Langenfeld: Mack-Kunst mal drei
VON STEPHAN MEISEL - zuletzt aktualisiert: 21.10.2008Düsseldorf (RPO). Der weltweit renommierte Maler und Bildhauer Prof. Heinz Mack, dessen 16 Meter hohe Stele demnächst im zweiten Anlauf in Langenfeld fest installiert wird, stellt ab Freitag bis zum 23. Dezember Gemälde und Grafiken aus.
Noch ein, zwei Wochen werden vergehen, bis das 16 Meter hohe Kunstwerk „Großer vertikaler Rhythmus“ von Prof. Heinz Mack (77) im zweiten Anlauf endlich vor der Stadt-Sparkasse an der Solinger Straße aufgestellt wird.
Bekanntlich krachte die zwölf Tonnen schwere Stele beim Erstversuch am 1. September aus zehn Meter Höhe zu Boden, weil die Haltevorrichtung für die Kräne nicht richtig verschraubt war, und ist seither in der Reparaturwerkstatt. Wer es nicht mehr abwarten kann, endlich Mack-Kunst in Langenfeld zu sehen, wird vom Wochenende an bestens bedient.
In einer Doppelausstellung präsentieren bis zum 23. Dezember der Kunstverein Langenfeld Gemälde und die Sparkasse Grafiken von Heinz Mack. Der 77-Jährige wird mit seiner Ehefrau bei der Vernissage am Freitagabend anwesend sein.
Professor Heinz Mack
Geboren: 8.3.1931 im hessischen Lollar.
Werdegang: Staatsexamen an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf (1953) sowie in Philosophie an der Universität Köln (1956). Mit Otto Piene Gründung der Gruppe Zero in Düsseldorf (1957). Weltweit zahlreiche Ausstellungen.
In Gesprächen Mack überzeugt
Die Aufstellung der etwa 600 000 Euro teuren, über Sparkassenstiftung und Stadtwerke finanzierten Stele war laut Felix Fehlau Auslöser dieser Werkschau. „Seit dem Frühjahr führten wir mit Professor Mack hierüber Gespräche“, berichtete der Vorsitzende des Kunstvereins.
„So ein international renommierter Künstler wie er musste schon überzeugt werden, bevor er Werke außerhalb von Museen zur Verfügung stellte.“ Doch der Hinweis auf die im vereinseigenen Raum im Kulturzentrum in der Vergangenheit bereits realisierten Bilderschauen von Künstlern wie Otto Herbert Hajek oder Otmar Alt habe als Argumentationshilfe gefruchtet.
„Wir sind sehr froh, über unsere Bürgerstiftung diese beiden Ausstellungen nach Langenfeld holen zu können“, merkte Sparkassendirektor Lothar Marienhagen an. „Es bietet sich ja an, begleitend zur Aufstellung der Stele auf dem Podest vor unserem Hause den Bürgern Macks künstlerisches Wirken auf diese Weise näher zu bringen.
Der Schwerpunkt der bei uns gezeigten Bilder liegt auf den 1980er-Jahren.“ Wie viele und welche Werke des in Mönchengladbach und auf Ibiza wohnenden Malers und Bildhauers (siehe Infokasten) zu sehen sein werden, stand gestern laut Fehlau und Marienhagen noch nicht abschließend fest.
Die Gemäldeschau im Kunstraum hat den Titel „Farbe und Rhythmus“. Nach Fehlaus Worten sollen die Bilder - je nach Stückzahl - womöglich auch an Stellwände gehängt werden. Die Grafiken in der Hauptstelle der Sparkasse werden während der Schalterzeiten in der umlaufenden Galerie im ersten Obergeschoss zu sehen sein.
Später auch Piene und Uecker?
Fehlau äußerte gestern den Wunsch, nach der Mack-Schau auch Werke von Otto Piene und Günther Uecker in Langenfeld zu präsentieren. Mit diesen beiden zeitgenössischen Künstlern prägte Mack in den 1950/60er-Jahren die von ihm mitgegründete Zero-Gruppe.
Mack experimentierte in dieser Phase mit Silberfolien, Spiegeln und Reliefs, in denen das Licht für Reflexionen sorgte und das Bild in ständiger Bewegung hielt. Indes entwickelte sich Mack immer weiter, sein vielseitiges Gesamtwerk umfasst gleichermaßen Skulpturen, Malerei, Zeichnungen, Grafik, Fotografie, die Gestaltung von Plätzen und Räumen (auch Kirchenräumen), Bühnenbilder, Mosaike sowie Keramik.
Den Anspruch einer umfassenden Werkschau könne die Langenfelder Doppelausstellung natürlich nicht erheben, betonte Fehlau. Seine Stellvertreterin Razeea Lindner verspricht sich durch die auch überregional beachtliche Schau für den Kunstverein mit seinen 110 Mitgliedern einerseits weiteren Zulauf, andererseits für die darin mitwirkenden heimischen Künstler eine große Anregung.“
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