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Langenfeld/Monheim: Neugierig auf Vergleiche Hauptfächer zu sehr im Blick

zuletzt aktualisiert: 30.04.2007

Düsseldorf (RPO). Konsequenzen

Das Ende des zehnten Schuljahres markiert in der Regel das Ende der Schulpflicht. Während für die Haupt- und Realschüler damit ihre Schullaufbahn endet, folgt für einige Gesamtschüler und die meisten Gymnasiasten noch die dreijährige Oberstufe, die mit dem Abitur endet. Am Otto-Hahn-Gymnasium in Monheim beenden nur sieben von 145 Schülern des Jahrgangs im Sommer ihre Schulzeit.

Die Prüfungen am Ende der 10. Klasse „machen dennoch Sinn“ , ist Schulleiter Dr. Hagen Bastian überzeugt, auch „wenn wir sie nicht als Abschlussprüfung brauchen“. „Die Prüfung dient als kontinuierliche Forstsetzung der Lernstandserhebungen in Klasse acht. Wir prüfen damit ein weiteres Mal, ob die Leistungen unserer Schüler im grünen Bereich liegen“. Die jetzt geprüften Schüler des OHG gehörten vor zwei Jahren bei den ersten landesweiten Lernstandserhebungen in Klasse acht zu den Landesbesten. Sie wurden sogar von Schulministerin Barbara Sommer ausgezeichnet.

„Wir sind natürlich neugierig, wie diese Schüler nun am Ende der zehnten Klasse im Landesvergleich abschneiden“, sagt Bastian und blickt erkennbar optimistisch auf die nächsten Tage.

Langenfeld Auch an der katholischen Hauptschule in Langenfeld müssen 65 Schüler in diesem Jahr erstmals eine Abschlussprüfung ablegen. Über die neue Situation sprach RP-Mitarbeiter Martin Mönikes mit dem stellvertretenden Leiter der Felix-Metzmacher-Schule, Michael Wachten (55).

Halten Sie die zentralen Abschlussprüfungen für sinnvoll?

Wachten Grundsätzlich begrüße ich die Vergleichbarkeit von Leistungen an unterschiedlichen Schulen und Schulformen. Auch die Lernstandserhebungen in Klasse 8 dienen bereits diesem Ziel. Ich sehe aber die Gefahr, dass sich die Schulen zu sehr auf diese Prüfung konzentrieren, in dem sie für die drei Prüfungsfächer intensiv „trainieren“. Dabei drohen andere Fächer, und damit auch die Allgemeinbildung zu kurz zu kommen.

Wie haben Sie die Schüler vorbereitet?

Wachten Zunächst mal durch den üblichen Unterricht. Auch spezielle Hilfen durch Schulbuchverlage oder das Internet haben wir genutzt. Außerdem gab es Probeklausuren.

Wie erhalten Sie die Prüfungsaufgaben?

Wachten Die Aufgaben für jedes der drei Fächer werden zwei Tage vorher vom Schulministerium in Düsseldorf über Internet zugestellt. Wir erhalten unterschiedliche Aufgaben für den Abschluss nach Typ A (zwei Klassen) und den Abschluss nach Typ B (eine Klasse). Wir laden die Texte herunter, vervielfältigen sie und versiegeln sie.

Ist der Aufwand für diese neue Form des Hauptschulabschlusses gerechtfertigt?

Wachten Die Frage stellt sich. Die Klausuren müssen zwei- und dreifach korrigiert werden. Kollegen mit Hauptfächern werden erheblich belastet. Es wird auch darauf ankommen, wie viel Schüler sich einer mündlichen Prüfung stellen müssen. Und am letztmöglichen Prüfungstermin, dem 8. Juni sind die Schüler eigentlich bereits entlassen.

Lernstandserhebungen und zentrale Prüfungen sind sinnvoll. Nur so können Standards sichergestellt und Abschlüsse vergleichbar werden. Die Veränderungen in der Schullandschaft nach „Pisa“ betreffen nicht nur die Schüler. Bei Vergleichstestes fühlen sich die Lehrkräfte oft selbst auf dem Prüfstand. Auch das ist zu begrüßen, wenn die dabei gewonnenen Erkenntnisse tatsächlich zu Konsequenzen für den Unterricht führen. mmo

Quelle: RP

 
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