Monheim: Umfrage soll Bedarf ausloten
VON STEPHAN MEISEL - zuletzt aktualisiert: 28.12.2010Düsseldorf (RPO). Langenfeld hat seit den 1990er-Jahren Millionenbeträge in Plätze und Hallen gesteckt. Zurzeit wird ein Konzept vorbereitet, das weitere Notwendigkeiten benennen und den demografischen Wandel berücksichtigen soll.
Dass die Langenfelder Sportstätten nicht nur im Vergleich zu denen der Nachbarstadt Monheim bestens in Schuss sind, hat seinen Grund. Wie Carsten Lüdorf aus dem städtischen Sportreferat der RP darlegte, hat die Stadt auch in den Jahren des strikten Entschuldungskurses Millionenbeträge in den Neubau und Sanierungen gesteckt.
So wurden seit den 1990er-Jahren in allen Stadtteilen Kunstrasen-Fußballfelder angelegt, teilweise die Beläge danach gar schon komplett erneuert. Zudem steckte Langenfeld Millionenbeträge in die beiden Turnhallen Hinter den Gärten und an der Gieslenberger Straße, arbeitet(e) zudem ein über Jahre gestrecktes Sanierungsprogramm für Frei- und Hallenbad ab.
Umfrage ab Mitte Februar
"Wir sind gut aufgestellt", bekräftigt Lüdorf. "Alle unsere Fußballplätze haben jetzt Kunstrasen, und durch den Hallenbau gab es Entlastungen im Schul- und Vereinssport." Doch was heute zeitgemäß ist, könne schon bald überholt sein. Als Grundlage für einen vom Stadtrat beschlossenen Sportentwicklungsplan bereiten Lüdorf und seine Kollegen zurzeit eine Umfrage vor. "Mitte Februar sollen in einer repräsentativen Stichprobe Langenfelder befragt werden, die älter als zehn Jahre sind."
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Für den Stadtsportverband hatte dessen Leiter Karl-Heinz Bruser diesen Sportentwicklungsplan angeregt. "Es geht dabei nicht allein um die Sportstätten", erläuterte er im RP-Gespräch den Hintergrund seines Vorstoßes. "In diesem Konzept wollen wir ausloten, was etwa für Senioren zu tun ist, was für Schulen, was für den Vereinssport – der ja vom Ganztagsbetrieb in den Schulen erheblich berührt ist."
Aus der Umfrage und der Bestandsanalyse ergeben sich nach Brusers Worten dann möglicherweise weitere Investitionen in die Langenfelder Sportstätten. "Zum Beispiel haben wir nur eine einzige Halle mit Zuschauertribüne – am Konrad-Adenauer-Gymnasium." Bei der Turnhalle Hinter den Gärten sei mit Rücksicht auf die nahe Nachbarschaft, doch zum Bedauern der Vereine auf solch eine Tribüne verzichtet worden. Ebenso könnten in dem Konzept weitere Turnräume für Kindergärten festgeschrieben werden.
Es gelte bei der weiteren Planung auch, die demografische Entwicklung zu beachten, ergänzt Lüdorf. "Bei der Renovierung und Erweiterung der Alfred-Kranz-Halle an der Gieslenberger Straße beispielsweise wurde schon an den Seniorensport gedacht. Der Anbau lässt sich unterteilen, etwa für Gymnastikgruppen mit zehn Matten." Auch fürs Mutter-Kind-Turnen seien solche Gymnastikräume geeignet.
"Wir reden hier viel miteinander"
Bruser führt den guten Zustand der Langenfelder Sportstätten nicht nur auf die finanziellen Möglichkeiten der Stadt zurück, sondern auch auf die gute Kommunikation zwischen den Entscheidern. "Wir reden hier viel miteinander. Der Stadtsportverband hat einen gewissen Stellenwert, im Sportausschuss des Stadtrats hören die Politiker zu und handeln."
In seiner Funktion als Chef der Sportgemeinschaft Langenfeld (SGL) nennt Bruser weitere Beispiele des guten Miteinanders. "Wir als Großverein mit 9100 Mitgliedern tun auch viel für die kleineren Vereine. Zum Beispiel hält der Skiclub Adler seine Hauptversammlung bei uns ab, und wir haben auch die Schachfreunde aufgenommen, die ihre Räume in der Martinus-Schule verloren hatten."
Dass auch Bewohner der Nachbarstadt Sportstätten wie das SGL-Bewegungszentrum schätzen, belegt ein hoher Anteil von Monheimern und Baumbergern in der Mitgliederkartei.
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