Langenfeld: Schöne Natur, vielfältige Kultur
VON STEPHAN MEISEL - zuletzt aktualisiert: 16.01.2010Düsseldorf (RPO). Im dritten Langenfelder Länderjahr werden 2010 die drei baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen auf vielerlei Art beleuchtet. Das Programm fürs erste Halbjahr enthält Ausstellungen, Musik, Vorträge und Kurse.
Baltikum + Programm
Estland Hauptstadt Tallinn (Reval); 1,35 Millionen Einwohner; Amtssprache Estnisch.
Lettland Hauptstadt Riga,; 2,33 Millionen Einwohner; Amtssprache Lettisch.
Litauen Hauptstadt Vilnius (Wilna); 3,46 Millionen Einwohner; Amtssprache Litauisch.
Halbjahresprogramm Die gratis ausliegende 22-seitige Broschüre enthält detaillierte Informationen zu den Veranstaltungen sowie über Land und Leute. Beteiligt sind Stadtverwaltung, Volkshochschule, Stadtbibliothek, Schauplatz GmbH, Kunstverein, Künstlergruppe Motus 4, die evangelische Gemeinde Reusrath und die katholische gemeinde St. Josef.
Für die meisten Langenfelder - selbst für reisefreudige - sind die drei baltischen Staaten wohl ein weißer Fleck auf der Landkarte. Das soll sich in diesem Jahr ändern. Unter dem Motto "Willkommen Baltikum" werden 2010 Estland, Lettland und Litauen mit all ihrer Vielfalt den Langenfeldern vorgestellt. Ziel der 2008 mit Tschechien begonnenen und 2009 mit Irland fortgesetzten Länderschwerpunkte ist es nach den Worten von Bürgermeister Frank Schneider, "Europa nach Langenfeld zu holen, gerade auch die weniger üblichen Reiseländer. Veranstaltungen und Begegnungen sollen deren Kultur näher bringen."
Gemeinsam mit dem Organisationsteam stellte er das Programm des ersten Halbjahres vor:
AUSSTELLUNGEN Noch bis zum 30. Januar sind mit dem Titel "Mare Baltikum – See und Land" in der Stadtbibliothek Landschaftsfotografien von Monika Strukow-Hamel zu sehen; etwa die Vorpommerschen Bodden und die Kurische Nehrung "Eine einmalig schöne Landschaft", meint Bibliotheks-Chefin Martina Seuser. Im Reusrather evangelischen Gemeindehaus (Trompeter Straße) stellt die in Langenfeld wohnende Fotografin Daina Forys Alltagsbilder aus ihrer früheren Heimat Vilnius, Hauptstadt Litauens, aus. Ab dem 21. März wird die Langenfelder Künstlergruppe Motus 4 (wie schon im Tschechien-Jahr) großformatige Acrylglas-Bilder mit baltischen Motiven im Stadtzentrum platzieren; "sie sollen Besucher auf das laufende Mottojahr hinweisen", erläutert der städtische Citymanager Jan Christoph Zimmermann. Der lettische Bildhauer Igors Dobicins wird vom 18. bis 23. April im Kunstraum des Kunstvereins vor den Augen des Publikums kreativ sein und anschließend seine Werke ausstellen.
MUSIK Am 30. Januar gastiert in der Kirche St. Josef der "European Choir of Estonians". Dieser Chor von über ganz Europa verstreuten Exil-Esten trifft sich alljährlich zu wenigen Auftritten; in St. Josef steht auch ein gemeinsamer Gesang mit dem Kirchenchor an. Einen von Ingrid Bembennek konzipierten und von Wilfried Schwarz geleiteten Streifzug durch Lettland mit gespielten Szenen und Musik kann das Publikum bei vier Aufführungen im Flügelsaal des Kulturzentrums unternehmen; am 12., 13. und zweimal am 14. März. Die litauische Folkloretanzgruppe Suvartukas wird beim Stadtfest am 17. und 18. April in der City ein Hingucker sein.
VORTRÄGE Über Litauens Geschichte und Gegenwart spricht am 24. Februar im Flügelsaal Dr. Jochen Tauber vom Nord-Ost-Institut der Universität Hamburg. Über den dortigen Alltag referiert am 24. März an gleicher Stelle und ebenfalls als Volkshochschul-Beitrag Ulla Amsler vom deutsch-litauischen Forum. Über eine Baltikum-Reise des Fördervereins Stadtmuseum im vergangenen Jahr berichtet Vorstandsmitglied Reinmar Wilke am 3. März im Freiherr-vom-Stein-Haus; eine VHS-Studienreise im Juli ist übrigens bereits ausgebucht. In einer Multivisionsshow präsentiert Reisejournalist Dirk Bleyer am 14. Mai in der Stadthalle stimmungsvolle Bilder von baltischen Menschen und Landschaften. Den identitätsstiftenden estnischen Autor Jaan Kross (1920-2007) stellt der durch seine lebhaften Vorträge bekannte Dr. Marius Fränzel am 29. Juni in der Stadtbibliothek vor.
KURSE In einem VHS-Kochkursus zeigt Margarete Schmidt am 5. Mai, wie man etwa Pirukad oder Debessmanna zubereitet. VHS-Chefin Juliane Kreutzmann: "Fisch, Pilze, Schwarzbrot oder auch kalte Suppen essen die Balten besonders gerne." Ein Kunstworkshop für Kinder von sechs bis elf Jahren im Kulturellen Forum hat den Titel "Märchenwelten von der Bernsteinküste"; unter Anleitung von Claudia Friedrich entstehen Büchlein mit Collagen und Bildern zu lettischen (14. März), litauischen (18. April) oder estnischen Märchen.
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