Monheim: Prondzinsky will's wohl wissen
VON JÖRG JANSSEN - zuletzt aktualisiert: 06.02.2009Düsseldorf (RPO). Bleibt es bei dem, was in den vergangenen Wochen vorbereitet wurde und bis gestern Abend fest vereinbart war, schmeißt die Anwältin Marion Prondzinsky heute ihren Hut als Bürgermeister-Kandidatin in den Ring. Nicht völlig ausgeschlossen: die Rückkehr der Lilo Friedrich.
Polit-Bombe mit gigantischer Sprengkraft: Bleibt Anwältin Marion Prondzinsky (41) bei dem, was zumindest bis gestern Abend noch Gültigkeit hatte, hat Monheim eine weitere Bürgermeister-Kandidatin. Bei einer Pressekonferenz der FDP heute Mittag soll die (Noch ?-)Christdemokratin als Kandidatin für das Amt der Rathauschefin vorgestellt werden. Die dazu gehörenden Vorbereitungen waren gestern Abend bereits abgeschlossen, entsprechende Mitteilungen lagen in den Schubladen.
Intervention am Abend?
Bereits am 5. Januar hatte die RP über diese Strategie unter dem Titel "Prondzinsky als die vierte Option?" berichtet. Unklar blieb bis in den späten Abend, ob eine mögliche Intervention von Prondzinskys Zweit-Arbeitgeberin und politischer Weggefährtin, der im September erneut zur Wahl stehenden Bundestagsabgeordneten Michaela Noll (CDU), den Sprung in die glühend-heiße kommunalpolitische Kampf-Arena noch verhindern kann. – Zur Erinnerung: Die 41-jährige Mutter, die seit mehr als einem Jahrzehnt in der Kommunalpolitik harte Kärrnerarbeit leistet, Vorsitzende des CDU-Ortsvereins Monheim-Mitte ist, und darüber hinaus ehrenamtliche Arbeit (Sport/Kinderschutzbund) leistet, war kurz vor Weihnachten bei einer hochdramatischen Kampfabstimmung mit nur einer Stimme dem von Bürgermeister Dr. Thomas Dünchheim stark geförderten, auf der Monheimer Bühne gänzlich unbekannten Tim Brühland (31) unterlegen. Vor allem die stets perfekt funktionierende Achse zwischen Thomas Dünchheim und Parteichef Markus Gronauer (Kritiker sprechen von "unreflektierter Nibelungen-Treue") sowie ein harter, überwiegend aus Baumberger Christdemokraten bestehender Kern ("Baumberg Connection") hatte die eigene Front-Frau kategorisch abgelehnt. Stattdessen nahm – aus Sicht der innerparteilichen Kritiker – dieser Kreis zuletzt eine immer verzweifelter wirkende auswärtige Kandidatensuche in Kauf.
"Die vierte Option"
Unter der Überschrift "... die vierte Option" hatte die RP bereits am 5. Januar gemeldet: "Im bürgerlichen Lager der Gänselieselstadt gärt es nach der denkbar knappen Nominierung des Wülfrathers Tim Brühland zum CDU-Bürgermeisterkandidaten... Offenbar denken einige Liberale und Christdemokraten darüber nach, die mit 42 zu 43 Stimmen unterlegene Anwältin Marion Prondzinsky doch noch ins Rennen um das Bürgermeister-Amt zu schicken.... Gehandelt wird diese ... Strategie unter dem Arbeitstitel "die vierte Option" – in Anspielung auf die drei bereits vorhandenen Kandidaten Tim Brühland, Ursula Schlößer und Daniel Zimmermann."
Förmlich dementiert wurde diese RP-Meldung nie.
Prondzinsky war gestern für die meisten ihrer Monheimer (Noch-)Parteifreunde nicht erreichbar. Wie schon nach der RP-Vorabmeldung vom 5. Januar blieb ein von manchen so dringlich erwartetes Dementi prompt aus. Stattdessen wurde der für heute geplante Polit-Coup aus dem liberalen Umfeld bestätigt. Entsprechende Informationen drangen auch aus einem Unternehmerinnen-Stammtisch nach außen.
Bleibt es bei diesem Szenario, würde aus dem einstigen Kandidaten-Trio Ursula Schlößer (SPD), Daniel Zimmermann (Peto) und Tim Brühland (CDU) und einem paar Tage andauernden Quartett (Grünen-Frontfrau Andrea Stamm) ein Quintett. Doch damit nicht genug. Selbst ein Kandidaten-Sextett ist noch denkbar. Im RP-Gespräch schloss die prominente, bei vielen Monheimern außerordentlich beliebte – in Teilen des eigenen Ortsvereins dagegen kräftig gemobbte – Ex-Bundestagsabgeordnete und heutige Unternehmerin Lilo Friedrich nicht kategorisch aus, selbst ihren Hut in den Ring zu werfen. Friedrich: "Als Kandidatin der Linken werde ich nicht antreten." Und als freie Bürger-Kandidatin? "Würden aus der Bevölkerung genügend Signale kommen, würde ich mir zumindest einen Moment des Nachdenkens nehmen."
Übrigens: Es gibt erstmals nur einen Wahlgang. Als Bürgermeister ist gewählt, wer die meisten Wählerstimmen hat – und wenn es nur eine einzige ist.
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