Monheim: SSV: Blick zurück im Zorn
VON DIETER CLARIUS - zuletzt aktualisiert: 14.02.2008Düsseldorf (RPO). Der Vorstand des Stadtsportverbandes trat jetzt auf der Hauptversammlung komplett zurück und sparte nicht mit Kritik u.a. an der Verwaltung. Neuer Vorsitzender wurde Andreas Zauche (BTSC), sein Vize Karl-Heinz Göbel (SGM).
Göbel ließ sich bitten
Es war nicht einfach, Nachfolger für den komplett zurück getretenen Vorstand des Stadtsportverbandes (SSV) zu finden. Als der Vorschlag kam, Karl-Heinz Göbel solle den Vorsitz übernehmen, brummelte der SGM-Boss: „Ich stehe für eine Kandidatur nicht zur Verfügung.“
Als es dann um den zweiten Vorsitzenden ging und Göbel abermals gefragt wurde, kam wieder eine ablehnende Antwort. Erst als der Ex-Vorsitzende Mayer sagte, ohne zweiten Mann gehe es nicht, erklärte sich Karl-Heinz Göbel bereit und erhielt nach seiner einstimmigen Wahl viel Beifall.
Wie die RP bereits vor drei Wochen meldete, ist der komplette Vorstand des Stadtsportverbandes (SSV) auf der Hauptversammlung zurückgetreten – Eduard Mayer und Marion Prondzinsky vorwiegend aus beruflichen, Achim Cziborra und Sven Rottenberger auch aus internen Gründen. Dazu gehören auch „Kommunikationsprobleme mit der Verwaltung“, von der man oft keine Antworten auf dringende Fragen erhalten habe.
„Missliches Vergabeverfahren“
Der scheidende SSV-Vorsitzenden Eduard Mayer kritisierte unter anderem das nach seiner Meinung „missliche Verfahren der Zuschussvergabe“. So habe das Kuratorium, das über die Vergabe der Gelder der Sparkassenstiftung zu befinden hat, den Vorschlag des SGM-Vorsitzenden Karl-Heinz Göbel eins zu eins übernommen. Danach hätten die großen Vereine mehr, die kleineren Vereine weniger Gelder bekommen.
„Ich habe den Vorschlag als Kuratoriumsmitglied gemacht“, hielt Göbel dagegen. „Dass der zufällig fast deckungsgleich mit der Vorgabe der Verwaltung war, dafür kann ich nichts.“ Schon zauberte SSV-Schatzmeister Sven Rottenberg ein Schreiben aus seiner Akte, die Göbels Vorschlag auf SGM-Briefpapier und dessen Unterschrift als SGM-Vorsitzender zeigte – und nicht als Kuratoriumsmitglied. Göbel blieb dabei: „Das ist an den Haaren herbei gezogen.“
In der Diskussion und den Berichten war Sportamtsleiter André Zierul mal wieder der Prügelknabe des SSV, weil er angeblich Göbels Vorschlag als Verwaltungsvorschlag ins Kuratorium eingebracht habe. Zierul wundert sich nicht nur,dass er jedes Jahr beim SSV Prügel bekomme: „Ich wundere mich auch, dass hier gesagt wird, wir als Verwaltung machen uns einen Vorschlag der SGM zu eigen. Das stimmt nicht.“ Gestritten wurde weiter über „unfaire Aktionen“ in der Handhabung der Pauschalzuschüsse an die 32 Mitgliedsvereine. Es könne nicht sein, so Mayer, dass man „dem SSV die Arbeit aufdrückt und dann die Stadt die Zuschüsse verteilt“. Kritisch sieht der scheidende Vorsitzende auch die Diskussion um den Jahnsportplatz, der der SGM überlassen wurde. Auch habe die Stadt jetzt erkannt, dass am Kielsgraben nach Beendigung der Auskiesung viele Sportarten möglich seien. Deshalb habe die Verwaltung zu prüfen, ob dort eine Halle gebaut werden könne.
Zum neuen SSV-Vorsitzenden wählten die knapp 40 Vereinsvertreter Andreas Zauche (45), Chef des BTSC; sein Stellvertreter wurde Karl-Heinz Göbel (SGM). Geschäftsführerin ist Ursula Krings (BTSC) und Schatzmeister wurde Reinhard Brasse (SGM). Alle Kandidaten wurden einstimmig bei nur wenigen Enthaltungen gewählt.
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