Langenfeld: Skandale abgrasen: Wer hilft?
VON THOMAS GUTMANN - zuletzt aktualisiert: 04.09.2010Düsseldorf (RPO). Von verunglimpften Bürgermeistern, Arbeiterführern und Religionsschwindlern – in Langenfeld harrt manch ein Skandal der Erzählung. Für den Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten soll nun ein Fall erforscht werden.
Links und rechts der Haus-Gravener-Straße, rund um Wasserburg und Schwanenmühle, finden Spaziergänger und andere Frischluftfreunde heute Erholung. Trockengelegt und urbar gemacht wurde dieses einst sumpfige, wildbewachsene Gebiet vor knapp 100 Jahren. "Melioration der Richrather Heide" heißt dieses Kapitel der Langenfelder Stadtgeschichte, weiß die Heimatkundlerin Annelies Rejek (75): "Und damit verbindet sich ein Skandal!" Zusammen mit Günter Schmitz (70), der den Arbeitskreis Geschichte der Volkshochschule leitet, und der RP-Lokalredaktion lädt sie Jugendliche ein, diesen Skandal zu erforschen.
Preise im Wert von 250 000 Euro
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Jugendliche, die in der Wettbewerbsgruppe mitmachen möchten, können sich bis 19. September in der RP-Redaktion melden: unter Tel. 994413 oder Thomas.Gutmann@rheinische-post.de.
Einsendeschluss bei der Körber-Stiftung ist der 28. Februar 2011.
Mehr zu dem Wettbewerb unter
Geplant ist ein Beitrag zum gerade eröffneten "Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten". Das Thema der Aktion, die die Körber-Stiftung jährlich veranstaltet, lautet diesmal: "Ärgernis, Aufsehen, Empörung: Skandale in der Geschichte". Preise im Wert von 250 000 Euro lobt die in Hamburg ansässige Stiftung aus, um Schüler zu motivieren, dem Aufruf von Staatsoberhaupt Christian Wulff zu folgen: in ihrer eigenen Umgebung nach historischen Spuren zu "diesem spannenden Thema" zu suchen.
Und spannend ist, was Annelies Rejek über die Urbarmachung der Richrather Heide zu erzählen weiß (siehe Zweittext) und was nach ihrer Kenntnis noch niemand geschichtswissenschaftlich aufgearbeitet hat. Spannend sind aber auch andere Skandale, die der früheren Grundschullehrerin und auch dem ehemaligen Gymnasialdirektor Schmitz einfallen: eine "Speck-Affäre" mit verschobenem Fleisch, in die Bürgermeister Friedrich Kreusch (1919-34) verstrickt gewesen sein soll und die die Nationalsozialisten später gegen den Zentrums-Mann in Stellung brachten. Oder die kurzzeitige kommunistische Machtergreifung durch den Feldhausener Ludwig Bach im November 1918. Oder der Konfessionsschwindel derer von Etzbach vor rund 400 Jahren. "Skandale gibt es genug", sagen die erfahrenen Pädagogen, die sich mit den Schülern auf einen bestimmten Fall einigen und ihnen bei dessen Erforschung helfen wollen: in maximal fünf Gruppensitzungen, aber auch individuell. "Fragen zu Archivmaterial oder dessen Einordnung und Interpretation beantworten wir gerne."
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