Langenfeld: Wie die Politik die Jugend anzieht
VON DORIAN AUDRESCH - zuletzt aktualisiert: 10.08.2009 - 10:23Der 30. August wird ein besonderer Tag für Lisa Jacobs. Sie ist eine von rund 3500 Jungendlichen im Stadtgebiet, die bei der Kommunalwahl erstmals ihre Stimme abgeben dürfen. Für die 18-jährige ist es selbstverständlich, von diesem Recht Gebrauch zu machen.
Doch so wie sie sehen es nicht alle Erstwähler. Ein Großteil ihrer Altersgenossen interessiert sich kaum für Politik. Ein Trend, den die Parteien erkannt haben. Sie versuchen mit verschiedenen Mitteln, die Jugend an die Wahlurnen zu locken.
„Wenn jemand politisch aktiv ist, strahlt das auch auf das persönliche Umfeld ab“, weiß Lisa Jacobs aus Erfahrung. Mit ihrem Engagement beim politischen Nachwuchs der FDP ist die Schülerin des Konrad-Adenauer-Gymnasiums allerdings eher die Ausnahme. „Ich diskutiere oft mit meinen Freunden über verschiedene Fragen. Aber es gibt auch viele, die überhaupt nicht über Politik reden wollen.“ Trotzdem ist das persönliche Gespräch ihrer Meinung nach die beste Methode, um das Interesse zu wecken. „Mit Handzetteln und Wahlkampfständen erreicht man da nicht viel. Wichtiger ist es, die Jugendlichen mit besonderen Aktionen zum Mitmachen zu bewegen.“
Auf einen SPD-Antrag geht eine im Stadtrat beschlossene Informationskampagne für Erstwähler zurück. Danach wurden Jugendliche mit verschiedenen Aktionen rund um Ablauf und Sinn von Wahlen aufgeklärt. „Viele Fragen werden natürlich auch im Politikunterricht in der Schule behandelt, aber der Lehrstoff wird oft zu trocken vermittelt“, meint Paul Sobota von den Jusos. „Deswegen sollten die Informationen so präsentiert werden, dass Sprache und Aufmachung der Zielgruppe entsprechen.“
Als Teil der städtischen Kampagne wurde im Rathaus im vergangenen Monat unter anderem der Wahlablauf nachgespielt und über die Aufgaben der verschiedenen Gremien in der Kommunalpolitik informiert. Die Resonanz war indes dürftig: nur vier Jugendliche nahmen das Angebot in der Ferienzeit an. „Vorher waren wir mit dem gleichen Programm auch schon in den Schulen unterwegs“, berichtet die Erste Beigeordnete Marion Prell. „Es ist wichtig, den Schülern zu vermitteln, dass es ein Privileg ist, wählen gehen zu dürfen und dass die Entscheidungen in der Politik auch für sie relevant sind.“
Das Internet wurde ebenso als Instrument erkannt. Die Junge Union gibt jetzt auf einer Webseite Antworten auf Fragen, erklärt etwa Fünf-Prozent-Hürde oder Überhangmandate. Die allgemeinen Informationen sind parteineutral dargestellt, aber es gibt auch Links auf Seiten der CDU-Kandidaten. „Wir wollen Informationen schnell an die Erstwähler weitergeben. Viele wissen zum Beispiel nicht genau, welche Aufgaben Bürgermeister und des Landrat haben“, erklärt der stellvertretende JU-Ortsvorsitzende Sebastian Köpp. „Das Internet spielt eine wichtige Rolle. Gerade Jugendliche nutzen dieses Medium regelmäßig.“ Seiner Ansicht nach ist die neue Wählergeneration gespalten. „Viele interessieren sich überhaupt nicht für das Thema, aber es gibt auch einen großen Teil, der sich aktiv engagieren will. Dafür sind Informationen die Grundlage.“
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