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Monheim: Unser Senf zum Wochenende Die Bahn als Standort-Faktor

VON STEFANIE MERGEHENN - zuletzt aktualisiert: 06.12.2008

Düsseldorf (RPO). Gestern vor 100 Jahren wurde der Schienenverkehr zwischen Monheim und Langenfeld aufgenommen. Dank neuer Ansiedler im Rheinpark wurde die Konzession verlängert – 2012 wollen die BSM wieder schwarze Zahlen schreiben.

Schon mehrfach hatte eine Stilllegung der Bahnen der Stadt Monheim gedroht – als eine Auswirkung der Eingemeindung nach Düsseldorf in 1975 sowie Ende 1987, als die BSM mit der Schließung des Werkes Monheim der Deutschen Shell AG ihren größten Kunden verlor. Dass die Stadt immer zu ihrer defizitären Tochter gehalten hat, dürfte sich letztlich bezahlt machen. Angesichts von Lkw-Mautgebühren und den absehbar wieder steigenden Spritpreisen ist die Gleisanbindung für weit denkende Logistiker inzwischen wieder ein klarer Standort-Vorteil. Dass just auf dem alten Shell-Gelände mit IMR nun der neue städtische Hoffnungsträger zu bauen beginnt, scheint vielen ein gutes Zeichen zu sein. Verdient hätte das BSM-Team die erhofften Tonnage-Aufträge (auch seitens anderer Ansiedler) nach der langen Durststrecke – damit die Stadt das umfangreiche Gleisnetz nicht umsonst hat verlegen lassen. Ist doch die BSM, wie der neue Geschäftsführer lobt, „ein gut aufgestelltes Unternehmen mit einer tollen Mannschaft“. stm

monheim Die gute Nachricht kam pünktlich zum 100. Geburtstag, den eben so viele geladene Gäste gestern mit den Mitarbeitern der Bahnen der Stadt Monheim (BSM) feierten: Das Land hat eine Verlängerung der Tonnage-Konzession bis 2023 genehmigt; gar bis 2058 soll das Gleisnetz unangetastet bleiben. Erleichtert zeigte sich denn auch BSM-Geschäftsführer Detlef Hövermann gegenüber der RP: „IMR ist für uns ein Rettungsanker.“ Mit den Bodenarbeiten vis à vis des BSM-Betriebshofs an der Daimlerstraße hat der Schrott-Veredler bereits begonnen, obwohl das Genehmigungsverfahren bei der Bezirksregierung jetzt erst angelaufen ist.

Jährliches Defizit von 350 000 Euro

Werden im kommenden Jahr noch an die 70 000 Tonnen in Monheim auf die Schiene gesetzt, sollen es 2012 bereits an die 240 000 Tonnen Fracht sein – nicht nur von der „Innovative Metal Recycling GmbH“, sondern auch von der kurz vor Vertragsunterschrift stehenden Spedition Hammesfahr. Dann dürfte das Unternehmen endlich wieder schwarze Zahlen schreiben, nachdem es vor allem in den vergangenen Jahren als höchst problematische Tochter mit einem Defizit von jährlich rund 350 000 Euro am Tropf der Stadt Monheim hing.

Deren Engagement und „Treue zu ihrem Verkehrsmittel auch in schwierigen Zeiten“ lobte ausdrücklich Festredner Volker Wente. Der Geschäftsführer der Landesgruppe NRW im Verband deutscher Verkehrsunternehmen hatte 1979 als Schüler die „Elektrische“ der BSM noch in ihrer Endphase erlebt, bevor sie von den Dieselloks abgelöst wurde: „Ich durfte damals im Führerstand mitfahren.“ Flexibilität, Innovationskraft und Beharrlichkeit würden die BSM als „stilbildendes Unternehmen“ auszeichnen, die als eine der wenigen kommunalen Bahnen in zwei Verkehrsverbünden organisiert ist – eine weitsichtige Entscheidung im Dienst der Kundenfreundlichkeit.

Diese werde auch im nächsten Bahn-Jahrhundert ganz oben stehen, versprach Hövermann. So soll es im kommenden Jahr zusätzliche Nachtbusse geben, die von Köln und Düsseldorf nach Monheim und Baumberg pendeln. Und auch im Salzburger Land sind die Monheimer nicht unbekannt: Mit dem Geschäftsführer der Salzburger Lokalbahn Gunter Mackinger ist die Monheimer Stadttochter seit langem freundschaftlich verbunden. Mackinger, der den mit BSM-Sprecher Stefan Kunig gemeinsam erstellten Bildband über die Bahnen der Stadt Monheim zum Jubiläum neu aufgelegt hat, erinnerte sich gestern, wie es ihn „vor 35 Jahren als bahnbegeisterten Jüngling nach Monheim trieb, um die alten Kesselwagen zu sehen“.

Und auch Karl König, der als Vize-Bürgermeister den verhinderten Bürgermeister und BSM-Aufsichtsratsvorsitzenden Dünchheim vertrat, wusste manche Anekdote aus jener Zeit zu erzählen, als die Bahn in Monheim auf die Schiene gesetzt wurde – versüßt durch die BSM-Geburtstagstorte der Stadtsparkasse.

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Quelle: RP

 
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