Monheim: Sport-Funktionäre fetzen sich
VON STEFANIE MERGEHENN - zuletzt aktualisiert: 25.01.2008Düsseldorf (RPO). Alle vier Vorstandsmitglieder des Stadtsportverbandes Monheim werden bei der Hauptversammlung zurück treten – offiziell aus beruflichen Gründen. Intern habe es von Beginn an Kommunikationsprobleme gegeben.
„Der Stadtsportverband (SSV) fördert die Zusammenarbeit der Vereine, ohne deren Eigenständigkeit zu schmälern“: Was sich in der Selbstdarstellung des 31 Vereine vertretenden Verbandes auf der städtischen Homepage noch ganz idyllisch liest, entbehrt zweieinhalb Wochen vor der Hauptversammlung jeglicher Grundlage. Denn hinter den Türen des Vorstandes hat es seit April letzten Jahres kontinuierlich gekracht. Konsequenz: Alle vier Mitglieder treten am 12. Februar zurück – wenn auch aus unterschiedlichen Gründen.
Der Dachorganisation unterordnen
„Es wäre natürlich am leichtesten, beruflichen Stress anzugeben“, gibt sich Geschäftsführer Achim Cziborra sophistisch. Dies sei zwar beim Vorsitzenden Eduard Mayer der wesentliche, bei ihm selbst jedoch nur ein Grund für den Rücktritt nach 13 Jahren. „In Monheim suchen vor allem die großen Vereine für sich das Beste, ohne sich der Dachorganisation unterzuordnen“, spielt Cziborra auf den SGM-Vorsitzenden Karl-Heinz Göbel an, der bei der Hauptversammlung voraussichtlich um das Amt des SSV-Vorsitzenden kandidieren wird.
Hauptversammlung
Neben den Vorstandswahlen wird die Satzungsänderung ein wesentlicher Punkt auf der Tagesordnung der Hauptversammlung am Dienstag, 12. Februar, um 19.30 Uhr im Sitzungssaal der Raiffeisenbank, Lindenstraße 5 sein.
Dabei geht es um das Stimmrecht der Mitgliedsvereine und die Verteilung der Stimmen auf Vertreter.
Göbel hatte beispielsweise in der RP betont, „mit Argusaugen darüber zu wachen, dass die uns zugesicherte Neu-Ausstattung des Häck-Stadions umgesetzt wird“. Erst dann dürften aus seiner Sicht überstehende Beträge aus dem geplanten Verkauf des Baulands, wo jetzt noch das marode Jahnstadion steht, in Richtung Kielsgraben fließen. Im östlichen Teil der Straße soll bekanntlich nach dem Wunsch von Verwaltungschef Dünchheim und der beteiligten Vereine ein neues Sportzentrum mit voraussichtlich drei Plätzen entstehen, wenn der alte Platz spätestens 2012 von Lafarge / Braas ausgekiest wird.
„Der Kielsgraben ist für Baumberg und Monheim geografisch und gesellschaftlich die optimale Verbindung“, findet auch Cziborra, der selbst dem Baumberger TSC angehört. Dessen Vorsitzender Andreas Zauche hatte vor einem knappen Jahr nicht mehr als SSV-Vize kandidiert, um sich mehr dem frisch fusionierten BTSC widmen zu können. Doch mit Zauches Nachfolgerin Marion Prondzinsky – Göbels Stellvertreterin bei der SGM – waren weder Cziborra noch Sven Rottenberger warm geworden.
„Sie hat Aufgaben wahrgenommen, von denen wir anderen nichts wussten“, wettert der SSV-Schatzmeister, der folglich „Kommunikationsprobleme innerhalb des Vorstands“ als Rücktrittsgrund angibt. Zudem habe die stellvertretende Vorsitzende nur an zwei der etwa neun Vorstandssitzungen teilgenommen. – „Weil mir die Termine nicht mitgeteilt wurden“, kontert Prondzinsky, deren „Eigenmächtigkeit“ darin lag, als SSV-Vertreterin an zwei Sitzungen der Sportlenkungsgruppe der Verwaltung teilzunehmen, wo es unter anderem um das Sportstättenkonzept ging.
Den eigenen Kontakt zur Verwaltung sieht der Ex-CDU-Stadtverbands- und heutige SGM-Vorsitzende Karl-Heinz Göbel eher als Vorteil: „Ich kenne den Laden.“ Hinzu kommt, dass der Vorruheständler jetzt Zeit für die Vorstandsarbeit im SSV hätte – „ein Posten, der mir schon letztes Jahr angetragen wurde“. Dass er eventuell gegen Andreas Zauche kandidiert, sei für ihn kein Problem, betont Göbel: „Schließlich geht es um den Sport – und nicht darum, dass sich BTSC und SGM ausspielen.“ KOMMENTAR
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