Wiescheid: Museumspläne reifen
VON STEPHAN MEISEL - zuletzt aktualisiert: 20.08.2008Düsseldorf (RPO). Nach der von Bürgemeister Magnus Staehler vorgetragenen Idee, die Wasserburg Haus Graven über eine noch zu gründende Stiftung zu erwerben und in ein Kunstmuseum zu verwandeln, laufen hierzu jetzt erste Gespräche.
Wird die Wasserburg Haus Graven zum Kunstmuseum? Ungeachtet der Widerstände etwa von SPD und BGL treibt Bürgermeister Magnus Staehler seine vor einem Monat geäußerte Idee weiter voran. Das seit etwa drei Jahren leer stehende, teils mittelalterliche Bauwerk steht jetzt zum Verkauf. Nach Staehlers Ansicht wäre die Mitte der 1990er-Jahre komplett restaurierte Wasserburg für Kunstausstellungen bestens geeignet. „Es ist natürlich klar, dass wir sie nicht mit städtischen Geldern erwerben werden.“ Vielmehr solle für diesen Zweck eine Langenfelder Stiftung gegründet werden. Es liefen hierzu bereits Gespräche mit heimischen Unternehmen und mit der Düsseldorfer Staatskanzlei.
Haus Graven
Die am Rande Wiescheids gelegene Wasserburg „Haus Graven“ wird erstmalig im Jahre 1334 schriftlich erwähnt. Sie wurde als Ritterburg wahrscheinlich um 1300 erbaut.
Der U-förmige Backsteinbau ist an drei Seiten von breiten Wassergräben umgeben. Die noch erhaltenen Gebäude an der Südwestfront stammen aus dem 16. und 17. Jahrhundert.
Erst am Anfang der Diskussion
„Wir stehen erst ganz am Anfang einer sicher mehrjährigen Diskussion“, merkte Staehler an. Doch sei die Gelegenheit da, das in der Vergangenheit von Privatleuten genutzte historische Kleinod für Publikum zu öffnen. Der Bürgermeister stellt sich in seiner Ideenskizze für die nächste Ratsperiode (bis 2014) Haus Graven als Ausstellungsort vor, der „punktuell, nicht als Dauerleihgabe“ vor allem mit bedeutenden Werken aus Magazinen großer Kunstmuseen bestückt werden könnte. Staehler hat vor allem das Depot des Leverkusener Museums Schloss Morsbroich im Blick. Dessen Leiter Markus Heinzelmann bezeichnete kürzlich im RP-Gespräch eine solche Zusammenarbeit mit Langenfeld in Form von befristet ausgeliehenen Gemälden als durchaus denkbar.
Auch auf andere Museen mit ähnlichen Schätzen im Magazin würde die Stiftung laut Staehler sicher zurückgreifen – sofern sich das Vorhaben überhaupt verwirklichen lässt. Erste Vorgespräche mit möglichen Stiftungsmitgliedern stimmten ihn nach eigenen Angaben zuversichtlich, dass es klappen könnte. „Es ist ja bei Wirtschaftsvertretern und auch sonst in der Gesellschaft ein Bewusstseinswandel festzustellen. Kunst gilt nicht mehr als lästiges Beiwerk, sondern als eine Art Lebensmittel.“ Für ganz wichtig hält Staehler bei solch einem Projekt auch die Förderung des künstlerischen Nachwuchses. „Gerade Maler und Bildhauer, die noch ganz am Anfang ihrer Entwicklung stehen, brauchen die Möglichkeit, sich und ihre Werke zu präsentieren.“ Ausstellungen und damit verbundene Erfolgserlebnisse seien für den Werdegang entscheidend, betont Staehler. „Und in dieser Hinsicht ist die regionale Vernetzung noch viel zu gering ausgebildet.“
Fundierte Beratung zur Stiftung
Wichtig sei indes zunächst eine fundierte Beratung, um die sich das Rathaus durch eine Anfrage an die Düsseldorfer Staatskanzlei bemüht habe. „Vor Gründung einer solchen Stiftung sind viele Dinge zu beachten, für die wir externen Sachverstand benötigen. Neben Finanzierung, Geschäftsführung und künstlerische Gesamtkonzeption spielen auch steuerrechtliche Belange und Denkmalschutz eine wichtige Rolle.“
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