Langenfeld: Mit Florians Segen
VON MARTIN MÖNIKES - zuletzt aktualisiert: 10.09.2007Düsseldorf (RPO). Beim ersten Spatenstich zur neuen Feuerwache kam das Löschwasser auch von ganz oben. Der guten Laune schadete das nicht. Bürgermeister Staehler sprach von einem historischen Ereignis. 14 Millionen Euro werden investiert.
Von hohen Leitern flatternde Fahnen mit dem viergeteilten Feuerwehr-Emblem signalisierten am Samstagmittag schon von weitem, dass sich auf dem Grundstück an der Lindberghstraße etwas Besonderes abspielte. Von einem „historischen Ereignis, einem der größten Bauprojekte der 59-jährigen Stadtgeschichte“, sprach denn auch Bürgermeister Magnus Staehler beim ersten Spatenstich zur neuen Hauptfeuer- und Rettungswache. Der prompt einsetzende Regen störte kaum und wurde von den ausgewählten „Spatenstechern“ als himmlischer Segen des Heiligen Florians (Schutzpatron der Blauröcke) oder einfach als willkommenes Löschwasser interpretiert. 14 Millionen Euro städtische Mittel werden in den Neubau investiert.
Daten
Technische Daten Grundstücksgröße: 11 000 Quadratmeter, Bruttorauminhalt: 35 000 Kubikmeter; Nutzfläche: 6200 Quadratmeter. Der Gebäudeteil entlang der Langforter Straße ist 100 Meter lang.
Dominierendes Element Ein 24 Meter hoher Feuerwehrturm in rotem Sichtbeton. In sechs Meter großen Lettern wird die Notrufnummer „112“ an zwei Gebäudefronten zu sehen sein.
Optimal aufstellen
Der Verwaltungschef betonte vor vielen Gästen, unter ihnen Kreisbrandmeister Friedrich-Ernst Martin, eine wirtschaftlich gesunde Kommune müsse auch in Fragen der Sicherheit optimal aufgestellt sein. Die vielen in der Stadt angesiedelten Gewerbe verschiedenster Bereiche führten zu hohen, sich immer wieder verändernden technischen Anforderungen an die örtliche Gefahrenabwehr. In der zweiten Jahreshälfte 2009 soll das neue „Vorzeigezentrum für Brandbekämpfung und Retttungskompetenz“, das rund 100 Feuerwehrkräfte des Löschzugs I sowie 30 Nachwuchskräfte der Jugendfeuerwehr beherbergen wird, betriebsbereit sein. Neue Technologien werden in der neuen Wache die Arbeitsabläufe nachhaltig verbessern. „High-Tech statt Handarbeit“, diese Maxime soll helfen, der Mannschaft den Rücken frei zu halten für wesentliche Aufgaben. Dank sagte Staehler der Arbeitsgruppe unter Leitung der Ersten Beigeordneten Marion Prell, die stundenlange, nervenaufreibende Abstimmungsgespräche erfolgreich bewältigt habe, den Fachplanern sowie dem Architekten Markus Stark aus Siegen, der die europaweite Ausschreibung mit hoher Kreativität begleitet habe.
Stadtbrandmeister Heinz-Josef Brand freut sich über das Ende eines zehnjährigen Planungsprozesses (siehe Interview) und die zukünftig besseren Ausbildungs- und Schulungsbedingungen. „Endlich, es wurde aber auch Zeit“, lautete der Kommentar der meisten Feuerwehrleute, die dem Ereignis zusahen und die Gäste anschließend mit Brötchen, Gulaschsuppe und Getränken versorgten. Nach Aussagen von Architekt Stark wird Mitte September mit den Erdarbeiten begonnen. Er hofft auf einen milden Winter, um noch in diesem Jahr den Keller des Gebäudes fertigzustellen. Ab Beginn nächsten Jahres wird das Bauwerk „aus dem Boden wachsen“, für das Frühjahr 2008 ist das Richtfest geplant. Wegen der Kanalanschlüsse sind Leitungsquerungen der Langforter und Lindbergstraße notwendig, die – vermutlich im November – mehrtägige Vollsperrungen dieser Straßen erfordern.
Volker Ritzmann vom Tiefbauamt der Stadt hat aber auch eine gute Nachricht für die Tennisfreunde: Die Kanalarbeiten berühren nur einen der vier Plätze, die übrigen drei am Rande des Freizeitparks bleiben bis 2009 bespielbar.
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