Monheim: Leichte Missklänge beim DKSB
VON STEFANIE MERGEHENN - zuletzt aktualisiert: 15.03.2008Düsseldorf (RPO). Während sich die Monheimer Ortsgruppe des Kinderschutzbundes mit dem vor einem Jahr gewählten neuen Vorstand wieder auf die Kernaufgaben besonnen hat, übt eine ehemalige Ehrenamtlerin jetzt Manöverkritik.
Die Querelen und Auflösungserscheinungen vergangener Zeiten schienen eigentlich vorbei: Seit einem Jahr lenkt ein neuer Vorstand die Geschicke des Deutschen Kinderschutzbundes (DKSB) Monheim, akquiriert Sponsoren, wirbt neue Mitglieder – inzwischen sind es insgesamt an die 80. „Wir arbeiten in gegenseitiger Achtung – ob im Umgang mit ratsuchenden Kindern und Eltern oder in Zusammenarbeit mit unseren Mitarbeiterinnen“, ist auf der Homepage des Ortsvereins zu lesen.
„Ich bin richtig gemobbt worden“
Doch genau das ist eine Aussage, mit der sich Christine Kirsch so gar nicht mehr identifizieren mag. 17 Jahre lang war die Mutter zweier inzwischen erwachsener Kinder ehrenamtlich beim DKSB Monheim aktiv – zeitweilig auch im Vorstand –, hat Spielgruppen gegründet und geleitet. Mit der Wahl des neuen Vorstandes, der ihr „zu polit-lastig“ war, begannen die Auseinandersetzungen. „Ich bin von einem Vorstandsmitglied und der Leiterin des Kindercenters regelrecht gemobbt worden“, behauptet Kirsch.
Petra Anstatt, die die Einrichtung an der Heinestraße seit acht Jahren leitet, möchte zu den Vorwürfen nichts sagen. Nur so viel: „Es war kein Mobbing.“ Aber wohl mehr als bloßer „Zickenterror“: Außer dem Kompetenzgerangel zwischen der fest angestellten Erzieherin und der routinierten Ehrenamtlichen habe es finanzielle Unregelmäßigkeiten gegeben, heißt es aus dem erweiterten Vorstand. „Die da jetzt drin sitzen, wissen gar nicht, was unsereins in all den Jahren geleistet hat“, hält Kirsch dagegen. Für sie sei es beispielsweise „ganz schlimm gewesen, im Dezember erstmals nicht bei der von mir vor 15 Jahren ins Leben gerufenen Nikolausfahrt dabei gewesen zu sein“.
Kinderschutzbund
Vorstand: Ronald Sommer (Vorsitzender), Anne-Kathrin Paulick und Gisela Deckers (Stellvertreterinnen), Marcel Schäfer (Kassenwart) und Alexandra Dieterle (Schriftführerin) sowie zwei Kassenprüfer und fünf Beisitzer.
Mitgliedsbeitrag: 30 Euro/Jahr für Einzelpersonen, 40 Euro / Jahr für Familien
Angebote im DKSB-Kindercenter an der Heinestraße 4: Montags bis freitags zwischen 9 und 12 Uhr Mini-Club für Kinder ab zwei Jahren ohne Eltern (steht auch Nicht-Mitgliedern offen und kostet 2,50 Euro/Stunde) sowie zwei Nachmittags-Spielgruppen für Ein - bis Zweijährige mit ihren Eltern.
Infos unter Tel. 5 47 42 oder www. kinderschutzbund-monheim.de
Gesprächs-Ansinnen unbekannt
Denn zuvor war sie nach eigenem Bekunden „gegangen worden“. Ein klärendes Gespräch, das sie mit dem DKSB-Vorsitzenden habe führen wollen, hätte es zu ihrem Bedauern nicht gegeben. Von einem entsprechenden Ansinnen weiß Ronald Sommer freilich nichts. Zwar habe er im vergangenen Sommer aus persönlichen Gründen einige Zuständigkeiten delegieren müssen – der Baumberger Familienvater ist nicht nur DKSB-Vorsitzender, sondern auch Mitglied der Mittelstandsvereinigung, stellvertretender Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes und Beisitzer im Verein „Tischlein deck dich“.
Doch ein Mobbing-Vorwurf wäre ihm „mit Sicherheit“ zu Ohren gekommen. „In meiner früheren Firma war ich sogar Ansprechpartner für Kollegen, die davon betroffen waren“, betont der heute selbständige EDV-Kaufmann. Gleichwohl müsse es Gespräche geben, wie das Kindercenter noch besser funktionieren könne. Bei der Vorstandssitzung in der kommenden Woche dürfte beispielsweise die avisierte Kooperation mit einem Partner aus dem Monheimer Süden ein Thema sein.
Ob es dann auch um die Vorwürfe der „geschassten“ Ex-Ehrenamtlichen gehen wird? Marion Prondzinsky will lieber nach vorne schauen. „Wir sind auf einem guten Weg“, erklärt die Beisitzerin. Neue Spielgruppen seien gegründet worden, große Monheimer Firmen und viele „kleine“ Spender würden die wichtige Arbeit unterstützen. Für Christine Kirsch, die immer noch Mitglied des DKSB ist, ist das letzte Wort noch nicht gesprochen: Sie blickt schon jetzt der Jahreshauptversammlung im April entgegen.
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