Langenfeld: Sparkurs für "silberne Jahre"
VON MARTIN MÖNIKES - zuletzt aktualisiert: 17.01.2011Düsseldorf (RPO). Der gestrige Neujahrsempfang stand ganz im Zeichen der Bürger. Frank Schneider zeichnete Preisträger für ihr ehrenamtliches soziales, kulturelles und politisches Engagement aus. Der Waldkindergarten erhielt den Umweltpreis.
"Die Stadt hat durch eine funktionierende Gemeinschaft viel erreicht", begründete Bürgermeister Frank Schneider beim städtischen Neujahrsempfang die vergleichsweise gute Situation der Posthornstadt. Konsequenterweise standen die Bürger am Sonntagmorgen in der Stadthalle im Mittelpunkt. Engagierte Vereinsvorsitzende, Vertreter sozialer Organisationen, Rats- und Ausschussmitglieder und sonst am Gemeinwohl interessierte Langenfelder stellten das Gros der rund 500 Gäste in der Stadthalle.
Quirlige Waldzwerge
Einmal mehr nutze der Bürgermeister den Neujahrsempfang, um besondere bürgerschaftliche Leistungen durch Auszeichnungen hervorzuheben. Den alljährlichen Umweltschutzpreis verlieh er an die Initiative Waldkindergarten, wobei die die Preisträgerinnen begleitende Delegation quirliger "Waldzwerge" Leben in die Halle brachte.
Preisträger
Den Umweltschutzpreis erhielten Vorsitzende Eva Vierfuß und Teamleiterin Beate Radeke vom 2002 gegründeten Verein Waldkindergarten. Mit der Ehrenmedaille wurden zwei Preisträgerinnen ausgezeichnet: Ilka Gassmann für ihr soziales, kulturelles und gemeinschaftliches Engagement und Gaby Matten für ihr langjähriges Wirken in der Jugendarbeit der evangelischen Kirche.
Neben den beiden Ehrenmedaillen überreichte Frank Schneider dem langjährigen CDU-Fraktionsvorsitzenden Peter Klinkers den Goldenen Ehrenring der Stadt. Die Unterschrift des Geehrten im Goldenen Buch krönte den festlichen Moment. Der Bürgermeister lobte Peter Klinkers finanzpolitischen Sachverstand, der zur Schuldenfreiheit Langenfelds entscheidend beigetragen habe. Auch in Schneiders Rück- und Ausblick zum Jahresbeginn war die Schuldenfreiheit – "Markenzeichen Nr. 1" oder "der Schlüssel zur Gestaltungsfreiheit" – ein zentrales Thema. Deutlich verwahrte er sich gegen die Versuche, die Situation Langenfelds beispielsweise durch Solidaritätsfonds, Basteln an der Gewerbesteuer oder vom Land verordneten Verzicht auf Kindergartengebühren dauerhaft zu schädigen.
Sparen auf hohem Niveau
In einer neu gegründeten Arbeitsgemeinschaft der (nur) noch acht schuldenfreien Gemeinden in NRW wird Langenfeld mitwirken. Auch Langenfeld wird bei einem vermuteten Defizit von 15 Millionen in 2011 sparen, allerdings auf hohem Niveau, es sei durchaus zumutbar, so Schneider, "dass den 2008 propagierten goldenen Zeiten einige silberne Jahre folgen". Dem kritischen Blick zurück (beispielsweise auf die Bauhof-Affäre und den Winterdienst) folgte eine optimistische Vorschau auf 2011. Schwerpunkte sind hier die Vernetzung der Kulturangebote, die Stärkung des Klimaschutzes mit dem 1000-Dächer-Programm und dem Green Economy Center, Familienfreundlichkeit beim "Wettlauf Kinderwagen gegen Rollatoren" und die fürs Frühjahrs erhoffte Neueröffnung des ehemaligen Hertie-Standortes. Erfreuen können sich die Langenfelder auch am Partnerland Portugal. In der Fortsetzung der Reihe "Europa in Langenfeld" finden 2011 viele Aktivitäten statt, um das Land kennenzulernen. Die Generalkonsulin Maria Manuel Durao wünschte im Grußwort ein "Feliz ano novo", und die Fado-Musiker um Miguel Arinto boten eine Kostprobe.
Den musikalischen Rahmen insgesamt verantwortete das Musikschulorchester "Power of Melody" unter Leitung von Wilfried Schwarz.
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