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Langenfeld: Zug um Zug zur Sucht

VON STEFANIE MERGEHENN - zuletzt aktualisiert: 15.06.2007

Düsseldorf (RPO). Während die Zahl der Nikotin-Abhängigen allmählich zurück geht, werden die Alkohol- und Cannabis-Konsumenten immer jünger. Ein Grund mehr für die Awo-Suchtberatung, in ihrem Jahresprogramm auf Prävention zu setzen.

langenfeld / monheim Mit dem ersten Joint kam Jessica (Name geändert) auf der Party eines älteren Mitschülers in Berührung. Anfangs aus Neugier, später regelmäßig konsumierte die 15-jährige Gesamtschülerin am Wochenende Cannabis. Irgendwann fiel ihren Eltern auf, dass Jessica nicht mehr an dem von ihr früher so geliebten Volleyball-Training teilnahm. Und auch auf die Schule hatte die mittlerweile 16-Jährige „kein’ Bock“ mehr. Durch den Tipp einer Bekannten stellte Jessicas Mutter ihre Tochter in der Awo-Suchtberatung vor, wo ihr einiges klarer wurde.

Fruchttabak nicht ungefährlich

Für Dorothea Wessing ist Jessica ein klassischer Fall: „Soziale Kontakte abbrechen, um nur noch mit der Hasch-Clique abzuhängen“, sei typisch für Jugendliche, die sich durch regelmäßigen Konsum in eine gefährliche Abhängigkeit begeben. Um so mehr, als der THC-Gehalt (der aus der Hanfpflanze gewonnene berauschende Wirkstoff) dank spezieller Züchtungen in der Schweiz und den Niederlanden inzwischen um zehn Prozent höher ist. Heißt: Je jünger und regelmäßiger „Gras“ konsumiert wird, desto gefährlicher. Auch wenn kein Haschisch, sondern aromatisierte Fruchttabake geraucht werden, sollten Eltern die derzeit so beliebte Wasserpfeife im Teenager-Zimmer kritisch im Auge behalten. „Die Shisha ist keineswegs ungefährlich, weil hier krebserregende Substanzen inhaliert werden können“, rät Dieter Requardt allen Eltern, „rechtzeitig Grenzen zu setzen“.

Info

Beratung und Kontakt

AWO-Suchtberatung Monheim / Langenfeld: regelmäßige Sprechstunden in beiden Städten

Monheim: Friedenauer Straße 17a (Tel. 5 07 88), montags 15-18 Uhr, donnerstags 10-12 Uhr Langenfeld: Kölner Straße 4a (Tel. 2 14 44), donnerstags 16-18 Uhr

Telefonische Anmeldung: auch montags bis freitags von 10-12 Uhr

www.suchtberatung-awokv- mettmann.de

Seit September letzten Jahres leitet der Dipl.-Sozialarbeiter als Nachfolger von Heinrich Strohmeyer die Suchtberatung Monheim / Langenfeld, die außer der Beratung und Prävention noch die aufsuchende Arbeit und die psychosoziale Betreuung Substituierter umfasst. Im vergangenen Geschäftsjahr („Die Sprechstunden waren immer ausgebucht“) kontaktierten 1606 Langenfelder und Monheimer die Beratung – 60,9 Prozent wegen Alkoholproblemen, 34 Prozent wegen illegaler Drogen und der Rest wegen Essstörungen, Medikamente- oder Spielsucht.

Besondere Sorge bereitet Doris Heckmann-Jones vom Bereich Prävention, dass die „Flatrate-Parties“ (also Trinken bis zum Abwinken für einen Pauschal-Preis) im Kommen sind. „Der Trend geht zum Koma-Saufen“, weiß die Sozialpädagogin – auch bei den 14- bis 17-jährigen Mädchen. Dass Alkohol als „weiche Droge“ in der Öffentlichkeit eher akzeptiert wird, sieht Requardt als großes Problem an: „Da muss der 16-Jährige schon drei Mal eine Alkoholvergiftung gehabt haben, bevor die Eltern mit ihm kommen.“

Quelle: RP

 
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