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Monheim: Räuber haben Rollator im Blick

VON STEPHAN MEISEL - zuletzt aktualisiert: 10.02.2010

Düsseldorf (RPO). Innerhalb von nicht einmal zwei Wochen wurde in Monheim drei Frauen, die jeweils

mit einer Gehhilfe unterwegs waren, die Handtasche entrissen. Die Polizei ermittelt und gibt Verhaltenstipps.

Straßenräuber, die es am helllichten Tag auf die Handtaschen gehbehinderter Seniorinnen abgesehen haben, verbreiten zurzeit Angst und Schrecken. Allein in den vergangenen beiden Wochen berichtete die RP über drei gleichartige Fälle: Eine gehbehinderte 86-Jährige kam gerade vom Einkaufen, als ihr an der Königsberger Straße ein Ganove die Tasche aus dem Rollator-Korb raubte und damit flüchtete. Genauso erging es an der Krischerstraße einer 93-Jährigen, die kurz zuvor an der Sparkasse einen vierstelligen Betrag abgehoben und in ihrer Tasche verstaut hatte sowie einer ebenfalls auf den Rollator angewiesenen 59-Jährigen am Berliner Ring.

Zunehmende Gefühlskälte

"Tatsächlich gibt es bei diesen drei Fällen Überschneidungen", sagte Polizeisprecher Ulrich Löhe auf Anfrage der RP. Ob es sich um ein und denselben Täter handelt, werde zurzeit zu ermitteln versucht. Nach den veröffentlichten Beschreibungen waren die Räuber jeweils sportlich gekleidet, in einem Fall flüchtete der Täter auf einem Mountainbike, in einem anderen hatte er zwei Begleiter. Dass ganz gezielt gehbehinderte und teils betagte Frauen als Raubopfer ausgewählt wurden, sieht Löhe nicht nur als Beleg für zunehmende Gefühlskälte. "Straftäter suchen nun mal das schwächste Glied. Einbrecher steigen in schlecht gesicherte Häuser ein, Trickbetrüger machen sich an Senioren ran und Handtaschenräuber haben bei gehbehinderten Opfern leichtes Spiel."

Bei Fällen wie den aktuellen Monheimer Taschenrauben kämen zum materiellen Verlust mitunter schwere psychische Leiden hinzu, sagt Karin Peglau, die bei der Kreispolizei für Opferschutz zuständig ist. "Obwohl die tatsächlichen Fallzahlen in der Polizeistatistik ein anderes Bild zeigen, ist bei Senioren die Angst vor Kriminalität grundsätzlich sehr hoch." Wenn ältere Gehbehinderte mit ohnehin eingeschränktem Bewegungskreis dann tatsächlich beraubt würden, zögen sich viele von ihnen zurück – oft in die Einsamkeit. Schließlich müssten Senioren bei einem Taschenraub auch mit einem Sturz rechnen. "Und eine daraus resultierende Verletzung wiegt bei Senioren wegen des schlechteren Heilungsverlaufs deutlich schwerer als bei jungen Menschen."

Handtasche ohne Wertsachen

Gerade wegen der Sturzgefahr sei es für Seniorinnen wichtig, "nicht an der Handtasche zu hängen, sondern am Leben", ergänzt Udo Wilke. Der bei der Kreispolizei für Kriminalitätsvorbeugung zuständige Hauptkommissar rät insbesondere Gehbehinderten dazu, die Notwendigkeit einer Handtasche zu überdenken. "Schlüssel, Geld und Wertsachen sollten möglichst am Körper getragen werden." Hilfreich seien spezielle Gürtel mit nach innen gerichteten Aufbewahrungsfächern. "Wenn die Handtasche unbedingt dabei sein muss, dann sollten sich darin nur Dinge ohne großen Wert befinden, etwa Taschentücher, Schminkzeug oder Kleingeld." Nützlich sei indes die Anschaffung eines Taschenalarmgeräts (siehe Infokasten).

Quelle: RP

 
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