Langenfeld: Zentral-Abi: Countdown läuft
VON MARTIN MÖNIKES - zuletzt aktualisiert: 27.11.2006Düsseldorf (RPO). „Wir sind gut auf das Zentralabi vorbereitet“, beruhigt Hans-Joachim Claas, Leiter des Langenfelder Konrad-Adenauer-Gymnasium, ängstliche Eltern, wenn sie nach den Vorbereitungen für die im Frühjahr 2007 erstmals anstehenden landeseinheitlichen Prüfungen fragen. „Es wird alles nicht so heiß gegessen, wie es gekocht wird“, lautet auch die entspannte Antwort von Anne Ackers-Weiss, der Direktorin an der Bettine-von-Armin-Gesamtschule. Am Monheimer Otto-Hahn-Gymnasium fühlt man sich auf das Zentralabitur sogar so gut gerüstet, „dass man schon morgen mit den Prüfungen beginnen könne“, erklärt Leiter Dr. Hagen Bastian.
Alle drei Schulen, aber auch die Peter-Ustinov-Gesamtschule in Monheim, ließen den Abiturjahrgang 2007 bereits im Mai an den zentralen Probeklausuren in den Abiturfächern Deutsch, Englisch, Mathematik, Geschichte und Biologie teilnehmen. Die Leiter beider Gymnasien waren mit den Ergebnissen „sehr zufrieden“. Bei den Gesamtschulen bewegten sich die Resultate „auf bisherigem Niveau“.
Für alle Beteiligten zeigten die Testklausuren auch, wie die Prüfungsarbeiten korrigiert wurden. Künftig werden Fehler in der Zeichensetzung von allen Prüfern gleichermaßen gewichtet. Den ministeriellen Vorgaben gemäß wurden in den Schulen die internen Lehrpläne geändert. Das Zentralabitur erlaubt und fordert eine langfristige, genaue Unterrichtsplanung. Für jedes Fach gibt es Hinweise, welche Inhalte am Ende der 13. Klasse vermittelt sein müssen.
„Steckenpferde“ einzelner Lehrer bleiben auf der Strecke. „Früher konnte ich mich in einem Physik-Leistungskurs auch mit Astronomie beschäftigen und eine entsprechende Abituraufgabe stellen“, bedauert Hans-Joachim Claas die einheitlichen Zielvorgaben. „Für uns ist die Stofffülle angewachsen“, stellt Anne Ackers-Weiss fest, und „es wird intensiv trainiert“.
Alle vier Schulleiter sind von der Idee des Zentralabiturs grundsätzlich angetan. „Es gibt mehr Gerechtigkeit“ (Dr. Bastian). „Endlich kann mit den Gerüchten aufgeräumt werden, diese oder jene Schule sei besonders schwierig oder leicht“ (Claas). Der KAG-Leiter sieht einen weiteren Vorteil darin, dass sich künftig Universitäten und Industrie auf Abiturienten einstellen können, die nach identischen Lehrplänen unterrichtet wurden.
Geplant ist, dass die Abi-Aufgaben (erst) am Prüfungstag per Internet die Schule erreichen. Früher ruhten die versiegelten Themen bereits Tage zuvor im Safe des Schulleiters. „Unnötigen Stress“ sieht PUG-Leiter Michael Schlemminger-Fichtler in dieser Regelung auf die Schulen zukommen. Das Horrorszenario: abgestürzte Zentralrechner, streikende Fotokopierer oder nur ein Stromausfall.
Skeptisch sind einige Eltern. Beate Körner aus Langenfeld, Mitarbeiterin der Landeselternschaft und Mutter einer betroffenen Schülerin, hält die Vorbereitungszeit für nicht ausreichend. „Wir haben Angst, dass unsere Kinder ,Versuchskaninchen’ sind.“ Schließlich sei der zentrale Abschluss auch für die Lehrer Neuland.
Klausuren um Ostern
Das erste landesweite Zentralabitur für die Schüler der Klasse 13 an den weiterführenden Schulen am Ende des Schuljahres 2006/2007 beginnt mit den ersten Klausuren am 26. März. Wegen der dazwischenliegenden Osterferien werden die letzten Arbeiten erst am 25. April geschrieben.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum