Monheim: Stadt will CO²-Ausstoß senken
VON D. SCHMIDT-ELMENDORFF - zuletzt aktualisiert: 23.02.2012Monheim (RP). Infas enermetric aus Emsdetten soll für die Stadt ein Klimaschutzkonzept erstellen, an dem maßgebliche Akteure aus den Sektoren Wirtschaft, Verkehr und privaten Haushalten durch Workshops und Interviews beteiligt werden.
Projekte wie MoKi und MoMo haben Monheim über die Stadtgrenzen hinaus bekanntgemacht. Der Klimaschutz sollte der Stadt ähnlichen Ruhm einbringen – wünscht sich Gebäudemanager Kurt Hundenborn. "In zehn bis 15 Jahren wird man unsere Bemühungen im Stadtbild erkennen."
Mit dem Beschluss, das Beratungsbüro "infas enermetric" mit der Erarbeitung eines integrierten Klimaschutzkonzeptes zu beauftragen, hat der Rat Anfang des Monats eine wichtige Weichenstellung vorgenommen. Und Hundenborn ist zuversichtlich, dass der zeitgleich beim Bundesumweltministerium eingereichte Förderantrag, mit dem 65 Prozent der Erstellungskosten finanziert werden sollen, positiv beschieden wird.
Klimaschutzmanager
Nach Ablauf der Erstellungsphase soll ein Klimaschutzmanager eingestellt werden, der die Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes koordiniert. Auch hier fördert das Bundesumweltministerium diese Stelle für drei Jahre mit bis zu 50 Prozent der Personalkosten.
Alle Akteure eingebunden
Seit 2008 fördert das Ministerium solche Konzepte, um das Ziel der Bundesregierung zu unterstützen, den Ausstoß von Treibhausgasen und CO²-Emissionen bis 2020 um 40 Prozent zu senken. Bisher hat sich die Stadt Monheim nur der energetischen Optimierung der eigenen Liegenschaften gewidmet. Jetzt sollen alle in der Stadt tätigen Akteure aus Industrie, Handel und Handwerk, den privaten Haushalten, den Verkehrsbetrieben, Vereinen und Kirchen in diese Klimaschutzinitiative eingebunden werden.
"Wir sind zwar größter Immobilienbesitzer in Monheim, aber insgesamt machen unsere Gebäude nur zwei bis drei Prozent des Gesamtbestandes aus", sagt Hundenborn. Und da ein Großteil dessen aus den 70er Jahren stammt, werde die "Sanierung von Bestandsimmobilien" einen Schwerpunkt des Konzeptes ausmachen.
Ausgangspunkt wird im Sommer die Erhebung des Ist-Zustandes sein. Dabei wird für die Sektoren Haushalte, Verkehr, Wirtschaft und die Einrichtungen der Stadt ermittelt, wie viel Energie jeweils verbraucht oder CO² ausgestoßen wird. Dann werden Handlungsfelder festgelegt, um in diesem Rahmen mit den jeweils relevanten Akteuren Projekte und Maßnahmen zu entwickeln.
Dabei sollen vorrangig solche Projekte in Angriff genommen werden, von denen man sich besonders hohe Effekte bezüglich der Ziele des Klimaschutzes verspricht. Diese einzelnen Ansätze werden in einem Handlungskonzept gebündelt. "Da die Konzeptentwicklung auf ein Jahr angelegt ist, sind wir auf eine möglichst dauerhafte Mitarbeit angewiesen," betont Hundenborn.
Als Vorbild steht ihm die Stadt Willich vor Augen, die im Oktober 2011 für ihre Bemühungen um eine CO²-Reduzierung mit dem European Energy Award in Gold ausgezeichnet wurde. Dort wurde beispielsweise für das Baugebiet Weekeln ein Bonuspunktesystem entwickelt: Wer ein Passiv- oder Niedrigenergiehaus baute, konnte bei der Grundstücksvergabe Bonuspunkte geltend machen. Die Wärmeversorgung sichert ein dezentrales Blockheizkraftwerk.
Geothermie genutzt
Die Stadt baute ihre Energieberatung aus und nahm eine wichtige Vorbildfunktion wahr, indem sie sich bei Neubau- und Sanierungsprojekten auf die außerordentlich guten geologischen Voraussetzungen für die geothermische Nutzung des Untergrundes stützte. Nach Auskunft des in Krefeld ansässigen Geologischen Dienstes bietet auch Monheim günstige bis sehr gute Standortbedingungen. Mit Windenergie und der Erzeugung von Biogas ließen sich die größten bilanziellen Sprünge erreichen, urteilen die Gutachter von infas enermetric, die auch Willich berieten.
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