Monheim: Sommernachts-Histörchen
VON DORIAN AUDERSCH - zuletzt aktualisiert: 27.08.2007Düsseldorf (RPO). Monheims Heimatbund beteiligte sich an der ersten kreisweiten Nacht der Museen – und war vom Andrang selbst überrascht. Die Besucher drängten sich im Deusser-Haus, um in die Geschichte der Alten Freiheit einzutauchen.
Es herrscht dichtes Gedränge im Deusser-Haus. In der ersten Etage hat sich eine Menschentraube um einen Monitor versammelt. Zu sehen sind einige historische Fischerboote auf dem Rhein. Im Erdgeschoss nimmt eine Gruppe von Menschen an einer Führung teil und hört interessiert einem Vortrag über die etwa 850-jährige Geschichte Monheims zu. Die erste Nacht der Museen lockte knapp 300 Besucher aus dem gesamten Kreis in die Gänselieselstadt – sehr zur Freude des Heimatbunds Monheim.
„Mit einem solchen Andrang haben wir nicht gerechnet“, meint Dieter Sturm, der erste Vorsitzende des Heimatbunds. „Wir mussten sogar Getränke und etwas zu essen nachbestellen. Das Interesse ist riesig.“ Vor allem die vielen historischen Geräte und landwirtschaftlichen Instrumente wecken die Neugier der Gäste. Immer wieder werden Fragen gestellt und Fotos gemacht. „Das ist schon eine beeindruckende Sammlung“, meint etwa Peter Brück aus Hilden. „Die Geschichte der Stadt ist sehr anschaulich dargestellt. Es ist interessant zu sehen, wie sich Monheim über die Jahrhunderte entwickelt hat.“
Deusser-Haus
Benannt ist das denkmalgeschützte Gebäude nach dem Maler August Deusser (1870–1942). Auf seiner Suche nach einem ruhigen Ort zum Arbeiten kam der Künstler mit seiner Familie Anfang des 20. Jahrhunderts nach Monheim. Heute dient das Haus dem Heimatbund als Ausstellungsraum für seine heimatkundliche Sammlung. Die reguläre Öffnungszeit ist sonntags von 11 bis 13 Uhr.
Frisches Brot aus dem Steinofen
Inzwischen steigt ein verlockender Duft im Garten des Deusser-Hauses auf. Quelle ist der alte Steinbackofen, in dem frisches Brot gebacken wird. „Der Ofen wurde bereits am Vortag vorgeheizt“, erklärt Wolfgang Quadt. Er ist seit vielen Jahren ehrenamtliches Mitglied des Heimatbunds. „Nun werden bei etwa 300 Grad die Brote gebacken.“ Kaum ist die erste Ladung aus dem Ofen raus, versammeln sich bereits die ersten Hungrigen. „Die gehen buchstäblich weg wie warme Semmeln“, freut sich Quadt.
Auch zu später Stunde finden sich noch neue Besucher ein. Im Garten wird geredet, getrunken und gelacht. „Ein wirklich schöner Abend“, fasst es Renate Zgodzaj aus Hitdorf zusammen. „Die Atmosphäre hier ist wunderbar. Es ist fast wie in einem gemütlichen Biergarten.“ Sie war mit ihren Freundinnen zuvor im Neanderthal-Museum. „Dort war es auch sehr interessant, aber da gab es nicht so einen schönen Garten. Die Idee mit der Museumsnacht ist toll. So erfährt man viel mehr über die Nachbarstädte. Das sollte es jedes Jahr geben.“
Das wiederum hängt vom Erfolg der Veranstaltung insgesamt ab. „Ich hoffe, dass dies öfters gemacht wird“, meint Dieter Sturm. Allerdings müsse man auch die weiten Wege bedenken. „In einer Stadt wäre eine solche Veranstaltung leichter zu organisieren, aber wenn mehrere Städte beteiligt sind, ist der Aufwand natürlich größer. Wenn die Resonanz aber überall so gut war, dann war dies sicher nicht die letzte Nacht der Museen“.
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