Langenfeld/Monheim: Trend zum Teilzeit-Job
zuletzt aktualisiert: 07.04.2011Düsseldorf (RPO). Anders als die Unternehmen der freien Wirtschaft bewertet Marion Warden das Thema Frauenquote. Die zweifache Mutter arbeitet im Monheimer Rathaus als städtische Bereichsleiterin für Ordnung und Soziales. Sie tendiert zur Marschrichtung der von der Kanzlerin zurückgepfiffenen Arbeitsministerin Ursula von der Leyen. Die Christdemokratin, die als engagierte Vorkämpferin für eine gesetzliche Quote gilt, hatte das in der vergangenen Woche vorgelegte Positionspapier der 30 größten börsennotierten Unternehmern zur Erhöhung des Frauenanteils (siehe Info) kritisiert. "Ohne ein bisschen Druck geht es nicht", sagt auch Warden und fordert "noch mehr für den Ausbau der Kinderbetreuung sowie für flexible Arbeitszeiten zu tun."
Ein Argument, das auch Annette Berg, Leiterin des Monheimer Jugendamtes, für entscheidend hält. Die Mutter einer fast 16-Jährigen Tochter rückte erst vor wenigen Tagen in den Verwaltungsvorstand auf. Die erste Frau in diesem Spitzengremium – wenn man von Alt-Bürgermeisterin Ingeborg Friebe absieht. Berg hält die Quote per Gesetz für "dringend geboten" und glaubt zudem, "dass ein solches Signal Frauen ermuntern wird, auch männerdominierte Studiengänge zu wählen, in denen sie sich bislang gerade auch aufgrund der Männerdominanz keine großen Karrierechancen ausrechnen durften."
Handlungsbedarf sieht auch Gisela Herforth, Gleichstellungsbeauftragte der Gänselieselstadt. Sie gibt zu denken, dass bei den Beamten des höheren Dienstes nur 0,9 Prozent Frauen sind, auch bei den höheren Entgeltgruppen 13 bis 15 der Tarifbeschäftigten liegt der Anteil bei gerade einmal sechs Prozent. Allerdings hat Herforth auch festgestellt, dass von 532 Mitarbeitern des Rathauses 242 Teilzeitkräfte sind. 88 Prozent dieser Teilzeit-Mitarbeiter sind Frauen. "Karrieren sind in Teilzeit-Formaten natürlich seltener und schwieriger", sagt die Monheimer Gleichstellungsbeauftragte.
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