Langenfeld: Rezept gegen Stau an der Hardt
VON STEPHAN MEISEL - zuletzt aktualisiert: 28.01.2012Langenfeld (RP). Der Landesbetrieb Straßenbau stellte im Bau- und Verkehrsausschuss Pläne für zusätzliche Fahrstreifen und Abbiegespuren sowie einen Radweg vor, die nach entsprechendem Ratsbeschluss 2013 umgesetzt werden sollen.
Ein neuer Fahrstreifen, zusätzliche Abbiegespuren und längere Grünphasen an den Ampeln – aus diesen drei Zutaten hat der Landesbetrieb Straßenbau NRW sein Rezept gegen den werktäglichen Dauerstau an der Autobahn-Anschlussstelle Hardt (B 229) gemixt. Wie berichtet, stellten seitens der Behörde Gerlinde Quack und Wilhelm Höfener den Entwurf am Donnerstagabend den Stadtpolitikern im Bau- und Verkehrsausschuss vor. Ein Beschluss fiel in der Sitzung nicht. Sofern der Stadtrat dem allein aus Landesgeldern finanzierten Straßenumbau zustimmt, kann nach Höfeners Worten "noch dieses Jahr geplant und 2013 gebaut werden".
Kleine Lösung statt B 229n
Bekanntlich hatte die rot-grüne Landesregierung den von CDU und FDP seit langem geforderten Solinger Autobahn-Anschluss über eine neue Straße (B 229n) auf absehbare Zeit verhindert. Zugleich bekam der Landesbetrieb den Auftrag, etwas gegen den täglichen Stau auf der Elberfelder Straße und der Hardt beziehungsweise den daraus resultierenden Schleichverkehr der Solinger durch Wiescheid zu tun.
Wie in der Skizze zu erkennen ist, sieht der Entwurf für die aus Richtung Solingen kommenden Autofahrer nacheinander folgende Neuerungen vor: Vor dem Kapeller Weg und Am Brüngersbroich wird jeweils eine zusätzliche Linksabbiegespur auf der Fahrbahn markiert. Danach kommt ein weiterer Fahrstreifen hinzu, so dass neben der Rechtsabbiegespur (zur A 3 Richtung Oberhausen) zwei Fahrstreifen unter die Autobahnbrücke führen, wo sich der Verkehr dann teilt: geradeaus geht es nach Langenfeld, die rechte Spur führt zur A 3 Richtung Köln.
Hauptdiskussionspunkt in der Ausschusssitzung war die für Radfahrer gedachte Wegeführung, die nach den Worten von Heinz-Peter Sauren (ADFC Langenfeld) heute sehr schlecht geregelt ist. Gerlinde Quack stellte drei Varianten vor, von denen sie selber gleich zwei verwarf: Bei den heutigen kombinierten Rad-/Gehwegen auf beiden Seiten versuchten Radler in Richtung Langenfeld Ampelstopps an den Autobahnauffahrten zu umgehen, indem sie entweder die falsche Seite oder aber die Fahrbahn nutzten. Aus diesem Grund kurz hinter dem Feldhauser Weg eine separate Fahrrad-Spur auf der Straße zu markieren, hält Quack "bei immerhin fast 1000 Lastwagen pro Stunde" für zu gefährlich; was auch die Stadtpolitiker so sahen.
Zweirichtungs-Radweg
Als dritte und offensichtlich von den meisten Ratsleuten bevorzugte Variante soll der Radweg auf der Südseite in beide Fahrtrichtungen freigegeben werden. Hierfür sprach sich auch ADFC-Sprecher Sauren aus. "Dass dies die komfortabelste Lösung ist, belegen all diejenigen, die heute schon auf der falschen Seite fahren." Sauren sprach sich obendrein für eine Verlängerung dieses Zweirichtungs-Radwegs bis zur Bahnunterführung aus, so dass die Fahrbahnseite bis dahin nicht mehr gewechselt werden müsse. Der städtische Verkehrsplaner Wolfgang Honskamp bezeichnete es als "logische Folge", auf diese Weise "das heute schon zu beobachtende Verhalten der Radfahrer zu legalisieren". Indes müssten hierfür die Straßeneinmündungen entsprechend gestaltet und beschildert werden.
Wilhelm Höfener zufolge ergeben sich ohne Notwendigkeit eines langwierigen Planfeststellungsverfahrens, die der Erwerb von Privatgrundstücken mit sich gebracht hätte, allein aus den genannten Umbauten längere Grünzeiten an den Ampeln. "Das wird den Verkehrsfluss deutlich verbessern."
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