Monheim: Zoff um die Zukunft des Sports
VON JÖRG JANSSEN - zuletzt aktualisiert: 26.12.2010 - 22:08Düsseldorf (RPO). Das seit mehr als zehn Jahren diskutierte Sportstätten-Konzept sorgt bei Bürgern und Vereinen für Frust. Völlig offen ist, wie und wann der wegfallende Sportplatz am Kielsgraben ersetzt wird. Sondersitzung des Rats im Februar.
Bürgermeister Daniel Zimmermann wird im Februar den Rat zu einer Sondersitzung einberufen. Das kündigte das Stadtoberhaupt im RP-Gespräch an. Grund ist das gefloppte Sportstättenkonzept. "Die Verwaltung wird bis dahin belastbare Zahlen zu den jetzt noch in Frage kommenden vier Standort-Alternativen präsentieren", versprach das Stadtoberhaupt. Bis unmittelbar vor Weihnachten hatte der 28-Jährige Vereinsmanager und Sportfunktionäre empfangen, um zu klären, wie der im August 2011 wegfallende Sportplatz am Kielsgraben-West ersetzt werden kann. Mit einer der Varianten soll der gordische Knoten bei dem seit mehr als 15 Jahren diskutierten, bislang nur bruchstückhaft umgesetzten Konzepts durchschlagen werden.
Zur Erinnerung: Ursprünglich hatte die Sportstätten-Koalition aus Peto, SPD und Grünen an der Wolfhagener Straße eine neue Bezirkssportanlage errichten wollen. Die hätte den aufgrund von Auskiesungsarbeiten der Firma Braas Monier wegfallenden Sportplatz am Kielsgraben-West nahtlos ersetzt. Auf dem Gelände der alten Bezirkssportanlage und auf den östlich anschließenden Feldern sollte Wohnbebauung entstehen. Die dort erzielbaren Erlöse hätten das Konzept (Gesamt-Volumen: rund 4,5 Millionen Euro) gegenfinanziert. Doch das Gesamtkunstwerk scheiterte, nicht nur am massiven Protest unmittelbar betroffener Nachbarn der neuen Anlage. Sondern vor allem daran, dass der Diözesanverwaltungsrat des Erzbistums Köln einen zwischen dem örtlichen Kirchenvorstand und der Stadt (vor-)verhandelten notariellen Kaufvertrag in letzter Sekunde platzen ließ.
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Forum Das Thema Sportstätten erregt seit Jahren die Gemüter. Die RP bietet ihren Lesern an den kommenden beiden Tagen die Möglichkeiten, Dampf anzulassen.
Kritik Was stört Sie an welcher Sportanlage? Wo gibt es Ihrer Meinung nach skandalöse Zustände? Wo befinden sich dies schäbigsten Umkleiden? Wie und wann sollten Stadtrat und Politik endlich zu Potte kommen?
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Die missliche Folge: Bis der Platz am Kielsgraben-West durch eine der zurzeit verhandelten vier Varianten ersetzt wird, entsteht für den Spiel- und Trainingsbetrieb eine empfindliche Lücke von sechs Monaten bis zu dreieinhalb Jahren.
Welcher Variante er den Vorzug gibt, lässt Zimmermann derzeit offen. "Auch ich möchte die für die neue Vorlage relevanten Fakten erst kennen bevor ich urteile", sagt der Peto-Vordenker und appelliert an CDU und FDP, "eingefahrene Denkmuster zu verlassen und ebenso offen zu sein." Dazu zähle, neben einer Lösung am Kielsgraben-Ost "die anderen Varianten unvoreingenommen zu betrachten".
Freilich: Jeder der jetzt noch in Frage kommenden Vorschläge hat Vor- und Nachteile. Bereits jetzt steht fest, dass die Sanierung der alten Anlage an der Bregenzer Straße zwar am schnellsten geht (das jetzt unausweichliche Provisorium könnte auf rund sechs Monate reduziert werden), aber auch am wenigsten Geld für die Gegenfinanzierung des Gesamtkonzepts in die Kasse spült. Zuletzt hatten die Sportfreunde Baumberg als einer der am stärksten betroffenen Vereine erklärt, allein wegen der geringen Dauer des nun unausweichlichen Provisoriums käme nur die Sanierung der Bregenzer Straße in Frage.
"Eine nachvollziehbare Einschätzung. Aber wer das will, muss wissen, dass wir dann bestimmte Punkte des ursprünglichen Konzepts mangels Geld nicht mehr umsetzen können", gibt der Bürgermeister zu bedenken.
Im Klartext heißt das: Weder würden die Umkleiden noch das Häck-Stadion selbst saniert werden. Auch das für 2014 geplante zusätzliche Kleinspielfeld am Rheinstadion bliebe womöglich auf der Strecke. Eine klare Absage erteilt Zimmermann dem Vorschlag der Grünen, statt des zusätzlichen halben Spielfeldes, am Rheinstadion lieber gleich ein komplettes Spielfeld hinzusetzen, um so das Provisorium erträglicher zu machen.
Dieser neue Kunstrasen-Platz würde nach Einschätzung des Rathaus-Bosses das jetzt provisorisch vom FC genutzte Aschefeld nicht etwa ergänzen, sondern ersetzen. Der neue Platz müsse demnach die FC-Zeiten des derzeitigen Aschefeldes plus die FC- und die SFB-Zeiten der bislang von beiden Vereinen gemeinsam genutzten Anlage am Kielsgraben-West ersetzen. Zimmermann: "Ein Platz ersetzt nicht anderthalb – das ist keine höhere Mathematik, sondern eine einfache Gleichung."
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