Langenfeld: Stimmen zum Streit
zuletzt aktualisiert: 03.07.2007Düsseldorf (RPO). Müllers Hypothek
Peter Klinkers, Finanzpolitischer Sprecher der CDU-Ratsfraktion: „Mich hat Herr Graw mit seinen Äußerungen nicht düpiert. Denn erstens werden in unserer Fraktion die Verwaltungsvorlagen gelesen, und zweitens sind wir von der Entschuldung nicht überrascht worden, sondern haben sie voll mitgetragen. Der Schuldenstand zum Anfang und zum Ende eines Jahres steht doch schwarz auf weiß in jedem Jahresbericht – da gibt es gar nichts zu verstecken.“
Gerd-Peter Heinrichs, Fraktionschef der SPD: „Was die SPD über viele Jahre behauptet hat und was vom jetzigen Bürgermeister sowie vom ehemaligen Stadtkämmerer stets bestritten wurde, erweist sich jetzt als wahr. Es gab über viele Jahre stille Reserven, die den Ratsmitgliedern nicht bekannt gemacht wurden und den Bürgern in Langenfeld vorenthalten wurden. Bei allem Respekt vor seiner Leistung: Herr Graw hat mit seinen Äußerungen der Stadt und dem Ehrenamt Schaden zugefügt und auch der jetzigen Verwaltungsspitze einen Bärendienst erwiesen.“
Gerold Wenzens, Fraktionschef der BGL: „Alle im Rat wussten doch, dass es diese ,Lümpchen’ gab. Wir haben es alle billigend in Kauf genommen, weil es ja auch letztlich vernünftig war, den Schuldenberg abzubauen.“
Rolf Gassen, Fraktionschef der FDP: „Wir werden von der Verwaltung in der nächsten Ratssitzung Antworten verlangen auf unter anderen folgende Fragen: Waren vor dem Hintergrund der Äußerungen des ehemaligen Stadtkämmerers Notprogramme, Kürzungen bei diversen Haushaltsstellen, Haushaltssperren usw. überhaupt erforderlich? Liegen Verstöße gegen die Grundsätze der Haushaltswahrheit, der Haushaltsklarheit und der Haushaltstransparenz vor?“
Helmut Konrad, Fraktionschef der Grünen: „Die Sache wird aufgebauscht. Was wir immer vermutet haben, bestätigt sich jetzt, nicht mehr: Der Kämmerer hat manchmal den Molli mit uns gemacht.“
Eines ist gewiss: Vor Bürgervertretern als Hüter des Bürgerschatzes finanziell schwarzzumalen, um einen Schuldenberg abzutragen, wie es Winfried Graw Zeit seines Kämmerer-Daseins getan hat, ist um Lichtjahre besser, als stets die kühnsten Wirtschaftsprognosen für die eigenen Haushaltsentwürfe zugrunde zu legen, wie es (zu) lange Brauch war in Düsseldorf und Bonn/Berlin. Denn damit macht sich der Kassenwart zum Komplizen seiner nach mehr Geld lechzenden Fachressort-Kollegen und von ausgabegeilen Politikern. Dennoch muss sich der „Vater“ der Langenfelder Schuldenfreiheit den Vorwurf gefallen lassen, der Entschuldungspolitik mit seinem salopp formulierten „Geheimnisverrat“ einen schlechten Dienst erwiesen zu haben: Detlev Müller, sein Nachfolger, wird es künftig schwerer haben schwarzzumalen. „Mensch, Müller, alter Graw-Schüler“, wird es dann heißen, „du hast doch bestimmt noch irgendwo Luft im Etat.“ gut
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