Langenfeld: Verkehrsprobleme aufgerollt
VON THOMAS GUTMANN UND STEPHAN MEISEL - zuletzt aktualisiert: 15.12.2006Düsseldorf (RPO). Mobile Redaktion der Rheinischen Post vor der Stadtgalerie: Die städtischen Planer Wolfgang Honskamp und Franz-Josef Frank stellten sich Fragen zu Mängeln im Langenfelder Straßennetz.
So intensiv wurde auf dem Galerieplatz wohl noch nie über Verkehrsprobleme diskutiert: Bürger scharten sich um Stadtpläne, Verkehrsplaner informierten die Bürger – und nahmen manche Anregung mit ins Rathaus. Die Mobile Redaktion gestern vor der Stadtgalerie war eine Zugnummer.
Als kontroverses Thema entpuppte sich wieder einmal der Radverkehr. Jakob Milles vom Leipziger Weg etwa missfällt, dass die Radler auf der Jahnstraße vom Fuß-/Radweg auf die Fahrbahn sollen: „Auf der Straße ist es doch gefährlicher“, sagt der 64-Jährige und verweist auch auf das Beispiel Auf dem Sändchen. Dem widersprach Franz-Josef Frank vom städtischen Verkehrsreferat: „An der Jahnstraße haben sich die Anwohner beschwert: Viele Schüler benutzten den Geh-/Radweg in der falschen Richtung, was an den Ausfahrten der Grundstücke immer wieder zu heiklen Situationen führe – auf der Straße werden die Kinder und Jugendlichen sicher nicht auf der falschen Seite radeln.“
Referat 530
Wolfgang Honskamp (Leiter) und Franz-Josef Frank arbeiten im städtischen Referat 530 (Umwelt, Verkehr, Tiefbau)
Besser auf der Fahrbahn radeln
Grundsätzlich würden Radfahrer auf der Fahrbahn besser gesehen. Frank setzt deshalb auf einen Gewöhnungseffekt, der auch das subjektive Sicherheitsempfinden verbessere. „Auf der Straße zu radeln ist ein Traum“, stimmt ihm Pramatha Mitra (67) zu: „Keine schlecht abgesenkten Bordsteine, keine lästigen Einmündungen – man kann richtig Vollgas geben.“ Zumal Radwege oft in schlechtem Zustand seien, wie Reinmar Wilke anmerkte. An der Berghausener Straße oder auch von Ohligs her entlang der L 288/B229 Radler würden Radler auf den kombinierten Wegen immer wieder durch große Risse im Asphalt aus dem Sattel gehoben.
Stark vertreten am RP-Stand war das in fußläufiger Entfernung liegende Viertel Im Schaufsfeld/Johannesstraße. Nacheinander meldeten sich Helmut Piller, Ingrid Reuter und Rolf Röhrig zu Wort, beklagten sich allesamt bei Referatsleiter Wolfgang Honskamp über die seit dem Bau der Fußgängerzone erheblich zugenommene Verkehrsbelastung. „Sicherlich ist dort für eine Wohnstraße relativ viel Verkehr“, räumte Honskamp ein. „Aber dafür haben die Anwohner auch den Vorteil, mitten in der Stadt und somit nah an vielen attraktiven Angeboten zu leben. In den letzten zehn Jahren sind immerhin sieben neue Häuser in diesem Bereich gebaut worden – so schlimm kann die Wohnqualität demnach nicht sein.“
Hans-Werner Hieke (70) von der Langforter Straße wundert sich, dass das neue Altenheim an der Rathaus-Kreuzung über keine eigenen Besucherparkplätze verfügt: „Jetzt wird in unserer Straße alles verbotswidrig zugeparkt – und anders als früher, als selbst Anwohner schnell ein Knöllchen bekamen, wird dies jetzt offenbar geduldet.“ Dies beobachtet auch Anwohner Agathe Wagener (62), die am RP-Stand vorschlug, die Besucher des Altenheims, von denen ja viele am Wochenende kämen, auf den dann oft ganz freien Sparkassen-Parkplatz schräg gegenüber hinzuweisen.
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