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Richrath: Neuer Blickfang in Richrath

VON MARTIN MÖNIKES - zuletzt aktualisiert: 25.08.2008

Düsseldorf (RPO). Das Kunstwerk von Professor Horst Gläsker an der Außenwand der katholischen Kirche St. Martin wurde beim Turmfest feierlich enthüllt. Die Anschaffungskosten von 90.000 Euro werden weitgehend durch Spenden finanziert.

Unter dem Weltenspiegel: die Pfarrer Rentrop und Trimborn (sitzend v.l.) Foto: RPO
Unter dem Weltenspiegel: die Pfarrer Rentrop und Trimborn (sitzend v.l.) Foto: RPO

Kunst prägt jetzt die Außenwand der katholischen Kirche St. Martin. Spontan klatschten gestern Morgen mehrere Hundert Gläubige und Zuschauer Beifall, als zu Beginn des Gottesdienstes Helfer die Plane entfernten, die bis dahin das alte Kreuz der ehemaligen Piuskirche verhüllt hatte. Der Eindruck des Eichenkreuzes mit seinem neuen Metallrahmen vor dem großen goldfarbenen Edelstahlspiegel – ein Kunstwerk von Professor Horst Gläsker - ist überwältigend. Die strahlende Sonne tat ein übriges, den neuen Blickfang in Richraths Ortsmitte zur Wirkung zu bringen.

Anwesender Künstler war gerührt

Die Messfeier anlässlich des Turmfestes stand im Zeichen dieses „Weltenspiegel“ genannten Werks. Pfarrer Gerhard Trimborn hofft, dass „das reflektierende Kreuz die Vorübergehenden anhält, sich mit ihrem Glauben auseinanderzusetzen“. Ganz gerührt von der liturgischen Feier und Weihe seines Werkes zeigte sich der anwesende Künstler. „Noch nie ist ein Werk von mir in solch beeindruckendem Rahmen der Öffentlichkeit übergeben worden“. Gläsker war voll des Lobes über die lockere Form des von verschiedenen Chören begleiteten Gottesdienstes. „So was geht wohl nur in Richrath.“

Info

Stets neue Feiergründe

Die Turmfeste in Richrath finden nicht in regelmäßigen Abständen statt. Die bisherigen Feste waren jeweils an besondere ortsteilbezogene Ereignisse geknüpft:

1995 boten „1000 Jahre Richrath“ den ersten Anlass, 2004 feierten die Richrather mit dem 2. Turmfest das Ende der Ausgrabungen im Umfeld von St. Martin. Jetzt boten unter anderem der 60. Stadtgeburtstag, die Schuldenfreiheit der Stadt und die Fertigstellung der Kaiserstraße den Grund zum 3. Turmfest.

Veranstalter waren/sind Mitglieder der IG Richrather Vereine und der Gemeinschaft Richrather Geschäftsleute (GRG).

Auch Gießerei-Chef Clemens Schmees, der mit Gläsker schon bei dessen Relief am Kulturzentrum zusammengearbeitet und den ersten Kontakt zur Gemeinde hergestellt hatte, zeigte sich „überwältigt von Stolz und Glück“ am Ende des langen Weges. Dechant Dr. Jürgen Rentrop schob eine eher liturgische Deutung des Kunstwerks nach als er aufzeigte, „der Himmel dominiert in der Optik des Spiegels“.

Vielleicht hat Richrath seit gestern eine weitere Identifikation. Am Wochenende jedenfalls dominierte zunächst der alt ehrwürdige Kirchturm das Geschehen des dritten Turmfestes. Die Buttons der Besucher zeigten sein Bild, die zu Beginn vom Bürgermeister Magnus Staehler und dem Traditionspaar angeschnittene Riesentorte war entsprechend geformt, und eine Tombola versprach bei fünf Verlosungen gute Gewinnchancen. Im Turm selbst erinnerte eine nach Themen sortierte Fotoausstellung an die letzten 60 Jahre Richraths.

Dichtes Bühnenprogramm

Der ganze Ortsteil schien eingespannt zu sein, auf den zwei Bühnen zeigten sich die örtlichen Akteure, vom Kindergarten St. Martin über die Seniorentanzgruppe bis zum Shantychor. Drei Bierstände waren dicht umlagert, zur Freude der Verantwortlichen, schließlich musste dort das Geld für das unterhaltsame Bühnenprogramm auswärtiger Künstler verdient werden. Überall auf der Kaiserstraße luden Tische und Bänke zum Sitzen. Je nach Geschmacksrichtung lauschten die vielen Gäste Samstag Abend kölschen Tönen auf der Bühne an der evangelischen Lukaskirche oder sie genossen den Auftritt des Casablanca-Sound-Orchestras. Als Zugabe krönte ein von der Stadtsparkasse gesponsertes Feuerwerk zum Einbruch der Dunkelheit das Programm. Kinder erfreuten sich auf dem nostalgischen Karussell oder versuchten sich an der Spritze der Freiwilligen Feuerwehr.

Quelle: RP

 
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