Langenfeld: Sammlungen angestiegen
zuletzt aktualisiert: 24.05.2008Düsseldorf (RPO). Höchst dubios
„Die meisten Katzen werden nicht gestohlen, sondern sind auf normalem Wege vermisst“, räumt Birgit Stübner ein. Sie verunfallen, sind eingesperrt, haben sich verlaufen, gehen ihrem Sexualtrieb nach, werden gefunden, sind aber nicht gekennzeichnet und werden deshalb ohne Fundmeldung privat aufgenommen. „Die meisten der mutmaßlichen Tierfängereien sind eigentlich Fundunterschlagungen“, gibt die IG-Katzenklau-Initiatorin zu.
Die Berghausenerin Rita Uschemeyer beruhigt das nur wenig. Sie hat erst einmal alle Körbe in ihrer Straße eingesammelt und zur Wache gebracht. Dort werde zumindest geprüft, ob die vermeintliche gGmbH tatsächlich eine Sammelberechtigung hat, betont Löhe.
Denn die, bestätigt Roy Wiltschut vom Langenfelder Ordnungsamt, bestehe oft nicht. „Seit Mitte der 90er Jahre im Zeichen der Entbürokratisierung die Genehmigungspflicht abgeschafft wurde, haben wir den Überblick über die zweifelsohne gestiegene Sammeltätigkeit verloren.“ Auch er hätte als Katzenbesitzer „ein ungutes Gefühl, wenn da auf einmal 20 Sammelboxen stehen“. Wiltschuts Tip: Altkleider lieber direkt zum Sozialdienst katholischer Frauen oder einer ähnlichen Einrichtung bringen – „da weiß man, was damit passiert“ – und die Tonnen besser meiden.
Versuche, die in Mettmann als „Organisation der freien Wohlfahrtspflege“ firmierende und im frommen Oberbergischen mit dem Zusatz „Freies evangelisches Missionswerk“ agierende „Genesis“- Gruppe mit vermeintlich registriertem Sitz in Birmingham zu erreichen, laufen ins Lehre – wie auch die nicht mehr aktive Homepage. Kirchengemeinden distanzieren sich, zumal die Organisation nicht über das Spendensiegel des „Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen“ (DZI) verfügt. Dessen Sprecher Burkhard Wilke rät denn auch zu äußerster Zurückhaltung: Alles deute auf eher kommerzielle denn auf karitative Interessen hin. stm
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