Langenfeld/Monheim: Ruhe auf Station
zuletzt aktualisiert: 17.04.2007Düsseldorf (RPO). Stumme Beeps
Konkrete Überlegungen, den Beispielen in Meerbusch, Frankfurt und Hannover zu folgen, gibt es weder in Langenfeld noch in Monheim. Cerstin Tschirner vom fürs Monheimer Hospital zuständigen K-plus-Verbund: „Wir halten es einfach nicht für wünschenswert, dass Patienten in einer Genesungsphase zu viel telefonieren.“
Genau diese Gefahr existiere bei einer Freigabe der Handy-Telefonate. „Chefs, Kollegen, alte Schulfreunde, Geschäftspartner: Jeder, der die Mobilnummer mal irgendwann gespeichert hat, kann dann den Patienten erreichen.“ Dagegen biete eine eigene Klinik-Festnetz-Nummer mehr Schutz vor zu viel Quasselei. Cerstin Tschirner: „In der Regel melden sich auf einer solchen Nummer nur Familienangehörige und engste Freunde. Das wiederum tut allen Beteiligten gut, neben dem Patienten selbst auch allen ruhebedürftigen Zimmer- und Flurnachbarn.“
Tasten-Beeps – so nennen die Jünger der digitalen Revolution jene fiependen Kurz-Geräusche, die Handytasten beim Tippen einer SMS oder einer Telefon-Nummer häufig von sich geben. Patienten des St. Josef- und des St. Martinus-Krankenhauses, die nach einer OP gerade von der Aufwach-Station kommen, haben sicher auf manches Lust (ein aufmunternder Händedruck, ein Schlückchen Tee). Auf Beep-Geräusche dagegen werden sie liebend gern verzichten. Sie womöglich als nervtötend und sadistisch empfinden.
So gesehen macht es Sinn, Spielregeln für die Nutzung von Mobil-Telefonen zu definieren. Ob freilich ein generelles Handy-Verbot noch lange zu halten ist, erscheint fraglich. Die vermeintliche Störanfälligkeit hochempfindlicher medizinischer Geräte taugt jedenfalls nicht für ein gebäudeweites Verbot. Bei mehr als ein bis zehn Meter Abstand gilt: keine Gefahr im Verzug. So sympathisch augenzwinkernde „rheinische Lösungen“ a la Chefarzt Frenken oder à la Langenfelder Innen-Foyer auch sind: Am Ende muss ein verbindliches Reglement her, dass mobiles Telefonieren in Kliniken wohlwollend regelt, das heißt: erleichtert. Selbst gegen eine im Zimmer getippte SMS spricht nicht viel, denn der nervige Tasten-Beep lässt sich ausschalten! JJ
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