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Monheim: Vielleicht war’s das letzte Fest

zuletzt aktualisiert: 22.09.2008

Düsseldorf (RPO). Ungewisse Zukunft

Hans-Martin Belger ist Vorsitzender des LEG-Mieterbeirats im Berliner Viertel und seit dem ersten Septemberfest vor 30 Jahren mit dessen Organisation beschäftigt. RP-Mitarbeiter Matthias Arnold sprach mit ihm über das Fest und den Verkauf der LEG an den Investmentfond Whitehall.

Herr Belger, wie lange braucht die Vorbereitung und wie viel Arbeit steckt im Projekt Septemberfest?

Belger Wir planen das ganze Jahr über. Die heiße Phase beginnt so ab Mai. Da wird sowohl das Bühnenprogramm organisiert als auch der alljährliche Wechsel der Fahrgeschäfte. Wir haben sieben Großgeräte und versuchen jedes Jahr immer zwei auszutauschen, um somit für Abwechslung zu sorgen.

Ist das Septemberfest für Sie eher Spaß oder Stress?

Belger Spaß-Stress würde ich sagen (lacht). Ich freue mich natürlich wenn es den Leuten gefällt, was bisher ja immer der Fall war. Das Wetter war genauso, wie wir uns das gewünscht haben. Wir hatten etwa 60 000 Besucher, von denen 14 000 hier wohnen. Unter den auswärtigen Gästen war in diesem Jahr sogar Finanzminister Peer Steinbrück.

Warum sind Sie so pessimistisch, dass dieses Septemberfest das letzte sein wird?

Belger Wir sehen die Whitehall als eine Heuschrecke. Denen geht’s ums eigene Geld, nicht um das Allgemeinwohl. Wir hoffen natürlich, dass wir irren, aber die Whitehall hat schon einen Investitionsstopp angekündigt und die Instandhaltung der Gebäude von fünf auf vier Euro pro Wohnung runter gestuft.

Trotzdem gibt es eine Sozial-Charta, der die Whitehall auch zugestimmt hat. Was ist davon zu halten?

Belger Ich hab die Charta gelesen und die Mieter haben einige Eckpunkte daraus zugeschickt bekommen. Einige bekannte Punkte sind, dass Bewohner über 60 ein lebenslanges Wohnrecht kriegen. Whitehall verzichtet außerdem bis 2018 auf Luxusrenovierungen und Kündigungen. Wie das dann in Zukunft aussieht, steht in den Sternen. Für uns ist das eine Angelegenheit ohne Netz und doppelten Boden.

Ob man auch in den nächsten Jahren auf ein Septemberfest hoffen darf, steht für Hans-Martin Belger in den Sternen. Seit dem 29. Oktober gehört die Landesentwicklungsgesellschaft der Goldman Sachs-Tochter „Whitehall Real Estate Funds“. „Eine Heuschrecke“, wie viele befürchten, die sich in erster Linie darauf konzentrieren werde, möglichst viel Profit aus den Wohnungen zu schlagen. Auf so eine Veranstaltung werde da keine Rücksicht genommen, befürchtet nicht nur Belger. So endete das Traditionsfest im Berliner Viertel gestern mit ungewisser Zukunft. arno

Quelle: RP

 
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