Langenfeld: Mandat wie kein zweites mehr „Alltag läuft rund“
zuletzt aktualisiert: 20.12.2006Düsseldorf (RPO). Ein Mandat, wie man es nur einmal im Leben erlebt: So schätzt die Monheimer Anwältin Doris Schröder-Weber den von ihr betreuten Fall der Familie Stenmans ein. Damit dürfte die Juristin wohl Recht behalten. Seit Jahren schwebt das Damoklesschwert der Zerschlagung über einem Engagement, das viele – darunter Lehrer, Pfarrer, Gutachter – als vorbildlich kennzeichen. Doch die Justizmühlen mahlen bekanntlich langsam und manchmal auch verquer. Das zerrt unnötigerweise an den Nerven der Kinder. Es gibt für Heranwachsende kaum etwas Schlimmeres als mit der Unsicherheit leben zu müssen, vielleicht schon bald kein richtiges Zuhause mehr zu haben.
Sicher kann man einwenden, ob eine Maxi-WG wirklich das richtige Modell ist. Auch mag der ein oder andere beim Stichwort Äthiopien an den Weg von Karl-Heinz Böhm denken, der auf Hilfe im Land selber setzt. In der Tat können nicht alle afrikanischen oder südamerikanischen Slum-Kinder nach Deutschland geholt werden, um hier ein besseres Leben zu beginnen.
Dennoch: Dass aus dem Geist christlicher Nächstenliebe geborene Engagement des Ehepaares Stenmans hat eine andere Würdigung verdient, als sie sich derzeit vor dem Euskirchener Amtsgericht abspielt. Dafür spricht auch die Zusicherung des dort zuständigen Jugendamtes, dass auf keinen Fall handeln will bevor nicht das Oberlandesgericht in der zu erwartenden Revision sein Urteil gesprochen hat. So schlimm kann es also um das Kindeswohl gar nicht bestellt sein! Bleibt zu hoffen, dass für Doris Schröder-Weber und „ihre“ Kinder das neue Jahr mit einer frohen Botschaft beginnt. JÖRG JANSSEN
Monheim (jj) Zu den Hauptkritik-Punkten am Stenmans-Modell zählt die Größe des auf vier Häuser verteilten integrativen Verbandes, in dem auch einige Behinderte leben. Kann bei 30 Adoptivkindern jeder wirklich genug Fürsorge bekommen? Doris Schröder-Weber ist davon überzeugt. „Zum einen hat das Ehepaar einen perfekten Ausbildungshintergrund. Zum anderen sind die ältesten der so genannten Kinder selbst schon an die 30 Jahre alt und verfügen ihrerseits über Ausbildungen im sozialen bzw. erzieherischen Bereich. Mein Eindruck ist der beste: Mahlzeiten, Musikschule am Nachmittag, Freunde treffen, Hausaufgaben machen, Bildungsreisen für die Älteren nach Amerika: Das läuft alles super-rund.“
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