Langenfeld/Monheim: Wunden von Kyrill heilen
VON INGRID KNEBEL - zuletzt aktualisiert: 04.09.2007Düsseldorf (RPO). Revierförster Frank Pechtheyden kümmert sich um die Verwertung des Holzes und die Wiederaufforstung. Im Herbst sollen 5000 Pflanzen pro Hektar eingesetzt werden.
Kyrills Spuren sind noch zu erkennen, aber die Wunden in den Wäldern heilen. Vor allem in Langenfeld, weniger in Monheim hatte der Orkan im Januar gewütet und teils mächtige Bäume umgestürzt. Noch heute sind an der Haus-Gravener-Straße beim Segelflugplatz hohe Holzstapel zu sehen. „Hier sind rund 500 Festmeter Holz angefallen, von dem noch ein Teil auf die Abholung wartet“, erklärt Revierförster Frank Pechtheyden im Gespräch mit der RP.
Preise rutschten in die Tiefe
Was geschieht mit den gestürzten oder geschlagenen Baumstämmen? Laut Pechtheyden ist das genannte Holz schon an einen Händler im Bergischen Land verkauft worden, der es in die Eifel und in die Benelux-Staaten weiterleite. „Teilweise ist hier Papierholz dabei, das jedoch auf Grund des übergroßen Angebots durch Kyrill nur als weitaus minderwertigeres Industrieholz verkauft werden kann.“ Die reinen Holzpreise je Festmeter für Fichte seien bei den besten Sortimenten von vorher 70 bis 80 Euro auf 45 bis 50 Euro gerutscht. Trotzdem meint der Revier-Förster in seiner Kyrill-Bilanz: „In der Gesamtbewertung sind wir sehr glimpflich davon gekommen.“
Kyrill
Der Sturm Kyrill wütete im Januar in NRW mit Böen von 140 Stundenkilometern und verwüstete tausende Hektar Wald. 15 Millionen Festmeter Holz fielen ihm zum Opfer.
Zinsvergünstigte Sonderkredite wurden in NRW zur Verfügung gestellt, von denen Waldbauern, Kommunalverbände und Holzwirtschaftsbetriebe Gebrauch machten.
Die Fahrer zweier Lastwagen mit besonderen Einrichtungen für Holztransporte sind gerade dabei, die Anhänger zu beladen. „Das sind unsere letzten Fuhren“, sagt einer der Fahrer, „die Firmen haben jetzt erst einmal genug Holz.“
Kyrill hat hauptsächlich Fichtenbestände entwurzelt. „Fichten sind Flachwurzler und haben nicht die Standsicherheit von Buchen und Eichen, die Tiefwurzler sind“, sagt Pechtheyden. Auch die Böden seien nicht für Fichten geeignet. Sie bestehen aus Tonschichten, dem so genannten Pseudo-Gley, den die flachwurzelnden Fichten nicht durchdringen können. Obwohl Fichten ursprünglich nicht in die Region gehörten, seien sie immer noch die „Brotbäume“ für die Forstwirtschaft. Schnelles Wachstum, schnelle Erträge – das mache Fichten wirtschaftlich.
Auf der nun baumlosen Fläche von etwa zweieinhalb Hektar am Segelflugplatz hat sich eine Krautvegetation breit gemacht. Adlerfarn und Brombeere bereiten Pechtheyden etwas Sorge, weil sie sehr urwüchsig sind und die für Herbst geplante Neuanpflanzung behindern könnten.
Doch bevor gepflanzt wird, muss die Fläche erst einmal gemulcht werden. Die Krautschicht wird zerschlagen und der Boden aufgelockert. Dadurch haben die jungen Bäume, die etwa drei Jahre alt und 1,20 Meter hoch sein werden, bessere Anwachsbedingungen. Unmittelbar nach Kyrill hat Pechtheyden schon einen Engpass für den Kauf von Pflanzen befürchtet und vorsorglich direkt seinen Auftrag erteilt, so dass der Pflanzaktion im Herbst nichts im Wege stehen wird. Geplant sind 5000 Pflanzen pro Hektar.
Ziel sei es, eine natürliche Waldgesellschaft zu schaffen. So werden hauptsächlich Eichen und Buchen gepflanzt und an feuchteren Stellen Stieleiche, Esche und Erle, doch auch Nadelhölzer an einigen Stellen gehören für ihn zum Mischwald. Autobahn Pechtheyden ist sehr zufrieden mit einer Fläche an der A 3, die schon aufgeforstet wurde. „Hier haben wir immer 27 Eichen in mehreren Gruppen gepflanzt.“ In der Jugend werde enger gepflanzt, um dann nach etwa 30 Jahren eine Auslese zu treffen.
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