Monheim: Vereint gegen die CO-Pipeline
zuletzt aktualisiert: 23.06.2007Düsseldorf (RPO). Enttäuscht ist die Mehrheit der Pipeline-Gegner über das Schweigen von Ministerpräsident Jürgen Rüttgers zum Thema CO-Leitung (RP von gestern). Doch aufgeben will die Truppe rund um Bärbel Hölzer nicht. Mit der 44-jährigen Mutter einer Tochter sprach RP-Redakteur Jörg Janßen.
Was hätten Sie gerne aus dem Mund von Jürgen Rüttgers gehört?
Hölzer Dass er von 17 000 Unterschriften beeindruckt ist ... Dass er unsere Sorgen sehr ernst nimmt... Dass er die Behörden anweist, bei den noch ausstehenden Betriebsgenehmigungen so genau wie möglich hinzuschauen... Statt dessen trafen wir abends bei der Erkrather Informationsveranstaltung auf selbstherrliche Vertreter der Bezirksregierung, die uns ungeachtet der noch im Dunkeln liegenden Katastrophenschutz-Szenarien eine rasche Betriebsgenehmigung für die Pipeline in Aussicht stellten. Für uns eine echte Hiobsbotschaft.
... die welche Konsequenzen haben wird?
Hölzer Mit sofortiger Wirkung vereinigen sich die Monheimer, Langenfelder, Erkrather und Hildener Pipeline-Gegner zu einer Bürgerinitiative unter einem gemeinsamen Dach. Sie wird den Namen „Bürgerinitiative gegen den Bau der Pipeline“ führen.
Wenn am Ende doch alles umsonst war: Werden Sie persönliche Konsequenzen ziehen?
Hölzer Allerdings. Sobald tatsächlich Gas strömt, werden meine Eltern unsere Immobilie am Rathausplatz verkaufen. Meine Tochter und ich werden dann gezwungen sein, nach Bergisch Gladbach zu ziehen.
Ist das nicht ein bisschen übertrieben? Warum macht Ihnen das Kohlenmonoxid derart viel Angst?
Hölzer Weil es unsichtbar, geschmack- und geruchlos und dabei hochtoxisch ist. Entgegen landläufiger Meinung ist CO bislang nie regelmäßig auf dem Landweg mit Lkws oder der Bahn transportiert worden. Das Argument, die Röhre sei sicherer als die Straße, ist somit hinfällig. Zudem ist auch eine CO-Fernleitung außerhalb von Werksgeländen ein Novum. Bislang galt das Gas einfach als zu gefährlich.
Was erwarten Sie von Bayer?
Hölzer Die komplette Aufgabe des Projekts. Der Konzern soll die vorhandene CO-Produktionsanlage in Uerdingen modernisieren oder ersetzen und das CO jeweils in Dormagen und Uerdingen zum sofortigen Verbrauch vor Ort herstellen. Und bitte nicht eine Giftgasleitung durch einen Kreis bauen, der zu den am dichtesten besiedelten in ganz Deutschland gehört.
Mehr zur Pipeline unter www.rp-online.de/langenfeld
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