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Langenfeld: Maskierter überfiel Sparkasse

VON STEPHAN MEISEL - zuletzt aktualisiert: 10.03.2010

Düsseldorf (RPO). Ein etwa 50 Jahre alter Mann, der eine venezianische Karnevalsmaske trug und mit einer Pistole drohte, erbeutete in der Zweigstelle an der Hardt mehrere tausend Euro. Er flüchtete mit einem Fahrrad.

Mehrere tausend Euro hat Dienstagmorgen ein maskierter Räuber bei einem bewaffneten Überfall in der Sparkassen-Filiale an der Hardt erbeutet. Allerdings wird er dieses Geld kaum ausgeben können. Ein nach RP-Informationen bei seiner Flucht ausgelöstes Sicherheitspaket in den Geldschein-Bündeln dürfte die Banknoten gefärbt und somit unbrauchbar gemacht haben. Der Unbekannte flüchtete auf einem Fahrrad in Richtung Hans-Sachs-Weg, wo sich seine Spur verlor.

Nach Angaben der Polizei hatte der mit einer weißen venezianischen Karnevalsmaske vermummte Ganove gegen 9.30 Uhr den Kassenraum betreten, in dem sich fünf Sparkassen-Mitarbeiter und fünf Kunden aufhielten. Er richtete eine schwarze Pistole auf den 36-jährigen Filialleiter und forderte Geld. Eine 46-jährige Kassiererin händigte dem Räuber die gebündelten Scheine aus. Mit dieser Beute lief er - ohne einen Schuss abgegeben zu haben - aus dem Kassenraum auf die Straße Hardt.

Info

Belohnung ausgesetzt

Die Stadt-Sparkasse Langenfeld hat eine Belohnung in Höhe von 1000 Euro für Hinweise ausgelobt, die zur Ergreifung des Täters führen.

Hinweise Polizei, Tel. 288-6510.

Schwerfällige Gangart

Dabei fiel Zeugen eine deutlich schwerfällige Gangart des Ganoven auf. Weil er sich draußen die Maske vom Gesicht riss, bevor er sich auf ein vor der Bank abgestelltes älteres Fahrrad schwang, liegt der Polizei auch eine Beschreibung vor: Der Gesuchte ist etwa 50 Jahre alt und von mitteleuropäischem Aussehen, aufgrund seiner akzentfreien Aussprache ist er vermutlich Deutscher. Er ist rund 1,75 Meter groß und schlank, hat ein faltiges Gesicht, graues Haar und Oberlippenbart. Bekleidet war er bei dem Überfall mit schwarzem Kapuzen-Sweatshirt und dunkelgrauer Arbeitshose.

Sofort nach dem Auslösen des Alarms in der Sparkasse suchte die Polizei mit einem Großaufgebot an Einsatzkräften - auch aus Nachbarstädten - nach dem Flüchtigen, setzte sogar einen Hubschrauber ein. Bis zum Redaktionsschluss gestern Abend blieb die Fahndung indes ergebnislos. Auch die Spurensicherung am Tatort gab bislang keine Hinweise zur Identität oder zum Verbleib des Räubers. Bilder aus der Überwachungskamera lagen am späten Abend noch nicht zur Veröffentlichung vor.

Dass die in früheren Jahren mehrfach überfallene Zweigstelle an der Hardt seit dem im Oktober 2004 abgeschlossenen Umbau bis gestern nicht mehr von einem Räuber heimgesucht worden war, führte der Langenfelder Sparkassendirektor Dirk Abel im Gespräch mit der RP auf die seither vor allem baulich verbesserten Sicherheitsvorkehrungen zurück. "Um Räubern keinen großen Anreiz zu bieten, sind auch die Kassenbestände extrem niedrig. Aber ganz ausschließen lassen sich Überfälle anscheinend nicht."

Psychologische Betreuung

Seinem Team an der Hardt sei psychologische Betreuung angeboten worden, sagte Abel, der nach eigenen Worten selber noch nie einen Banküberfall erleben musste. "Wer von einem bewaffneten Räuber bedroht wird, trägt schwer an solch einem Erlebnis. Die Schreckensgefühle können sich auch erst nachträglich einstellen oder verstärken."

Schon kurze Zeit nach dem Überfall war die Sparkassen-Filiale gestern wieder geöffnet. Geschäftsbetrieb und Gespräche mit den ebenso vom Räuber bedrohten Kollegen trugen dazu bei, das Erlebte ein Stück weit zu verarbeiten.

Quelle: RP

 
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