Langenfeld/Monheim: Zuverlässige Deutsche Spenden-TÜV
zuletzt aktualisiert: 23.12.2008Düsseldorf (RPO). Nächstenliebe
In der Adventszeit setzen Hilfsorganisationen und Vereine auf die Spendenbereitschaft der Menschen. Der November und der Dezember sind die rentabelsten Monate für die meisten Organisationen. Bis zu 50 Prozent der gesamten Spenden gehen zu dieser Zeit ein. Das sind fast 2,5 Milliarden Euro. Burkhard Wilke, Geschäftsführer und wissenschaftlicher Leiter des Deutschen Sozialinstituts für soziale Fragen (DZI), zieht eine positive Bilanz des Jahres 2008. „Die Deutschen sind sehr zuverlässig. Die Motivation ist noch sehr stark. Ein finanzieller Einbruch ist trotz der Finanzkrise bundesweit derzeit nicht zu erkennen,“ meint Wilke. Der wissenschaftliche Leiter betont, dass die Spendenbereitschaft sogar um fünf Prozent in den ersten drei Quartalen des Jahres gestiegen sei. Über das letzte Quartal gibt es allerdings noch keine Auskunft, aber auch keine Alarmmeldung seitens der Spendenorganisationen, so Wilke.
Langenfeld/Monheim RP-Mitarbeiterin Viola Gräfenstein sprach mit Christiane Lersch, Leiterin der Verbraucherzentrale, über Spenden.
Woher weiß ich, ob eine Spendenorganisation richtig arbeitet?
Lersch Es gibt die Möglichkeit, sich bis zu drei Auskünfte über unbekannte Organisationen beim DZI, das ist der Spenden-Tüv in Deutschland, einzuholen. Man muss nur einen frankierten Rückumschlag mitschicken. Ansonsten hat der DZI die meisten Organisationen und Vereine aufgelistet, die ein Spenden-Tüv-Siegel tragen.
Wenn man spenden möchte, wem sollte man das Geld geben?
Lersch Am besten sollte man sich für eine bekannte Organisation entscheiden, die das Spenden-Siegel trägt, eine Spendenquittung ausstellt und einen Geschäftsbericht vorlegen kann. Der Bericht sagt detailliert, wo das Geld hingeht.
Wie kann man sich vor falschen Spendeneintreibern schützen?
Lersch Die kann man leider nicht sofort erkennen. Man sollte aber nicht impulsiv Geld an der Haustür geben oder sich auf eine Mitgliedschaft einlassen, sondern sich immer einen Ausweis zeigen oder Informationen zuschicken lassen.
Wenn ich dann doch mal an ein schwarzes Schaf geraten bin, wie hole ich mir mein Geld wieder?
Lersch Das Bargeld ist sofort weg. Daueraufträge und Überweisungen sollte man sofort einstellen, das Geld gibt es aber leider nicht zurück. Bei Einzugsermächtigungen kann man sich Geld innerhalb von sechs Wochen zurückholen.
Der Dezember ist unbestritten eine teure Zeit: Nachzahlungen für Gas und Heizung stehen meist an. Hinzu kommen die Geschenke, die eine oder andere schöne Weihnachtsfeier, der Gang auf den Weihnachtsmarkt sowie die Planung der Silvesterparty. Möglichkeiten, Geld auszugeben, gibt es derzeit also zu genug. Umso schöner ist es zu wissen, dass es trotz Finanzdebakels Bürger gibt, für die Nächstenliebe noch immer zählt. Und Bedürftige in unseren Städten auch in einer der größten Finanzkrisen aller Zeiten auf deren Unterstützung setzen können. vg
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