Monheim: Schulen: Kontroverse im Herbst
VON JÖRG JANSSEN - zuletzt aktualisiert: 27.08.2011Monheim (RP). Sekundarschule kontra Erhalt der Realschule: Dieser Konflikt wird die Monheimer Kommunalpolitik nach dem Ende der Sommerferien beherrschen. Für zusätzliche Klarheit soll eine stadtweite Elternbefragung sorgen.
Die Debatte um die künftige Monheimer Schullandschaft geht im September in die entscheidende Runde. "Im Einklang mit dem Konsens, den SPD, CDU und Grüne auf Landesebene erzielt haben, setzen wir auf die neue Sekundarschule. Sie soll Haupt- und Realschule so bald wie möglich ersetzen", sagt Bürgermeister Daniel Zimmermann (Peto). – "Wir wollen die hervorragend positionierte Lise-Meitner-Realschule erhalten. Auch das deckt sich voll und ganz mit dem Landeskonsens", kontert CDU-Fraktionsboss Tim Brühland. Damit sind die beiden gegensätzliche Positionen umschrieben, die in den kommenden Wochen die Kommunalpolitik beherrschen werden.
Noch während die Elterninitiative zum Erhalt der Realschule fleißig Unterschriften sammelt, rücken in der Woche vom 12. bis zum 17. September die Väter und Mütter der Dritt- und Viertklässler in den Mittelpunkt. "Wir werden diese Eltern nach ihren Wünschen bei den weiterführenden Schulen schriftlich befragen. Das Ergebnis wird in die Planung der künftigen Schullandschaft einbezogen", sagt der Bürgermeister. Doch genau dieser Fragebogen ist es, der das Misstrauen der Christdemokraten erregt. "Der Bogen stammt aus der Zeit, als es noch um die Einführung der inzwischen gestoppten Gemeinschaftsschulen ging. Die im Landeskonsens angekündeten Verbesserungen für weiter bestehende Realschulen wurden dort bislang nicht eingearbeitet. Das ist unredlich", kritisiert Brühland. Für den Vordenker der Christdemokraten liegt der Fall klar: Der Bürgermeister einer angeblich ideologiefreien Jugendpartei habe endlich die Hosen heruntergelassen. "Schulpolitik ist immer auch Gesellschaftspolitik. Und da steht Daniel Zimmermann eindeutig ,links' – das kann nun niemand mehr leugnen."
RP Moment Mal
Zum beherrschenden kommunalpolitischen Thema des Herbstes veranstaltet die RP am Donnerstag, 15. September, um 19.30 Uhr unter dem Titel "Moment Mal – Welche Schulen braucht Monheim?" eine öffentliche Diskussion mit Bürgerbeteiligung im Pfarrer-Franz-Boehm-Haus, Sperberstraße 2. Neben dem Bürgermeister und Vertretern der Fraktionen werden sich Schulexperten – darunter Heinz Gniostko von der Bezirksregierung – den Fragen der Bürger stellen. Den Abend moderiert RP-Redakteur Jörg Janßen.
Breite Unterstützung
Unterdessen darf Zimmermann auf breite Unterstützung rechnen. Im RP-Gespräch machten gestern Fraktionschefin Ursula Schlößer für die Sozialdemokraten ("längeres gemeinsames Lernen und mehr Chancengerechtigkeit sind Kernpunkte sozialdemokratischer Politik") sowie ihre Peto-Kollegin Lisa Riedel ("eine Erweiterung der hiesigen Gesamtschule ist nicht möglich") deutlich, dass sie auf die Sekundarschule setzen. Auch der frisch gekürte Parteichef der FDP, Ratsherr Ulrich Anhut, denkt in diese Richtung. "Da wir in Monheim keine Hauptschule mehr haben werden, käme eine allein stehende Realschule in die Zwickmühle, Schüler aufnehmen zu müssen, auf die ihr Konzept im Grunde nicht ausgerichtet ist." Allerdings könnten die Liberalen nur zustimmen, wenn verbindlich festgeschrieben wird, dass Sekundarschulen definitiv keine Oberstufen enthalten. Und für Grünen-Ratsherr Manfred Poell bietet eine Sekundarschule "viel Schönes und Sinnvolles."
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