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Monheim: Sportstätten: der Standortzwist

VON JÖRG JANSSEN - zuletzt aktualisiert: 12.03.2010

Düsseldorf (RPO). In knapp 14 Tagen könnte der Stadtrat den Schlusspunkt unter eine 17 Jahre alte Debatte setzen. Dann wird über den Standort für die neue Bezirkssportanlage entschieden. Die Alternativen: Kielsgraben oder Wolfhagener Straße.

"Ein zweites IMR-Desaster" sagen Anhänger der noch jungen Initiative gegen Bebauung Baumberg-Ost (IGBBO) der Stadt voraus, falls diese neue Wohneinheiten erschließt und die Bezirkssportanlage an die Wolfhagener Straße (im Bild) verlegt. Die Mitstreiter von Thomas Schirmer (Mitte mit Plan) fürchten zu viel Flächenverbrauch, mehr Lärm und Verkehr sowie die unmittelbare Nähe zur höchstumstrittenen CO-Pipeline des Bayer-Konzerns.  Foto: RPO
"Ein zweites IMR-Desaster" sagen Anhänger der noch jungen Initiative gegen Bebauung Baumberg-Ost (IGBBO) der Stadt voraus, falls diese neue Wohneinheiten erschließt und die Bezirkssportanlage an die Wolfhagener Straße (im Bild) verlegt. Die Mitstreiter von Thomas Schirmer (Mitte mit Plan) fürchten zu viel Flächenverbrauch, mehr Lärm und Verkehr sowie die unmittelbare Nähe zur höchstumstrittenen CO-Pipeline des Bayer-Konzerns. Foto: RPO

Kielsgraben oder Wolfhagener Straße? Der künftige Standort der neuen Bezirkssportanlage (BSA) wird zum spannenden Knackpunkt auf der Zielgeraden des am Donnerstagabend teilweise verabschiedeten, seit 17 Jahren debattierten Sportstätten-Konzepts. Wie berichtet hatten die Politiker die spannende Gretchenfrage des neuen Standortes einvernehmlich auf die Ratssitzung am 23. März vertagt. In der mehrstündigen Debatte erklärten der Stadtsportverband und die Fraktionen ihre Standpunkte. Die Positionen im Einzelnen:

PETO Für die Bürgermeister Daniel Zimmermann stützende Peto-Fraktion liegt der Fall klar: Für eine neue Baumberger Anlage kommt entsprechend dem "dezentralen Ansatz" (möglichst viele Sportstätten an möglichst verschiedenen Stellen des Stadtgebiets) nur die bereits vorgestellte Variante an der Wolfhagener Straße in Frage.

Info

Stadtsportverband

Für den Stadtsportverband erklärte Reinhard Brasse, dass die Vereine die jetzt ins Gespräch gebrachte Lösung am Kielsgraben bevorzugen.

"Vor allem für die Sportfreunde Baumberg wäre dies besser. Sollte es eines Tages zur Verlegung der Sandstraße an den Kielsgraben-Ost kommen, hätte dieser Verein dann seine beiden Plätze gleich nebeneinander statt an zwei weit auseinanderliegenden Orten."

Fraktionssprecher Lucas Risse nannte noch einmal die wichtigsten Argumente: "Der Grunderwerb am Kielsgraben wäre rund 300 000 Euro teurer; zudem teilen wir die Sorge vor Lärmproblemen am Rande des Österreich-Viertels nicht." Entsprechende Gutachten belegten das; die Sorgen der in der Nähe wohnenden Bürger könnten rasch entkräftet werden. Fazit: "Mit uns wird es als Ersatz für die Bregenzer Straße keinen neuen Platz am Kielsgraben geben."

CDU Leidenschaftlich appellierte dagegen CDU-Fraktionsboss Tim Brühland für die Kielsgraben-Lösung. "Dieser Platz ist für das Gros der Baumberger besser oder genauso gut zu erreichen wie die Wolfhagener Straße. Hier kann es zu keinen Bürgerprotesten oder Klagen kommen, die das Projekt im schlechtesten Fall wieder jahrelang verzögern." An die Peto gewandt sagte er: "Vergessen Sie den Wahlkampf und die damit verbundenen Festlegungen. Springen Sie im Sinne des Monheimer Sports über ihren Schatten."

SPD Klar hinter das Konzept des Bürgermeisters stellte sich Fraktionssprecherin Wally Hengsberger. "Die Nicht-Nutzung des Kielsgrabens war Teil des Anliegens jener, die das erfolgreiche Bürgerbegehrens gegen einen Verkauf des Jahnstadions auf den Weg gebracht haben." Den möglichen Protest von Bürgern gegen den Standort Wolfhagener Straße wiegelte die Sozialdemokratin ab. "Hier wird ein Protest herbeigeredet.

Ich sehe Akzeptanz statt Ablehnung." Freilich war es am Ende Ratsherr Jens Geyer, der den Wunsch von FDP-Frontfrau Marion Prondzinsky-Kohlmetz unterstützte, die Entscheidung über den Ort noch einmal um 14 Tage zu verschieben. Unterstützung für Zimmermanns Konzept signalisierten die Grünen, ohne freilich auf die strittigen Einzelheiten wie den ersten Bauabschnitt für Baumberg-Ost einzugehen.

Gestern legte Fraktionschefin Andrea Stamm nach. "Wenn es bei der aus unserer Sicht überflüssigen Verknüpfung erster Bauabschnitt/Sportstätten-Konzept bleibt, wird es schwierig." Eine Einlassung mit Sprengkaft. Sollten die Grünen nicht mitziehen, haben Peto und SPD im Stadtrat inklusive des Bürgermeisters nur genau eine Stimme über dem Durst. Vorausgesetzt es fehlt – anders als bei früheren Voten – bei der entscheidenden Schlussabstimmung niemand.

Quelle: RP

 
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