Langenfeld: Metzmachers früher Tod
zuletzt aktualisiert: 04.09.2010Düsseldorf (RPO). Im August 1914 zogen hunderttausende Deutsche begeistert in den Krieg gegen Frankreich. Unter ihnen Felix Metzmacher, Bürgermeister der Gemeinde Richrath-Reusrath. War er, der kaum drei Monate später im Alter von nur 37 Jahren an der Westfront fiel, nur Opfer seines eigenen "Hurra-Patriotismus"? Oder nicht mindestens ebensosehr ein Opfer auch der Anfeindungen, die er in den Jahren zuvor daheim erdulden musste? "Sie könnten ihn mit dazu bewogen haben, sich für den Fronteinsatz zu melden", äußert Annelies Rejek einen vagen Verdacht. Ihm ginge die Heimatkundlerin gerne nach: zusammen mit einer Langenfelder Schülergruppe in einem Beitrag zum Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten. Forschungsgegenstand wäre der heftige Streit um die Urbarmachung der Richrather Heide. Metzmacher trieb diese Bodenreform voran, um der wachsenden Bevölkerung "gesunde Wohnungen" zu verschaffen. Von seiten der Haus- und Grundbesitzer, die Verluste auf dem Boden- und Immobilienmarkt befürchteten, wurde der Bürgermeister dafür heftig attackiert. In Stadtarchiven (Langenfeld, Leverkusen, Solingen) und im Landesarchiv Düsseldorf könnte die Wettbewerbsgruppe Spuren dieses Skandals zusammentragen.
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