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Monheim: Pleiten, Pech und Pannen

VON PETRA CZYPEREK - zuletzt aktualisiert: 24.04.2010

Düsseldorf (RPO). Bayer muss beim Pipeline-Bau an vielen Stellen nachbessern. Doch auch die Politiker haben bei der Abstimmung über den Leitungsbau wohl die Tragweite ihrer Entscheidung nicht erkannt. Jetzt haben die Gerichte das letzte Wort.

Erwin Schumacher aus Monheim (links) und Dieter Donner, Kreis-Mettmann-Koordinator, von der Initiative gegen die CO-Pipeline.  Foto: RPO
Erwin Schumacher aus Monheim (links) und Dieter Donner, Kreis-Mettmann-Koordinator, von der Initiative gegen die CO-Pipeline. Foto: RPO

Im Jahr 2006 hat der Landtag einstimmig der Bayer-CO-Leitung von Dormagen nach Uerdingen zugestimmt. Die Trassenführung sei keine Unternehmensentscheidung gewesen, betonte Chefingenieur Dr. Jürgen Hinderer. In Deutschland gebe es technische Regeln für den Fernleitungsbau. Sie sei Ergebnis eines Raumordnungsverfahrens und von der Bezirksregierung festgelegt worden, sagte Frank Noack (FDP-Landtagskandidat).

Zu spät reagiert

Die Kommunen entlang der Pipeline hätten zu spät reagiert, räumte Monheims Bürgermeister Daniel Zimmermann (Peto) ein, der die Diskussion damals im Rat verfolgt hatte. "Erst im Verfahrensverlauf wurden die Risiken bekannt." Ratingen und Monheim seien mit die ersten Städte gewesen, die sich am Klageverfahren beteiligt hätten. Landrat Thomas Hendele (CDU) sagt heute: "Wir haben die Gefährlichkeit der Pipeline beim Planfeststellungsverfahren nicht erkannt." Bei dem jetzt anhängigen Gerichtsverfahren habe man nachgewiesen, dass bei einem Trassenverlauf linksrheinisch weniger dicht besiedeltes Gebiet betroffen sei. Jetzt warte man gespannt auf das Ergebnis. Die Trassenfestlegung vor 15 Jahren sei nicht nur für CO gemacht worden, sondern auch für Propylen, betonte SPD-Landtagskandidatin Birgit Alkenings. Die Kommunen hätten, als es um das Kohlenmonoxid gegangen sei, keinen Einfluss auf die Sicherheitsstandards der Bevölkerung gehabt. Seitdem das Verfahren am Düsseldorfer Verwaltungsgericht anhängig ist, muss Bayer an vielen Stellen nachbessern.

Image ramponiert

Der Imageschaden, das wurde unter den Zuhörern deutlich, ist für Bayer groß, auch wenn Hans Jürgen Mittelstaedt (VCI) auf den enormen Wettbewerbsdruck in NRW hinwies. Aktuell wird untersucht, ob die Trasse von Bomben und Munitionsresten frei ist – das hätte eigentlich vor Baubeginn geschehen müssen. Hans-Dieter Clauser (für die CDU im Landtag) ist optimistisch, dass "die Gerichte im Sinne der Menschen entscheiden."

Fotos
Dr. Jürgen Hinderer (Chef-Ingenieur BMS) und Dr. Tony van Osselaer (rechts), Mitglied des Vorstandes von Bayer Material Science. Foto: RPO
Was passiert, wenn die Leitung ein Leck bekommt? Marlis Elsen aus Hilden fragte nach. Foto: RPO
Quelle: RP

 
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