Prognose-Unterricht. Dazu werden alle betroffenen Schüler dem federführenden Kreis-Schulamt gemeldet, das zentral einen dreitägigen Probeunterricht von Lehrern der Primar- und Sekundarstufe organisiert, der den Ausschlag gibt.

In der Grundschule am Lerchenweg wurden kaum „eingeschränkte Empfehlungen“ ausgesprochen. Schulleiter Achim Nöhles ist es „wichtiger, dass das Kind Aussicht auf Erfolg hat“. Die Eltern-Gespräche, die im November vergangenen Jahres den Halbjahreszeugnissen vorausgingen, seien denn auch recht einvernehmlich verlaufen. „Vielen Eltern ist allerdings eine umfassende Würdigung des Sozialverhaltens wichtig, um vor allem Kindern mit einer Hauptschul-Empfehlung die Chance auf die Gesamtschule zu wahren.“

Wie Anne Rees in Wiescheid, die sich eine etwas differenziertere Beurteilung ihrer Tochter gewünscht hätte: „Tabita hat ein sehr gutes Sozialverhalten.“ Nun wartet die Zehnjährige gespannt auf Post von der Bettine-von-Arnim-Schule, wo zwei Lehrer ein intensives Gespräch mit ihr geführt haben. Knapp 400 Kinder haben sich auf die 180 Plätze beworben. „Die Felix-Metzmacher-Schule wäre auch in Ordnung“, sagt Tabitas Mutter.

Auch Michael Schlemminger-Fichtler kann den interessierten Gesamtschülern nur 180 Plätze anbieten. „47 Prozent aller Monheimer Viertklässler haben sich bereits bei uns angemeldet“, berichtet der Direktor der Peter-Ustinov-Gesamtschule, der schon erlebt hat, dass Eltern ihren vermeintlichen Anspruch bei der Bezirksregierung eingeklagt haben. Unproblematischer lief es in den Monheimer Familien Külbach und Günther ab: Jana und Cora erhielten beide eine Empfehlung fürs Gymnasium – uneingeschränkt. KOMMENTAR

Quelle: RP

 
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