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Langenfeld: Mehr Ladenfläche als je zuvor

VON STEPHAN MEISEL - zuletzt aktualisiert: 06.02.2010

Düsseldorf (RPO). Das neue Langenfelder Einzelhandelsgutachten liegt jetzt vor. Danach stieg die Gesamtfläche in den Läden gegenüber 2002 um ein Viertel auf 120 000 Quadratmeter. Und die Gutachter sehen weiteren Bedarf.

Den größten Verkaufsflächen-Zuwachs brachte zuletzt das Marktkarree (oben). Das ehemalige Hertie (unten) wird ab Mai umgebaut.  Foto: RPO
Den größten Verkaufsflächen-Zuwachs brachte zuletzt das Marktkarree (oben). Das ehemalige Hertie (unten) wird ab Mai umgebaut. Foto: RPO

Auf dem Weg zu einer attraktiven Einkaufsstadt hat Langenfeld in den vergangenen Jahren einen Riesenschritt gemacht. Die Gesamtfläche in den Langenfelder Läden hat seit 2002 um etwa ein Viertel zugenommen und liegt jetzt bei knapp 120 000 Quadratmetern. Das geht aus dem neuen Einzelhandelsgutachten hervor, das in städtischem Auftrag vom Planerbüro Dr. Jansen GmbH (Köln) erstellt wurde. Wie die RP bereits berichtete, sehen die Gutachter noch zusätzlichen Bedarf für rund 10 000 Quadratmeter Ladenfläche. Schließlich fließe etwa ein Viertel der Langenfelder Kaufkraft in andere Städte ab; nicht zuletzt wegen Sortimentslücken etwa bei Sportartikeln oder (Herren-)Bekleidung.

Info

Demnächst im Internet

Das Büro "Stadt- und Regionalplanung Dr. Jansen GmbH" (Köln) hat das 150 Seiten starke Einzelhandels- und Zentrenkonzept der Stadt Langenfeld erstellt. Es ersetzt das Einzelhandelsgutachten von 2002 (GfK Prisma, Hamburg) und soll auf die städtische Internet-Seite gestellt werden.

www.langenfeld.de

Hier die wesentlichen Aussagen des Gutachtens, die Volkswirtin Angelina Sobotta und Wirtschaftsgeograph Joachim Schulte vom Büro Jansen vor den Politikern im Planungsausschuss machten:

Einzugsgebiet Die Forscher befragten 1500 Menschen in Langenfeld und 500 in den Nachbarstädten. Demnach zieht es neben den Einheimischen vor allem Monheimer und Leichlinger zum Einkaufen nach Langenfeld, aber auch Kunden aus dem Düsseldorfer Süden und dem Leverkusener Norden.

Warenangebot Die eingangs genannte Zunahme der Gesamtverkaufsfläche dokumentiert nach den Worten von Sobotta "die erfolgreiche Ansiedlungspolitik der vergangenen Jahre". Zu diesem deutlichen Anstieg seit 2002 trugen vor allem Marktkarree, Toom-Baumarkt, Dehner-Gartencenter, Hagebaumarkt-Erweiterung sowie die Lebensmittelmärkte an der Opladener-, Immigrather- und Schneiderstraße bei. Im Vergleich zu Städten vergleichbarer Größe sei die Zahl von 381 Läden überdurchschnittlich hoch. Indes liege das Versorgungsangebot bei Lebensmitteln, (Herren-)Bekleidung und Sportartikeln unter dem Schnitt, dagegen bei Baumärkten und Gartencentern "deutlich darüber".

Kaufkraft Etwa drei Viertel des ihnen zugeschriebenen Kaufkraft-Potenzials von 350,9 Millionen Euro geben die Langenfelder in der eigenen Stadt aus, ein Viertel in auswärtigen Läden. Anderswo werden Sobotta zufolge vor allem die genannten Dinge erworben, bei denen die Auswahl in Langenfelder Geschäften dürftig ist.

Ziele Die Gutachter empfahlen den Politikern und städtischen Wirtschaftsförderern, den Schwerpunkt auf eine weitere Stärkung der City und entwicklungsfähiger Nebenzentren zu legen, zudem die fußläufige Nahversorgung im gesamten Stadtgebiet sicher zu stellen.

City In der Innenstadt soll vor allem das noch junge Zentrum mit Fußgängerzone, Passagen und verkehrsberuhigtem Hauptstraßen-Abschnitt als Einkaufsbereich Nummer eins gepflegt werden. Einen wichtigen Impuls wird schon sehr bald der noch im Frühjahr startende Umbau des ehemaligen Hertie-Kaufhauses in ein Ladenzentrum (die RP berichtete) geben, bei dessen Eröffnung im Frühjahr 2011 eine in Umfragen erwünschte H&M-Filiale sowie ein Sportgeschäft Versorgungslücken schließen könnten. Mittelfristig empfehlen die Gutachter ein weiteres Ladenzentrum auf dem heutigen Rathaus-Parkplatz. Wie der städtische Chefplaner Hans-Otto Weber halten sie es für wichtig, dass dort ein attraktiver Filialist einzieht, der viel Laufkundschaft anzieht und damit den Konrad-Adenauer-Platz belebt. Sobotta: "Diese zentrale Reservefläche ist als städtebauliche Chance ein Kleinod, das andere Städte nicht haben."

Entwicklungsbereiche Die Gutachter empfehlen, zur fußläufigen Versorgung der Berghausener auf der Wiese an der B 8 nahe der Einmündung der Theodor-Heuss-Straße einen Lebensmittelmarkt zu errichten. Im Richrather Ortszentrum und am Immigrather Platz könnte ihrer Meinung nach der Ladenbesatz noch etwas dichter sein, auch die Alte Mitte am Berliner Platz und das Reusrather Geschäftszentrum an der Opladener Straße seien für die Nahversorgung der angrenzenden Wohnviertel wichtig. Keine bis geringe Entwicklungschancen geben die Gutachter hingegen der östlichen Solinger Straße, der mittleren Hauptstraße sowie dem Einkaufszentrum Langfort.

Quelle: RP

 
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